Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 2. Ägypten, 1843-1844.

Bild:
<< vorherige Seite

am Abend die Gesundheit von Lepsius ausbringen helfen sollte, doch ward es mir sehr sauer; ich litt sogar am Nachmittag an Kopfschmerzen, die ich nur durch einige Parthien Schach mit Abeken vertrieb. Unser solennes Abendessen verlief recht vergnügt unter muntrem Gesang und Gläserklang. Gegen 10 Uhr zu Bett. Die Tage jetzt erstaunlich kalt, besonders Abend, Nacht und Morgen. - Lepsius und Abeken machten heut Besuch bei den 2 Paschas.

Sonntag den 24ten December 1843. Unser Weihnachtsfest ward vorbereitet. Eine niedrige Palme ward geköpft und im Eßzelte um den Mittelpfosten gebunden, darum die Tische befestigt. Zuckerwerk ward im Dorf aufgefunden und gekauft, Schokolade zu Bonbons zerschnitten, Wachslichter gezogen; Jeder machte 7-8 Verse, die auf die Papiere der Bonbons geschrieben wurden, und die dann den Baum ausschmücken halfen. Lepsius und ich übernahmen am Nachmittag dieses Geschäft. Guirlanden, Netze und Düthen wurden verfertigt, ich schnitt jeden der Gesellschaft in effigie aus und diese Gestalten wurden mit aufgereiht; unzählige Lichter wurden aufgesteckt und dann nach dem Abendessen die Geschichte angesteckt; es war ein rechter Glanz. Franke bereitete eine hübsche Überraschung durch Teller, worauf Kartoffeln und Datteln lagen; Erstere gespickt mit Zigarren und einer Lichterkrone. Nach der Freude des Baumes gings an das Ziehen der Bonbons und Lesen der Verse, was Lepsius that und allgemein viel Spaß machte; im Ganzen waren 56 Bonbons mit denen unsrer 2 christlichen Diener. So verlief das Fest sehr heiter und fröhlich; nach 10 Uhr zu Bett. -

Montag den 25ten December 1843. Morgens um 1/2 8 Uhr etwa 7° Wärme. - Die Wölfe haben diese Nacht wieder unser Lager besucht und 2 Hammel zerrissen, die wir mit herausgerissenen Eingeweiden in der nahen Vertiefung finden. - Heut Vormittag haben wir Besuch vom Keimakam, der auf den Nachmittag nach dem Asser den Besuch des Paschas anmeldet. Dann Gottesdienst, Schokolade, Mittagessen. Ich habe heut Kopfweh und bin nicht ganz auf dem Strumpf. Während des Paschas Besuchs lege ich mich auf Jussufs Lager und schlafe dort. So vergeht der Nachmittag. Am Abend Putenbraten, Eingemachtes, Reisspeise und Wein mit Gesang, aber nicht so munter und lebendig als an Lepsius Geburtstag. In der Nacht stehen Ernst, Franke auf dem Anstand bei den 2 gefallenen Schaafen; der erste Schuß fiel wahrscheinlich auf einen Hund, der sich aber davon machte, der 2te auf einen Wolf, der aber auch erst von den Landleuten am andern Morgen gefunden ward. Die beiden Pascha's heißen Mustafa und Ferhad.

Dienstag den 26ten December 1843. Heut Vormittag Durchlesen meiner alten Briefe, dann Scheibenschießen mit Abeken's Büchse. Nach Tisch Zeitungslesen und Schach mit Abeken. Letzterer fährt am Abend in seiner Erzählung fort und dann spiele ich noch Schach mit Lepsius. Franke ist am Abend wieder auf dem Anstand und erlegt eine stattliche Hyäne, wobei er Lepsius Flinte zerschlägt. Das [weckt] uns noch einmal aus dem Bette. Ich schlaf die Nacht, so gestört, nicht besonders. - Der Tag war nicht so kalt wie bisher, weil kein Wind ging; der Himmel war aber viel mit Wolken bedeckt. Ibrahim Aga sowie die Kameele lassen noch nichts von sich hören und sehen.

am Abend die Gesundheit von Lepsius ausbringen helfen sollte, doch ward es mir sehr sauer; ich litt sogar am Nachmittag an Kopfschmerzen, die ich nur durch einige Parthien Schach mit Abeken vertrieb. Unser solennes Abendessen verlief recht vergnügt unter muntrem Gesang und Gläserklang. Gegen 10 Uhr zu Bett. Die Tage jetzt erstaunlich kalt, besonders Abend, Nacht und Morgen. - Lepsius und Abeken machten heut Besuch bei den 2 Paschas.

