Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Egger, Augustin: Die christliche Mutter. Erbauungs- und Gebetbuch. - Einsiedeln u. a., [1914].

Bild:
<< vorherige Seite

lichkeit bilden eine Ergänzung der sitt-
lichen Erziehung, die nicht fehlen darf,
und für die Reputation und das Fort-
kommen von nicht geringer Bedeu-
tung ist.

Aber auch in diesem Punkte gehen
Welt und Christentum wieder aus-
einander. Höflich ist das Weltkind, und
der Heilige ist es auch. Aber für das
Weltkind - nicht alle Leute in der
Welt verdienen diesen Namen - ist
die Höflichkeit eine Larve, hinter welcher
sich die Falschheit verbirgt, während
bei dem Heiligen die Höflichkeit die
Schale bildet, in welche als Kern die
Tugend der Nächstenliebe eingeschlossen
ist. Seine Höflichkeit ist Wahrheit, ein
Ausdruck der wohlwollenden innern
Gesinnung. Wenn es mit der übrigen
Erziehung in guter Ordnung ist, so
wird die Erziehung zum richtigen An-
stand und zur rechten Höflichkeit keine
besonderen Schwierigkeiten bieten.

lichkeit bilden eine Ergänzung der sitt-
lichen Erziehung, die nicht fehlen darf,
und für die Reputation und das Fort-
kommen von nicht geringer Bedeu-
tung ist.

Aber auch in diesem Punkte gehen
Welt und Christentum wieder aus-
einander. Höflich ist das Weltkind, und
der Heilige ist es auch. Aber für das
Weltkind – nicht alle Leute in der
Welt verdienen diesen Namen – ist
die Höflichkeit eine Larve, hinter welcher
sich die Falschheit verbirgt, während
bei dem Heiligen die Höflichkeit die
Schale bildet, in welche als Kern die
Tugend der Nächstenliebe eingeschlossen
ist. Seine Höflichkeit ist Wahrheit, ein
Ausdruck der wohlwollenden innern
Gesinnung. Wenn es mit der übrigen
Erziehung in guter Ordnung ist, so
wird die Erziehung zum richtigen An-
stand und zur rechten Höflichkeit keine
besonderen Schwierigkeiten bieten.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div>
          <p><pb facs="#f0314" xml:id="E29_001_1914_pb0306_0001" n="306"/>
lichkeit bilden eine Ergänzung der sitt-<lb/>
lichen Erziehung, die nicht fehlen darf,<lb/>
und für die Reputation und das Fort-<lb/>
kommen von nicht geringer Bedeu-<lb/>
tung ist.</p>
          <p>Aber auch in diesem Punkte gehen<lb/>
Welt und Christentum wieder aus-<lb/>
einander. Höflich ist das Weltkind, und<lb/>
der Heilige ist es auch. Aber für das<lb/>
Weltkind &#x2013; nicht alle Leute in der<lb/>
Welt verdienen diesen Namen &#x2013; ist<lb/>
die Höflichkeit eine Larve, hinter welcher<lb/>
sich die Falschheit verbirgt, während<lb/>
bei dem Heiligen die Höflichkeit die<lb/>
Schale bildet, in welche als Kern die<lb/>
Tugend der Nächstenliebe eingeschlossen<lb/>
ist. Seine Höflichkeit ist Wahrheit, ein<lb/>
Ausdruck der wohlwollenden innern<lb/>
Gesinnung. Wenn es mit der übrigen<lb/>
Erziehung in guter Ordnung ist, so<lb/>
wird die Erziehung zum richtigen An-<lb/>
stand und zur rechten Höflichkeit keine<lb/>
besonderen Schwierigkeiten bieten.</p>
        </div>
        <div>
</div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[306/0314] lichkeit bilden eine Ergänzung der sitt- lichen Erziehung, die nicht fehlen darf, und für die Reputation und das Fort- kommen von nicht geringer Bedeu- tung ist. Aber auch in diesem Punkte gehen Welt und Christentum wieder aus- einander. Höflich ist das Weltkind, und der Heilige ist es auch. Aber für das Weltkind – nicht alle Leute in der Welt verdienen diesen Namen – ist die Höflichkeit eine Larve, hinter welcher sich die Falschheit verbirgt, während bei dem Heiligen die Höflichkeit die Schale bildet, in welche als Kern die Tugend der Nächstenliebe eingeschlossen ist. Seine Höflichkeit ist Wahrheit, ein Ausdruck der wohlwollenden innern Gesinnung. Wenn es mit der übrigen Erziehung in guter Ordnung ist, so wird die Erziehung zum richtigen An- stand und zur rechten Höflichkeit keine besonderen Schwierigkeiten bieten.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/egger_mutter_1914
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/egger_mutter_1914/314
Zitationshilfe: Egger, Augustin: Die christliche Mutter. Erbauungs- und Gebetbuch. - Einsiedeln u. a., [1914], S. 306. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/egger_mutter_1914/314>, abgerufen am 22.03.2019.