Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. 2. Leipzig, 1836.

Bild:
<< vorherige Seite

geschrieben worden; oder sie, nach den verschiedenen
Jahren, bunt durch einander fortlaufen zu lassen.

Ich bin für dieses Letztere, zunächst, weil es eine
schöne immer wieder anfrischende Abwechselung gewähren
würde, indem, einer anderen Person gegenüber, nicht
allein immer ein anders nüancirter Ton des Vortrages
eintritt, sondern auch stets andere Sachen zur Sprache
gebracht werden, so daß denn Theater, poetische Arbei¬
ten, Naturstudien, Familienangelegenheiten, Bezüge zu
höchsten Personen, freundschaftliche Verhältnisse u. s. w.
sich abwechselnd darstellen.

Sodann aber bin ich für eine gemischte Herausgabe
nach Jahren auch aus dem Grunde, weil die Briefe
eines Jahres, durch die Berührung dessen was gleich¬
zeitig lebte und wirkte, nicht allein den Character des
Jahres tragen, sondern auch die Zustände und Beschäf¬
tigungen der schreibenden Person nach allen Seiten und
Richtungen hin zur Sprache bringen, so daß denn solche
Jahres-Briefe ganz geeignet seyn möchten, die bereits
gedruckte summarische Biographie der Tag- und Jahres-
Hefte mit dem frischen Detail des Augenblicks zu er¬
gänzen.

§. 5.

Briefe, die andere Personen bereits haben drucken
lassen, indem sie vielleicht eine Anerkennung ihrer Ver¬
dienste, oder sonst ein Lob und eine Merkwürdigkeit ent¬
halten, soll man in dieser Sammlung noch einmal brin¬

geſchrieben worden; oder ſie, nach den verſchiedenen
Jahren, bunt durch einander fortlaufen zu laſſen.

Ich bin fuͤr dieſes Letztere, zunaͤchſt, weil es eine
ſchoͤne immer wieder anfriſchende Abwechſelung gewaͤhren
wuͤrde, indem, einer anderen Perſon gegenuͤber, nicht
allein immer ein anders nuͤancirter Ton des Vortrages
eintritt, ſondern auch ſtets andere Sachen zur Sprache
gebracht werden, ſo daß denn Theater, poetiſche Arbei¬
ten, Naturſtudien, Familienangelegenheiten, Bezuͤge zu
hoͤchſten Perſonen, freundſchaftliche Verhaͤltniſſe u. ſ. w.
ſich abwechſelnd darſtellen.

Sodann aber bin ich fuͤr eine gemiſchte Herausgabe
nach Jahren auch aus dem Grunde, weil die Briefe
eines Jahres, durch die Beruͤhrung deſſen was gleich¬
zeitig lebte und wirkte, nicht allein den Character des
Jahres tragen, ſondern auch die Zuſtaͤnde und Beſchaͤf¬
tigungen der ſchreibenden Perſon nach allen Seiten und
Richtungen hin zur Sprache bringen, ſo daß denn ſolche
Jahres-Briefe ganz geeignet ſeyn moͤchten, die bereits
gedruckte ſummariſche Biographie der Tag- und Jahres-
Hefte mit dem friſchen Detail des Augenblicks zu er¬
gaͤnzen.

§. 5.

Briefe, die andere Perſonen bereits haben drucken
laſſen, indem ſie vielleicht eine Anerkennung ihrer Ver¬
dienſte, oder ſonſt ein Lob und eine Merkwuͤrdigkeit ent¬
halten, ſoll man in dieſer Sammlung noch einmal brin¬

