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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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LXI haubtstück
§ 2486
von den
wilden obst-
bäumen,
widen, spiz-
ruten-
schneiden,

Wilde obst-bäume dürfen aus den wäldern
nicht gehauen werden; in betracht sie zur narung
des wildprets dinen. So mögen auch die widen,
spizruten und besen-reiser nicht nach gefallen ge-
schnidten werden.

§ 2487
der flöse,

Die besorgung der flösen, oder des darzu ge-
hörigen holzes laufet ebenfalls in des försters ob-
ligenheit.

§ 2488
den pech-
und kien-
rus-fängen,

Bei grosen tannen-wäldern ist auf die anzule-
genden kienrusfänge, pech- und kün-hütten, im-
gleichen das harzen, teer-sieden genau zu sehen.

§ 2489
wald- holz-
forst-gerich-
ten,

Zu den forst-sachen hat man wol besondere
wald- holz- forstgerichte. Bei disen und in forst-
angelegenheiten wird summarisch verfahren, Kur-
Mainzische wald- und forst-ordnung cap. XV.

§ 2490
von der
forst- bedin-
ten gerichts-
stand, den
anweise-ge-
büren.

Die forst-bedinten stehen unter dem forst-amte,
so vil iren dinst betrifft. Sie sollen über die ge-
sezte stamm-gelter, anweise-gebüren nichts nemen,
F. H. Darmstädtische forst-ordnung § 8, Stisser
cap. 4 abt. 2 § 13 s. 121.

Zwei und sechzigstes haubtstück
vom jagtregale.
§ 2491
was die jagt
bedeutet?
deren ein-
teilungen.

Die jagt bedeutet die gerechtigkeit, wilde thire
zu fahen. Sie ist entweder eine herrschaft-
liche jagt, oder sie stehet andern zu. In Sach-
sen teilet man selbige in die hohe, mittlere und

niedere.
LXI haubtſtuͤck
§ 2486
von den
wilden obſt-
baͤumen,
widen, ſpiz-
ruten-
ſchneiden,

Wilde obſt-baͤume duͤrfen aus den waͤldern
nicht gehauen werden; in betracht ſie zur narung
des wildprets dinen. So moͤgen auch die widen,
ſpizruten und beſen-reiſer nicht nach gefallen ge-
ſchnidten werden.

§ 2487
der floͤſe,

Die beſorgung der floͤſen, oder des darzu ge-
hoͤrigen holzes laufet ebenfalls in des foͤrſters ob-
ligenheit.

§ 2488
den pech-
und kien-
rus-faͤngen,

Bei groſen tannen-waͤldern iſt auf die anzule-
genden kienrusfaͤnge, pech- und kuͤn-huͤtten, im-
gleichen das harzen, teer-ſieden genau zu ſehen.

§ 2489
wald- holz-
forſt-gerich-
ten,

Zu den forſt-ſachen hat man wol beſondere
wald- holz- forſtgerichte. Bei diſen und in forſt-
angelegenheiten wird ſummariſch verfahren, Kur-
Mainziſche wald- und forſt-ordnung cap. XV.

§ 2490
von der
forſt- bedin-
ten gerichts-
ſtand, den
anweiſe-ge-
buͤren.

Die forſt-bedinten ſtehen unter dem forſt-amte,
ſo vil iren dinſt betrifft. Sie ſollen uͤber die ge-
ſezte ſtamm-gelter, anweiſe-gebuͤren nichts nemen,
F. H. Darmſtaͤdtiſche forſt-ordnung § 8, Stiſſer
cap. 4 abt. 2 § 13 ſ. 121.

Zwei und ſechzigſtes haubtſtuͤck
vom jagtregale.
§ 2491
was die jagt
bedeutet?
deren ein-
teilungen.

Die jagt bedeutet die gerechtigkeit, wilde thire
zu fahen. Sie iſt entweder eine herrſchaft-
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ſen teilet man ſelbige in die hohe, mittlere und

niedere.
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[992/1004] LXI haubtſtuͤck § 2486 Wilde obſt-baͤume duͤrfen aus den waͤldern nicht gehauen werden; in betracht ſie zur narung des wildprets dinen. So moͤgen auch die widen, ſpizruten und beſen-reiſer nicht nach gefallen ge- ſchnidten werden. § 2487 Die beſorgung der floͤſen, oder des darzu ge- hoͤrigen holzes laufet ebenfalls in des foͤrſters ob- ligenheit. § 2488 Bei groſen tannen-waͤldern iſt auf die anzule- genden kienrusfaͤnge, pech- und kuͤn-huͤtten, im- gleichen das harzen, teer-ſieden genau zu ſehen. § 2489 Zu den forſt-ſachen hat man wol beſondere wald- holz- forſtgerichte. Bei diſen und in forſt- angelegenheiten wird ſummariſch verfahren, Kur- Mainziſche wald- und forſt-ordnung cap. XV. § 2490 Die forſt-bedinten ſtehen unter dem forſt-amte, ſo vil iren dinſt betrifft. Sie ſollen uͤber die ge- ſezte ſtamm-gelter, anweiſe-gebuͤren nichts nemen, F. H. Darmſtaͤdtiſche forſt-ordnung § 8, Stiſſer cap. 4 abt. 2 § 13 ſ. 121. Zwei und ſechzigſtes haubtſtuͤck vom jagtregale. § 2491 Die jagt bedeutet die gerechtigkeit, wilde thire zu fahen. Sie iſt entweder eine herrſchaft- liche jagt, oder ſie ſtehet andern zu. In Sach- ſen teilet man ſelbige in die hohe, mittlere und niedere.

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 992. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1004>, abgerufen am 21.02.2019.