Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.

Bild:
<< vorherige Seite
Am Weiher.
Ein milder Wintertag.
An jenes Waldes Enden,
Wo still der Weiher liegt
Und längs den Fichtenwänden
Sich lind Gemurmel wiegt:
Wo in der Sonnenhelle,
So matt und kalt sie ist,
Doch immerfort die Welle
Das Ufer flimmernd küßt:
Da weiß ich, schön zum Malen,
Noch eine schmale Schlucht,
Wo all' die kleinen Strahlen
Sich fangen in der Bucht;
Ein trocken, windstill Eckchen,
Und so an Grüne reich,
Daß auf dem ganzen Fleckchen
Mich kränkt kein dürrer Zweig.
Will ich den Mantel dichte
Nun legen über's Moos,
Mich lehnen an die Fichte,
Und dann auf meinen Schooß
Am Weiher.
Ein milder Wintertag.
An jenes Waldes Enden,
Wo ſtill der Weiher liegt
Und längs den Fichtenwänden
Sich lind Gemurmel wiegt:
Wo in der Sonnenhelle,
So matt und kalt ſie iſt,
Doch immerfort die Welle
Das Ufer flimmernd küßt:
Da weiß ich, ſchön zum Malen,
Noch eine ſchmale Schlucht,
Wo all' die kleinen Strahlen
Sich fangen in der Bucht;
Ein trocken, windſtill Eckchen,
Und ſo an Grüne reich,
Daß auf dem ganzen Fleckchen
Mich kränkt kein dürrer Zweig.
Will ich den Mantel dichte
Nun legen über's Moos,
Mich lehnen an die Fichte,
Und dann auf meinen Schooß
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0122" n="108"/>
          </div>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Am Weiher.</hi><lb/>
          </head>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#g">Ein milder Wintertag.</hi><lb/>
            </head>
            <lg type="poem">
              <lg n="1">
                <l>An jenes Waldes Enden,</l><lb/>
                <l>Wo &#x017F;till der Weiher liegt</l><lb/>
                <l>Und längs den Fichtenwänden</l><lb/>
                <l>Sich lind Gemurmel wiegt:</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="2">
                <l>Wo in der Sonnenhelle,</l><lb/>
                <l>So matt und kalt &#x017F;ie i&#x017F;t,</l><lb/>
                <l>Doch immerfort die Welle</l><lb/>
                <l>Das Ufer flimmernd küßt:</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="3">
                <l>Da weiß ich, &#x017F;chön zum Malen,</l><lb/>
                <l>Noch eine &#x017F;chmale Schlucht,</l><lb/>
                <l>Wo all' die kleinen Strahlen</l><lb/>
                <l>Sich fangen in der Bucht;</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="4">
                <l>Ein trocken, wind&#x017F;till Eckchen,</l><lb/>
                <l>Und &#x017F;o an Grüne reich,</l><lb/>
                <l>Daß auf dem ganzen Fleckchen</l><lb/>
                <l>Mich kränkt kein dürrer Zweig.</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="5">
                <l>Will ich den Mantel dichte</l><lb/>
                <l>Nun legen über's Moos,</l><lb/>
                <l>Mich lehnen an die Fichte,</l><lb/>
                <l>Und dann auf meinen Schooß</l><lb/>
              </lg>
            </lg>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[108/0122] Am Weiher. Ein milder Wintertag. An jenes Waldes Enden, Wo ſtill der Weiher liegt Und längs den Fichtenwänden Sich lind Gemurmel wiegt: Wo in der Sonnenhelle, So matt und kalt ſie iſt, Doch immerfort die Welle Das Ufer flimmernd küßt: Da weiß ich, ſchön zum Malen, Noch eine ſchmale Schlucht, Wo all' die kleinen Strahlen Sich fangen in der Bucht; Ein trocken, windſtill Eckchen, Und ſo an Grüne reich, Daß auf dem ganzen Fleckchen Mich kränkt kein dürrer Zweig. Will ich den Mantel dichte Nun legen über's Moos, Mich lehnen an die Fichte, Und dann auf meinen Schooß

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/droste_gedichte_1844
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/droste_gedichte_1844/122
Zitationshilfe: Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844, S. 108. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/droste_gedichte_1844/122>, abgerufen am 21.03.2019.