Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. 2. Leipzig, 1836.

Bild:
<< vorherige Seite

Ich wiederhole daher, daß ich dafür bin, diese
Briefe, ohne Zerstückelung, ganz so zu geben wie sie
sind, und zwar um so mehr, als sie in der Welt in
solcher Gestalt verbreitet existiren, und man sicher darauf
rechnen kann, daß die Personen, die sie erhalten, sie
einst ganz so werden drucken lassen, wie sie geschrieben
worden.

§. 2.

Fänden sich jedoch Briefe, deren unzerstückte Publi¬
cation bedenklich wäre, die aber im Einzelnen gute
Sachen enthielten, so ließe man diese Stellen ausschrei¬
ben, und vertheilte sie entweder in das Jahr, wohin sie
gehören, oder machte auch daraus nach Gutbefinden
eine besondere Sammlung.

§. 3.

Es könnte der Fall vorkommen, daß ein Brief uns
in dem ersten Hefte, wo wir ihm begegnen, von keiner
sonderlichen Bedeutung erschiene und wir also nicht für
seine Mittheilung gestimmt wären. Fände sich nun aber
in den späteren Jahrgängen, daß ein solcher Brief Folge
gehabt, und also als Anfangsglied einer ferneren Kette
zu betrachten wäre, so würde er durch diesen Umstand
bedeutend werden und unter die Mitzutheilenden aufzu¬
nehmen seyn.

§. 4.

Man könnte zweifeln, ob es besser sey, die Briefe
nach den Personen zusammen zu stellen, an die sie

Ich wiederhole daher, daß ich dafuͤr bin, dieſe
Briefe, ohne Zerſtuͤckelung, ganz ſo zu geben wie ſie
ſind, und zwar um ſo mehr, als ſie in der Welt in
ſolcher Geſtalt verbreitet exiſtiren, und man ſicher darauf
rechnen kann, daß die Perſonen, die ſie erhalten, ſie
einſt ganz ſo werden drucken laſſen, wie ſie geſchrieben
worden.

§. 2.

Faͤnden ſich jedoch Briefe, deren unzerſtuͤckte Publi¬
cation bedenklich waͤre, die aber im Einzelnen gute
Sachen enthielten, ſo ließe man dieſe Stellen ausſchrei¬
ben, und vertheilte ſie entweder in das Jahr, wohin ſie
gehoͤren, oder machte auch daraus nach Gutbefinden
eine beſondere Sammlung.

§. 3.

Es koͤnnte der Fall vorkommen, daß ein Brief uns
in dem erſten Hefte, wo wir ihm begegnen, von keiner
ſonderlichen Bedeutung erſchiene und wir alſo nicht fuͤr
ſeine Mittheilung geſtimmt waͤren. Faͤnde ſich nun aber
in den ſpaͤteren Jahrgaͤngen, daß ein ſolcher Brief Folge
gehabt, und alſo als Anfangsglied einer ferneren Kette
zu betrachten waͤre, ſo wuͤrde er durch dieſen Umſtand
bedeutend werden und unter die Mitzutheilenden aufzu¬
nehmen ſeyn.

§. 4.

Man koͤnnte zweifeln, ob es beſſer ſey, die Briefe
nach den Perſonen zuſammen zu ſtellen, an die ſie