Sonntag den 24ten December 1843. Unser Weihnachtsfest ward vorbereitet. Eine niedrige Palme ward geköpft und im Eßzelte um den Mittelpfosten gebunden, darum die Tische befestigt. Zuckerwerk ward im Dorf aufgefunden und gekauft, Schokolade zu Bonbons zerschnitten, Wachslichter gezogen; Jeder machte 7-8 Verse, die auf die Papiere der Bonbons geschrieben wurden, und die dann den Baum ausschmücken halfen. Lepsius und ich übernahmen am Nachmittag dieses Geschäft. Guirlanden, Netze und Düthen wurden verfertigt, ich schnitt jeden der Gesellschaft in effigie aus und diese Gestalten wurden mit aufgereiht; unzählige Lichter wurden aufgesteckt und dann nach dem Abendessen die Geschichte angesteckt; es war ein rechter Glanz. Franke bereitete eine hübsche Überraschung durch Teller, worauf Kartoffeln und Datteln lagen; Erstere gespickt mit Zigarren und einer Lichterkrone. Nach der Freude des Baumes gings an das Ziehen der Bonbons und Lesen der Verse, was Lepsius that und allgemein viel Spaß machte; im Ganzen waren 56 Bonbons mit denen unsrer 2 christlichen Diener. So verlief das Fest sehr heiter und fröhlich; nach 10 Uhr zu Bett. -

Montag den 25ten December 1843. Morgens um ½ 8 Uhr etwa 7° Wärme. - Die Wölfe haben diese Nacht wieder unser Lager besucht und 2 Hammel zerrissen, die wir mit herausgerissenen Eingeweiden in der nahen Vertiefung finden. - Heut Vormittag haben wir Besuch vom Keimakam, der auf den Nachmittag nach dem Asser den Besuch des Paschas anmeldet. Dann Gottesdienst, Schokolade, Mittagessen. Ich habe heut Kopfweh und bin nicht ganz auf dem Strumpf. Während des Paschas Besuchs lege ich mich auf Jussufs Lager und schlafe dort. So vergeht der Nachmittag. Am Abend Putenbraten, Eingemachtes, Reisspeise und Wein mit Gesang, aber nicht so munter und lebendig als an Lepsius Geburtstag. In der Nacht stehen Ernst, Franke auf dem Anstand bei den 2 gefallenen Schaafen; der erste Schuß fiel wahrscheinlich auf einen Hund, der sich aber davon machte, der 2te auf einen Wolf, der aber auch erst von den Landleuten am andern Morgen gefunden ward. Die beiden Pascha’s heißen Mustafa und Ferhad.