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="3">
        <div n="4">
          <div n="5">
            <p><pb facs="#f0266" n="256"/>
ge&#x017F;chrieben worden; oder &#x017F;ie, nach den ver&#x017F;chiedenen<lb/><hi rendition="#g">Jahren</hi>, bunt durch einander fortlaufen zu la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            <p>Ich bin fu&#x0364;r die&#x017F;es Letztere, zuna&#x0364;ch&#x017F;t, weil es eine<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;ne immer wieder anfri&#x017F;chende Abwech&#x017F;elung gewa&#x0364;hren<lb/>
wu&#x0364;rde, indem, einer anderen Per&#x017F;on gegenu&#x0364;ber, nicht<lb/>
allein immer ein anders nu&#x0364;ancirter Ton des Vortrages<lb/>
eintritt, &#x017F;ondern auch &#x017F;tets andere <hi rendition="#g">Sachen</hi> zur Sprache<lb/>
gebracht werden, &#x017F;o daß denn Theater, poeti&#x017F;che Arbei¬<lb/>
ten, Natur&#x017F;tudien, Familienangelegenheiten, Bezu&#x0364;ge zu<lb/>
ho&#x0364;ch&#x017F;ten Per&#x017F;onen, freund&#x017F;chaftliche Verha&#x0364;ltni&#x017F;&#x017F;e u. &#x017F;. w.<lb/>
&#x017F;ich abwech&#x017F;elnd dar&#x017F;tellen.</p><lb/>
            <p>Sodann aber bin ich fu&#x0364;r eine gemi&#x017F;chte Herausgabe<lb/>
nach <hi rendition="#g">Jahren</hi> auch aus dem Grunde, weil die Briefe<lb/>
eines Jahres, durch die Beru&#x0364;hrung de&#x017F;&#x017F;en was gleich¬<lb/>
zeitig lebte und wirkte, nicht allein den Character des<lb/>
Jahres tragen, &#x017F;ondern auch die Zu&#x017F;ta&#x0364;nde und Be&#x017F;cha&#x0364;<lb/>
tigungen der &#x017F;chreibenden Per&#x017F;on nach allen Seiten und<lb/>
Richtungen hin zur Sprache bringen, &#x017F;o daß denn &#x017F;olche<lb/>
Jahres-Briefe ganz geeignet &#x017F;eyn mo&#x0364;chten, die bereits<lb/>
gedruckte &#x017F;ummari&#x017F;che Biographie der Tag- und Jahres-<lb/>
Hefte mit dem fri&#x017F;chen Detail des Augenblicks zu er¬<lb/>
ga&#x0364;nzen.</p><lb/>
          </div>
          <div n="5">
            <head>§. 5.<lb/></head>
            <p>Briefe, die andere Per&#x017F;onen bereits haben drucken<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en, indem &#x017F;ie vielleicht eine Anerkennung ihrer Ver¬<lb/>
dien&#x017F;te, oder &#x017F;on&#x017F;t ein Lob und eine Merkwu&#x0364;rdigkeit ent¬<lb/>
halten, &#x017F;oll man in die&#x017F;er Sammlung noch einmal brin¬<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[256/0266] geſchrieben worden; oder ſie, nach den verſchiedenen Jahren, bunt durch einander fortlaufen zu laſſen. Ich bin fuͤr dieſes Letztere, zunaͤchſt, weil es eine ſchoͤne immer wieder anfriſchende Abwechſelung gewaͤhren wuͤrde, indem, einer anderen Perſon gegenuͤber, nicht allein immer ein anders nuͤancirter Ton des Vortrages eintritt, ſondern auch ſtets andere Sachen zur Sprache gebracht werden, ſo daß denn Theater, poetiſche Arbei¬ ten, Naturſtudien, Familienangelegenheiten, Bezuͤge zu hoͤchſten Perſonen, freundſchaftliche Verhaͤltniſſe u. ſ. w. ſich abwechſelnd darſtellen. Sodann aber bin ich fuͤr eine gemiſchte Herausgabe nach Jahren auch aus dem Grunde, weil die Briefe eines Jahres, durch die Beruͤhrung deſſen was gleich¬ zeitig lebte und wirkte, nicht allein den Character des Jahres tragen, ſondern auch die Zuſtaͤnde und Beſchaͤf¬ tigungen der ſchreibenden Perſon nach allen Seiten und Richtungen hin zur Sprache bringen, ſo daß denn ſolche Jahres-Briefe ganz geeignet ſeyn moͤchten, die bereits gedruckte ſummariſche Biographie der Tag- und Jahres- Hefte mit dem friſchen Detail des Augenblicks zu er¬ gaͤnzen. §. 5. Briefe, die andere Perſonen bereits haben drucken laſſen, indem ſie vielleicht eine Anerkennung ihrer Ver¬ dienſte, oder ſonſt ein Lob und eine Merkwuͤrdigkeit ent¬ halten, ſoll man in dieſer Sammlung noch einmal brin¬

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836/266
Zitationshilfe: Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. 2. Leipzig, 1836, S. 256. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/eckermann_goethe02_1836/266>, abgerufen am 22.03.2019.