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Drude, Oscar: Handbuch der Pflanzengeographie. Stuttgart, 1890.

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Ableitung aus den Coniferen-Arealen.
deutlich die borealen, boreal-subtropischen und austral-
subtropischen Florenreiche; wo bestimmte Arten in den
Tropen vorkommen, sind sie auf Gebirgsregionen ange-
wiesen, oder es sind die gleichen Gattungen weiter süd-
wärts zu finden (z. B. Araucarieen). -- 2. Da also die
Tropen sich als Trennungsgebiet, überbrückt nur im
malayischen Archipel und schwächer in Centralamerika
durch zusammenhängende oder zerstreute Gebirgsgruppen,
zwischenschieben, ist es natürlich, dass die hauptsächliche
Sonderung der Coniferen in boreale und australe Sippen
sich vollzogen hat. Von den 9 Tribus sind 3 rein boreal
und boreal-subtropisch mit tropischen Vordringlingen,
2 rein austral-subtropisch mit tropischen Bergarealen,
4 Tribus allein sind gemischter Heimat. -- 3. Nur wenige
Gattungen aus den letzteren 4 Tribus sind zugleich nörd-
lich und südlich vom Aequator, aber auch dann stets in
besonderen Arten, hüben und drüben, verbreitet; sonst
sind sämtliche Gattungen in ihrem Areal geschieden. --
4. Die wenigen Gattungen mit auffallend zerstreutem
Areal (Lilocedrus, Callitris) deuten auf ein hohes geo-
logisches Alter, mit welchem die fossilen Funde anderer,
jetzt weit beschränkterer Gattungen übereinstimmen. --
5. Die kontinentalen Verschiedenheiten, welche bei den
Palmen unausgesetzt ihr Recht behaupten, kommen bei
den Coniferen erst sekundär in Betracht. Abgesehen von
den im nordischen Florenreich über Europa, Asien und
Nordamerika gemeinsam verbreiteten grossen Gattungen
gibt es auch viele subtropische Gattungsgenossen oder
Gattungsverwandte in beiden Hemisphären, zumal zwischen
Ostasien und Kalifornien-Virginien, noch mehr aber
zwischen Tasmanien, Neuseeland und dem westlichen
Südamerika. -- 6. Die Arten der Coniferen sind immer
auf je ein Florenreich beschränkt, und es ist daher ihre
klimatische Beschränkung, oder ihre organische Verände-
rung unter anderen klimatischen Umständen, eine strenge.

3. Die Cupuliferen.

Liebmann, Amerikas Egevegetation. Kopenhagen 1851. --
Kotschy, Die Eichen Europas und des Orients. Andere Litteratur

Ableitung aus den Coniferen-Arealen.
deutlich die borealen, boreal-subtropischen und austral-
subtropischen Florenreiche; wo bestimmte Arten in den
Tropen vorkommen, sind sie auf Gebirgsregionen ange-
wiesen, oder es sind die gleichen Gattungen weiter süd-
wärts zu finden (z. B. Araucarieen). — 2. Da also die
Tropen sich als Trennungsgebiet, überbrückt nur im
malayischen Archipel und schwächer in Centralamerika
durch zusammenhängende oder zerstreute Gebirgsgruppen,
zwischenschieben, ist es natürlich, dass die hauptsächliche
Sonderung der Coniferen in boreale und australe Sippen
sich vollzogen hat. Von den 9 Tribus sind 3 rein boreal
und boreal-subtropisch mit tropischen Vordringlingen,
2 rein austral-subtropisch mit tropischen Bergarealen,
4 Tribus allein sind gemischter Heimat. — 3. Nur wenige
Gattungen aus den letzteren 4 Tribus sind zugleich nörd-
lich und südlich vom Aequator, aber auch dann stets in
besonderen Arten, hüben und drüben, verbreitet; sonst
sind sämtliche Gattungen in ihrem Areal geschieden. —
4. Die wenigen Gattungen mit auffallend zerstreutem
Areal (Lilocedrus, Callitris) deuten auf ein hohes geo-
logisches Alter, mit welchem die fossilen Funde anderer,
jetzt weit beschränkterer Gattungen übereinstimmen. —
5. Die kontinentalen Verschiedenheiten, welche bei den
Palmen unausgesetzt ihr Recht behaupten, kommen bei
den Coniferen erst sekundär in Betracht. Abgesehen von
den im nordischen Florenreich über Europa, Asien und
Nordamerika gemeinsam verbreiteten grossen Gattungen
gibt es auch viele subtropische Gattungsgenossen oder
Gattungsverwandte in beiden Hemisphären, zumal zwischen
Ostasien und Kalifornien-Virginien, noch mehr aber
zwischen Tasmanien, Neuseeland und dem westlichen
Südamerika. — 6. Die Arten der Coniferen sind immer
auf je ein Florenreich beschränkt, und es ist daher ihre
klimatische Beschränkung, oder ihre organische Verände-
rung unter anderen klimatischen Umständen, eine strenge.