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="3">
        <div n="4">
          <div n="5">
            <pb facs="#f0265" n="255"/>
            <p>Ich wiederhole daher, daß ich dafu&#x0364;r bin, die&#x017F;e<lb/>
Briefe, ohne Zer&#x017F;tu&#x0364;ckelung, ganz &#x017F;o zu geben wie &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ind, und zwar um &#x017F;o mehr, als &#x017F;ie in der Welt in<lb/>
&#x017F;olcher Ge&#x017F;talt verbreitet exi&#x017F;tiren, und man &#x017F;icher darauf<lb/>
rechnen kann, daß die Per&#x017F;onen, die &#x017F;ie erhalten, &#x017F;ie<lb/>
ein&#x017F;t ganz &#x017F;o werden drucken la&#x017F;&#x017F;en, wie &#x017F;ie ge&#x017F;chrieben<lb/>
worden.</p><lb/>
          </div>
          <div n="5">
            <head>§. 2.<lb/></head>
            <p>Fa&#x0364;nden &#x017F;ich jedoch Briefe, deren unzer&#x017F;tu&#x0364;ckte Publi¬<lb/>
cation bedenklich wa&#x0364;re, die aber im Einzelnen gute<lb/>
Sachen enthielten, &#x017F;o ließe man die&#x017F;e Stellen aus&#x017F;chrei¬<lb/>
ben, und vertheilte &#x017F;ie entweder in das Jahr, wohin &#x017F;ie<lb/>
geho&#x0364;ren, oder machte auch daraus nach Gutbefinden<lb/>
eine be&#x017F;ondere Sammlung.</p><lb/>
          </div>
          <div n="5">
            <head>§. 3.<lb/></head>
            <p>Es ko&#x0364;nnte der Fall vorkommen, daß ein Brief uns<lb/>
in dem er&#x017F;ten Hefte, wo wir ihm begegnen, von keiner<lb/>
&#x017F;onderlichen Bedeutung er&#x017F;chiene und wir al&#x017F;o nicht fu&#x0364;r<lb/>
&#x017F;eine Mittheilung ge&#x017F;timmt wa&#x0364;ren. Fa&#x0364;nde &#x017F;ich nun aber<lb/>
in den &#x017F;pa&#x0364;teren Jahrga&#x0364;ngen, daß ein &#x017F;olcher Brief Folge<lb/>
gehabt, und al&#x017F;o als Anfangsglied einer ferneren Kette<lb/>
zu betrachten wa&#x0364;re, &#x017F;o wu&#x0364;rde er durch die&#x017F;en Um&#x017F;tand<lb/>
bedeutend werden und unter die Mitzutheilenden aufzu¬<lb/>
nehmen &#x017F;eyn.</p><lb/>
          </div>
          <div n="5">
            <head>§. 4.<lb/></head>
            <p>Man ko&#x0364;nnte zweifeln, ob es be&#x017F;&#x017F;er &#x017F;ey, die Briefe<lb/>
nach den <hi rendition="#g">Per&#x017F;onen</hi> zu&#x017F;ammen zu &#x017F;tellen, an die &#x017F;ie<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[255/0265] Ich wiederhole daher, daß ich dafuͤr bin, dieſe Briefe, ohne Zerſtuͤckelung, ganz ſo zu geben wie ſie ſind, und zwar um ſo mehr, als ſie in der Welt in ſolcher Geſtalt verbreitet exiſtiren, und man ſicher darauf rechnen kann, daß die Perſonen, die ſie erhalten, ſie einſt ganz ſo werden drucken laſſen, wie ſie geſchrieben worden. §. 2. Faͤnden ſich jedoch Briefe, deren unzerſtuͤckte Publi¬ cation bedenklich waͤre, die aber im Einzelnen gute Sachen enthielten, ſo ließe man dieſe Stellen ausſchrei¬ ben, und vertheilte ſie entweder in das Jahr, wohin ſie gehoͤren, oder machte auch daraus nach Gutbefinden eine beſondere Sammlung. §. 3. Es koͤnnte der Fall vorkommen, daß ein Brief uns in dem erſten Hefte, wo wir ihm begegnen, von keiner ſonderlichen Bedeutung erſchiene und wir alſo nicht fuͤr ſeine Mittheilung geſtimmt waͤren. Faͤnde ſich nun aber in den ſpaͤteren Jahrgaͤngen, daß ein ſolcher Brief Folge gehabt, und alſo als Anfangsglied einer ferneren Kette zu betrachten waͤre, ſo wuͤrde er durch dieſen Umſtand bedeutend werden und unter die Mitzutheilenden aufzu¬ nehmen ſeyn. §. 4. Man koͤnnte zweifeln, ob es beſſer ſey, die Briefe nach den Perſonen zuſammen zu ſtellen, an die ſie

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836/265
Zitationshilfe: Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. 2. Leipzig, 1836, S. 255. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836/265>, abgerufen am 21.03.2019.