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Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 1. Hildesheim, 1747.

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Das Gewässer der Sündfluth
Durch sein holdes Ueberfliessen,
Recht des Höchsten Gnade kund;
Die wir sonst mit träger Seelen,
Aus Gewohnheit nur erzählen.



Das
Gewässer der Sündfluth

ein Spiegel
göttlicher Gerechtigkeit.
[Abbildung] Welch ein Schrekkens voller Spiegel,
wird uns an der Vorderwelt,
Die in Sünd und Frevel stekte, von
dir HERR! noch vorgestellt!
Da wir die Gerechtigkeit in den Was-
sern bildend sehen,
Die mit ihrer strengen Fluth, über alle Berge ge-
hen;
Schenk uns deines Geistes Flammen, da der kalte
Trieb erwacht,
Deinen Pfad in grossen Wassern, deines Eifers
strenge Macht
An der Sündfluth zu beschaun, die der Lüste Gluth
gekühlet,
Und der Laster stinkend Schlam, von der Erde ab-
gespület.
O!

Das Gewaͤſſer der Suͤndfluth
Durch ſein holdes Ueberflieſſen,
Recht des Hoͤchſten Gnade kund;
Die wir ſonſt mit traͤger Seelen,
Aus Gewohnheit nur erzaͤhlen.



Das
Gewaͤſſer der Suͤndfluth

ein Spiegel
goͤttlicher Gerechtigkeit.
[Abbildung] Welch ein Schrekkens voller Spiegel,
wird uns an der Vorderwelt,
Die in Suͤnd und Frevel ſtekte, von
dir HERR! noch vorgeſtellt!
Da wir die Gerechtigkeit in den Waſ-
ſern bildend ſehen,
Die mit ihrer ſtrengen Fluth, uͤber alle Berge ge-
hen;
Schenk uns deines Geiſtes Flammen, da der kalte
Trieb erwacht,
Deinen Pfad in groſſen Waſſern, deines Eifers
ſtrenge Macht
An der Suͤndfluth zu beſchaun, die der Luͤſte Gluth
gekuͤhlet,
Und der Laſter ſtinkend Schlam, von der Erde ab-
geſpuͤlet.
O!
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[236/0252] Das Gewaͤſſer der Suͤndfluth Durch ſein holdes Ueberflieſſen, Recht des Hoͤchſten Gnade kund; Die wir ſonſt mit traͤger Seelen, Aus Gewohnheit nur erzaͤhlen. Das Gewaͤſſer der Suͤndfluth ein Spiegel goͤttlicher Gerechtigkeit. [Abbildung] Welch ein Schrekkens voller Spiegel, wird uns an der Vorderwelt, Die in Suͤnd und Frevel ſtekte, von dir HERR! noch vorgeſtellt! Da wir die Gerechtigkeit in den Waſ- ſern bildend ſehen, Die mit ihrer ſtrengen Fluth, uͤber alle Berge ge- hen; Schenk uns deines Geiſtes Flammen, da der kalte Trieb erwacht, Deinen Pfad in groſſen Waſſern, deines Eifers ſtrenge Macht An der Suͤndfluth zu beſchaun, die der Luͤſte Gluth gekuͤhlet, Und der Laſter ſtinkend Schlam, von der Erde ab- geſpuͤlet. O!

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Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 1. Hildesheim, 1747, S. 236. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen01_1747/252>, abgerufen am 03.08.2020.