Dienstag den 26ten December 1843. Heut Vormittag Durchlesen meiner alten Briefe, dann Scheibenschießen mit Abeken’s Büchse. Nach Tisch Zeitungslesen und Schach mit Abeken. Letzterer fährt am Abend in seiner Erzählung fort und dann spiele ich noch Schach mit Lepsius. Franke ist am Abend wieder auf dem Anstand und erlegt eine stattliche Hyäne, wobei er Lepsius Flinte zerschlägt. Das [weckt] uns noch einmal aus dem Bette. Ich schlaf die Nacht, so gestört, nicht besonders. - Der Tag war nicht so kalt wie bisher, weil kein Wind ging; der Himmel war aber viel mit Wolken bedeckt. Ibrahim Aga sowie die Kameele lassen noch nichts von sich hören und sehen.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0095" n="94"/>
am Abend die Gesundheit <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> ausbringen helfen sollte, doch ward es mir sehr sauer; ich litt sogar am <choice><abbr>Nachm</abbr><expan>Nachmittag</expan></choice> an Kopfschmerzen, die ich nur durch einige Parthien Schach mit <persName><choice><abbr>Ab</abbr><expan>Abeken</expan></choice></persName> vertrieb. Unser solennes Abendessen verlief recht vergnügt unter muntrem Gesang <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Gläserklang. Gegen 10 Uhr zu Bett. Die Tage jetzt erstaunlich kalt, besonders Abend, Nacht <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Morgen. - <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> <persName><choice><abbr>Ab</abbr><expan>Abeken</expan></choice></persName> machten heut Besuch bei den 2 Paschas.
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-12-24"><hi rendition="#u">Sonntag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 24ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1843</hi></date>. Unser Weihnachtsfest ward vorbereitet. Eine niedrige Palme ward geköpft <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> im Eßzelte um <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> Mittelpfosten gebunden, darum die Tische befestigt. Zuckerwerk ward im Dorf aufgefunden <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> gekauft, Schokolade zu Bonbons zerschnitten, Wachslichter gezogen; Jeder machte 7-8 Verse, die auf die Papiere der Bonbons geschrieben wurden, <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> die dann <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> Baum ausschmücken halfen. <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> ich übernahmen am <choice><abbr>Nach</abbr><expan>Nachmittag</expan></choice> dieses Geschäft. Guirlanden, Netze <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Düthen wurden verfertigt, ich schnitt jeden der <choice><abbr>Gesellsch</abbr><expan>Gesellschaft</expan></choice> in effigie aus <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> diese Gestalten wurden mit aufgereiht; unzählige Lichter wurden aufgesteckt <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> dann nach <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Abendessen die Geschichte angesteckt; es war <choice><abbr>e</abbr><expan>ein</expan></choice> rechter Glanz. <persName>Franke</persName> bereitete eine hübsche Überraschung durch Teller, worauf Kartoffeln <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Datteln lagen; Erstere gespickt mit Zigarren <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> einer Lichterkrone. Nach <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Freude des Baumes gings an das Ziehen der Bonbons <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Lesen der Verse, was <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> that <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> allgemein viel Spaß machte; im Ganzen waren 56 Bonbons  mit denen unsrer 2 <choice><abbr>christl</abbr><expan>christlichen</expan></choice> Diener. So verlief <choice><abbr>d</abbr><expan>das</expan></choice> Fest sehr heiter <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> fröhlich; nach 10 Uhr zu Bett. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-12-25"><hi rendition="#u">Montag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 25ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1843</hi></date>. Morgens um ½ 8 Uhr etwa 7° Wärme. - Die Wölfe haben diese Nacht wieder unser Lager besucht <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice>  2 Hammel zerrissen, die wir mit herausgerissenen Eingeweiden in der nahen Vertiefung finden. - Heut <choice><abbr>Vorm</abbr><expan>Vormittag</expan></choice> haben wir Besuch vom Keimakam, der auf <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> <choice><abbr>Nachm</abbr><expan>Nachmittag</expan></choice> nach <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Asser den Besuch des Paschas anmeldet. Dann Gottesdienst, Schokolade, Mittagessen. Ich habe heut Kopfweh <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> bin nicht ganz auf <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Strumpf. Während des Paschas Besuchs lege ich mich auf <persName>Jussuf</persName>s Lager <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> schlafe dort. So vergeht <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> <choice><abbr>Nachm</abbr><expan>Nachmittag</expan></choice>. Am Abend Putenbraten, Eingemachtes, Reisspeise <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Wein mit Gesang, aber nicht so munter <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> lebendig als an <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> Geburtstag. In <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Nacht stehen <persName>Ernst</persName>, <persName>Franke</persName> auf <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Anstand bei den 2 gefallenen Schaafen; der erste Schuß fiel <choice><abbr>wahrsch</abbr><expan>wahrscheinlich</expan></choice> auf <choice><abbr>e</abbr><expan>einen</expan></choice> Hund, der sich aber davon machte, der 2te auf einen Wolf, der aber auch erst <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> den Landleuten am andern Morgen gefunden ward. Die beiden Pascha&#x2019;s heißen <persName>Mustafa</persName> <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> <persName>Ferhad</persName>.
