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Eckarth, Gotthülff Traugott: Chronica, oder: historische Beschreibung des Dorffes Bertzdorff, eine halbe Meile von Zittau in der Ober-Lausitz gelegen. Herwigsdorff, 1749.

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mich nicht, HErr, mein GOtt, sey nicht ferne von mir; Eile mir beyzustehen, HErr, meine Hülffe.

Gottfried Goldbergs und seiner ersten Ehe-Frauen Epitaphium.

Leser! Hier findest du das Andencken Herrn Gottfried Goldbergs, S. M. Kirch- und Gerichts-S. allhier, den GOtt 1695. den 14. Decembr. zu Olbersdorff von Andreas Goldbergen, Bauern und Gerichts-Aeltesten, und Fr. Helena, geb. Rudolphin, auf diese Welt bracht. 1713. war er zu Olbersdorff Schulmeister, wo er 6. Jahr gewesen, und 1719. den 14. Jul. kam er hierher, stund seinem Amte 27. Jahr und 12. Tage wohl vor. 1715. führte ihn der HErr das erste mahl in die Ehe, mit Jgfr. Dorothea Güntherin, mit der er 23. Jahr gelebt, und 2. Söhne und 4. Töchter gezeuget; Ihr Verlust nöthigte ihn, nach einen 3. jährigen Wittwer-Stande, das andere mahl 1740. den 30. May mit Jgfr. Maria Rosina, geb. Burckhardtin, die Ehe einzugehen, die in Vergnügen bey ihm gelebt 5 Jahr, 17 Tage, und demselben 2 Söhne zur Welt gebracht; nachdem er seinem Amte treulich vorgestanden biß an das seelige Ende 1746. den 16 Jun. Hat also sein Alter gebracht auf 51. Jahr, 6. Monath und 2. Tage. Der Text. 1 Tim. 1 v. 15. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort etc.

Sterblicher Leser! Hast du diesen Stein einmahl vor Augen, so bleibe und verneure das Andencken Fr. Dorotheen Goldbergin, geb. Güntherin. Sie fand ihr Bleiben im Lande der Lebendigen auf Erden zu Olbersdorff den 19 Jul. 1693. Sie blieb seit dem 11. Martii 1715. in drey und zwanzig jährigen Hauswirthschafft bey dem ehelichen Umgange mit Herrn Gottfried Goldbergen, Schulmeistern, Kirch- und Gerichts-Schreibern allhier, unter den Seegen 6. lebendiger Kinder, als 2 Söhne und 4 Töchter. Sie erfuhr, daß wir hier keine bleibende Stätte haben, und beschloß am 3 April 1738. ihre Wallfarth von 44 Jahren, 8 Monath, 2 Wochen, einen Tag. Ihr Gebeine bleiben kurze Zeit im Tode, ihr Geist bleibet da, wo wir GOtt ewig für den

mich nicht, HErr, mein GOtt, sey nicht ferne von mir; Eile mir beyzustehen, HErr, meine Hülffe.

Gottfried Goldbergs und seiner ersten Ehe-Frauen Epitaphium.

Leser! Hier findest du das Andencken Herrn Gottfried Goldbergs, S. M. Kirch- und Gerichts-S. allhier, den GOtt 1695. den 14. Decembr. zu Olbersdorff von Andreas Goldbergen, Bauern und Gerichts-Aeltesten, und Fr. Helena, geb. Rudolphin, auf diese Welt bracht. 1713. war er zu Olbersdorff Schulmeister, wo er 6. Jahr gewesen, und 1719. den 14. Jul. kam er hierher, stund seinem Amte 27. Jahr und 12. Tage wohl vor. 1715. führte ihn der HErr das erste mahl in die Ehe, mit Jgfr. Dorothea Güntherin, mit der er 23. Jahr gelebt, und 2. Söhne und 4. Töchter gezeuget; Ihr Verlust nöthigte ihn, nach einen 3. jährigen Wittwer-Stande, das andere mahl 1740. den 30. May mit Jgfr. Maria Rosina, geb. Burckhardtin, die Ehe einzugehen, die in Vergnügen bey ihm gelebt 5 Jahr, 17 Tage, und demselben 2 Söhne zur Welt gebracht; nachdem er seinem Amte treulich vorgestanden biß an das seelige Ende 1746. den 16 Jun. Hat also sein Alter gebracht auf 51. Jahr, 6. Monath und 2. Tage. Der Text. 1 Tim. 1 v. 15. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort etc.