3. Die Cupuliferen.

Liebmann, Amerikas Egevegetation. Kopenhagen 1851. —
Kotschy, Die Eichen Europas und des Orients. Andere Litteratur

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[188/0218] Ableitung aus den Coniferen-Arealen. deutlich die borealen, boreal-subtropischen und austral- subtropischen Florenreiche; wo bestimmte Arten in den Tropen vorkommen, sind sie auf Gebirgsregionen ange- wiesen, oder es sind die gleichen Gattungen weiter süd- wärts zu finden (z. B. Araucarieen). — 2. Da also die Tropen sich als Trennungsgebiet, überbrückt nur im malayischen Archipel und schwächer in Centralamerika durch zusammenhängende oder zerstreute Gebirgsgruppen, zwischenschieben, ist es natürlich, dass die hauptsächliche Sonderung der Coniferen in boreale und australe Sippen sich vollzogen hat. Von den 9 Tribus sind 3 rein boreal und boreal-subtropisch mit tropischen Vordringlingen, 2 rein austral-subtropisch mit tropischen Bergarealen, 4 Tribus allein sind gemischter Heimat. — 3. Nur wenige Gattungen aus den letzteren 4 Tribus sind zugleich nörd- lich und südlich vom Aequator, aber auch dann stets in besonderen Arten, hüben und drüben, verbreitet; sonst sind sämtliche Gattungen in ihrem Areal geschieden. — 4. Die wenigen Gattungen mit auffallend zerstreutem Areal (Lilocedrus, Callitris) deuten auf ein hohes geo- logisches Alter, mit welchem die fossilen Funde anderer, jetzt weit beschränkterer Gattungen übereinstimmen. — 5. Die kontinentalen Verschiedenheiten, welche bei den Palmen unausgesetzt ihr Recht behaupten, kommen bei den Coniferen erst sekundär in Betracht. Abgesehen von den im nordischen Florenreich über Europa, Asien und Nordamerika gemeinsam verbreiteten grossen Gattungen gibt es auch viele subtropische Gattungsgenossen oder Gattungsverwandte in beiden Hemisphären, zumal zwischen Ostasien und Kalifornien-Virginien, noch mehr aber zwischen Tasmanien, Neuseeland und dem westlichen Südamerika. — 6. Die Arten der Coniferen sind immer auf je ein Florenreich beschränkt, und es ist daher ihre klimatische Beschränkung, oder ihre organische Verände- rung unter anderen klimatischen Umständen, eine strenge. 3. Die Cupuliferen. Liebmann, Amerikas Egevegetation. Kopenhagen 1851. — Kotschy, Die Eichen Europas und des Orients. Andere Litteratur

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Zitationshilfe: Drude, Oscar: Handbuch der Pflanzengeographie. Stuttgart, 1890, S. 188. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/drude_pflanzengeographie_1890/218>, abgerufen am 18.07.2019.