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-12-26"><hi rendition="#u">Dienstag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 26ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1843</hi></date>. Heut <choice><abbr>Vorm</abbr><expan>Vormittag</expan></choice> Durchlesen meiner alten Briefe, dann Scheibenschießen mit <persName><choice><abbr>Ab</abbr><expan>Abeken</expan></choice></persName>&#x2019;s Büchse. Nach Tisch Zeitungslesen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Schach mit <persName><choice><abbr>Ab</abbr><expan>Abeken</expan></choice></persName>. Letzterer fährt am Abend in <choice><abbr>s</abbr><expan>seiner</expan></choice> Erzählung fort <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> dann spiele ich noch Schach mit <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName>. <persName>Franke</persName> ist am Abend wieder auf <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Anstand <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> erlegt eine stattliche Hyäne, wobei er <persName>Lepsius</persName> Flinte zerschlägt. Das <supplied>weckt</supplied> uns noch einmal aus <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Bette. Ich schlaf <choice><abbr>d</abbr><expan>die</expan></choice> Nacht, so gestört, nicht besonders. - Der Tag war nicht so kalt wie bisher, weil kein Wind ging; der Himmel war aber viel mit Wolken bedeckt. <persName>Ibrahim Aga             </persName> sowie die Kameele lassen noch nichts von sich hören <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> sehen.
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[94/0095] am Abend die Gesundheit v Leps ausbringen helfen sollte, doch ward es mir sehr sauer; ich litt sogar am Nachm an Kopfschmerzen, die ich nur durch einige Parthien Schach mit Ab vertrieb. Unser solennes Abendessen verlief recht vergnügt unter muntrem Gesang d Gläserklang. Gegen 10 Uhr zu Bett. Die Tage jetzt erstaunlich kalt, besonders Abend, Nacht d Morgen. - Leps d Ab machten heut Besuch bei den 2 Paschas. Sonntag d 24ten Dec 1843. Unser Weihnachtsfest ward vorbereitet. Eine niedrige Palme ward geköpft d im Eßzelte um d Mittelpfosten gebunden, darum die Tische befestigt. Zuckerwerk ward im Dorf aufgefunden d gekauft, Schokolade zu Bonbons zerschnitten, Wachslichter gezogen; Jeder machte 7-8 Verse, die auf die Papiere der Bonbons geschrieben wurden, d die dann d Baum ausschmücken halfen. Leps d ich übernahmen am Nach dieses Geschäft. Guirlanden, Netze d Düthen wurden verfertigt, ich schnitt jeden der Gesellsch in effigie aus und diese Gestalten wurden mit aufgereiht; unzählige Lichter wurden aufgesteckt d dann nach d Abendessen die Geschichte angesteckt; es war e rechter Glanz. Franke bereitete eine hübsche Überraschung durch Teller, worauf Kartoffeln d Datteln lagen; Erstere gespickt mit Zigarren d einer Lichterkrone. Nach d Freude des Baumes gings an das Ziehen der Bonbons d Lesen der Verse, was Leps that d allgemein viel Spaß machte; im Ganzen waren 56 Bonbons mit denen unsrer 2 christl Diener. So verlief d Fest sehr heiter d fröhlich; nach 10 Uhr zu Bett. - Montag d 25ten Dec 1843. Morgens um ½ 8 Uhr etwa 7° Wärme. - Die Wölfe haben diese Nacht wieder unser Lager besucht d 2 Hammel zerrissen, die wir mit herausgerissenen Eingeweiden in der nahen Vertiefung finden. - Heut Vorm haben wir Besuch vom Keimakam, der auf d Nachm nach d Asser den Besuch des Paschas anmeldet. Dann Gottesdienst, Schokolade, Mittagessen. Ich habe heut Kopfweh d bin nicht ganz auf d Strumpf. Während des Paschas Besuchs lege ich mich auf Jussufs Lager und schlafe dort. So vergeht d Nachm. Am Abend Putenbraten, Eingemachtes, Reisspeise d Wein mit Gesang, aber nicht so munter d lebendig als an Leps Geburtstag. In d Nacht stehen Ernst, Franke auf d Anstand bei den 2 gefallenen Schaafen; der erste Schuß fiel wahrsch auf e Hund, der sich aber davon machte, der 2te auf einen Wolf, der aber auch erst v den Landleuten am andern Morgen gefunden ward. Die beiden Pascha’s heißen Mustafa d Ferhad. Dienstag d 26ten Dec 1843. Heut Vorm Durchlesen meiner alten Briefe, dann Scheibenschießen mit Ab’s Büchse. Nach Tisch Zeitungslesen d Schach mit Ab. Letzterer fährt am Abend in s Erzählung fort d dann spiele ich noch Schach mit Leps. Franke ist am Abend wieder auf d Anstand d erlegt eine stattliche Hyäne, wobei er Lepsius Flinte zerschlägt. Das weckt uns noch einmal aus d Bette. Ich schlaf d Nacht, so gestört, nicht besonders. - Der Tag war nicht so kalt wie bisher, weil kein Wind ging; der Himmel war aber viel mit Wolken bedeckt. Ibrahim Aga sowie die Kameele lassen noch nichts von sich hören d sehen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML. (2013-04-11T11:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus der Quelle entsprechen muss.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-04-11T11:54:31Z)
: Transkription des Originals. (2013-04-11T11:54:31Z)
Frederike Neuber: Konvertierung nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-04-11T11:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Zeilenumbrüche wurden nicht markiert.
  • Seitenumbrüche wurden beibehalten
  • Tilgungen und Einfügungen wurden nicht markiert.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843/95
Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 2. Ägypten, 1843-1844, S. 94. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843/95>, abgerufen am 20.02.2019.