Sterblicher Leser! Hast du diesen Stein einmahl vor Augen, so bleibe und verneure das Andencken Fr. Dorotheen Goldbergin, geb. Güntherin. Sie fand ihr Bleiben im Lande der Lebendigen auf Erden zu Olbersdorff den 19 Jul. 1693. Sie blieb seit dem 11. Martii 1715. in drey und zwanzig jährigen Hauswirthschafft bey dem ehelichen Umgange mit Herrn Gottfried Goldbergen, Schulmeistern, Kirch- und Gerichts-Schreibern allhier, unter den Seegen 6. lebendiger Kinder, als 2 Söhne und 4 Töchter. Sie erfuhr, daß wir hier keine bleibende Stätte haben, und beschloß am 3 April 1738. ihre Wallfarth von 44 Jahren, 8 Monath, 2 Wochen, einen Tag. Ihr Gebeine bleiben kurze Zeit im Tode, ihr Geist bleibet da, wo wir GOtt ewig für den

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[16/0016] mich nicht, HErr, mein GOtt, sey nicht ferne von mir; Eile mir beyzustehen, HErr, meine Hülffe. Gottfried Goldbergs und seiner ersten Ehe-Frauen Epitaphium. Leser! Hier findest du das Andencken Herrn Gottfried Goldbergs, S. M. Kirch- und Gerichts-S. allhier, den GOtt 1695. den 14. Decembr. zu Olbersdorff von Andreas Goldbergen, Bauern und Gerichts-Aeltesten, und Fr. Helena, geb. Rudolphin, auf diese Welt bracht. 1713. war er zu Olbersdorff Schulmeister, wo er 6. Jahr gewesen, und 1719. den 14. Jul. kam er hierher, stund seinem Amte 27. Jahr und 12. Tage wohl vor. 1715. führte ihn der HErr das erste mahl in die Ehe, mit Jgfr. Dorothea Güntherin, mit der er 23. Jahr gelebt, und 2. Söhne und 4. Töchter gezeuget; Ihr Verlust nöthigte ihn, nach einen 3. jährigen Wittwer-Stande, das andere mahl 1740. den 30. May mit Jgfr. Maria Rosina, geb. Burckhardtin, die Ehe einzugehen, die in Vergnügen bey ihm gelebt 5 Jahr, 17 Tage, und demselben 2 Söhne zur Welt gebracht; nachdem er seinem Amte treulich vorgestanden biß an das seelige Ende 1746. den 16 Jun. Hat also sein Alter gebracht auf 51. Jahr, 6. Monath und 2. Tage. Der Text. 1 Tim. 1 v. 15. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort etc. Sterblicher Leser! Hast du diesen Stein einmahl vor Augen, so bleibe und verneure das Andencken Fr. Dorotheen Goldbergin, geb. Güntherin. Sie fand ihr Bleiben im Lande der Lebendigen auf Erden zu Olbersdorff den 19 Jul. 1693. Sie blieb seit dem 11. Martii 1715. in drey und zwanzig jährigen Hauswirthschafft bey dem ehelichen Umgange mit Herrn Gottfried Goldbergen, Schulmeistern, Kirch- und Gerichts-Schreibern allhier, unter den Seegen 6. lebendiger Kinder, als 2 Söhne und 4 Töchter. Sie erfuhr, daß wir hier keine bleibende Stätte haben, und beschloß am 3 April 1738. ihre Wallfarth von 44 Jahren, 8 Monath, 2 Wochen, einen Tag. Ihr Gebeine bleiben kurze Zeit im Tode, ihr Geist bleibet da, wo wir GOtt ewig für den

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Zitationshilfe: Eckarth, Gotthülff Traugott: Chronica, oder: historische Beschreibung des Dorffes Bertzdorff, eine halbe Meile von Zittau in der Ober-Lausitz gelegen. Herwigsdorff, 1749, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/eckarth_bertzdorff_1749/16>, abgerufen am 20.01.2021.