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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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LXII haubtstück
einen zaun machen, Hert in paroemiis iuris
German. lib. II
par. 17 s. 404. Heinrich Hil-
debrands
disp. de conseruatione ferarum no-
ciua,
§ 5, s. 9.

§ 2518
imgleichen:
wohin der
dib mit dem
strang etc.

Ferner erhellet die regalität der jagt daraus:
wohin der dib mit dem strange, dahin gehöret
auch der hirsch mit dem fange, das ist, weiln die
peinlichkeit mit der landeshoheit verknüpfet war;
so hilte man die jagt für ein stück der landeshoheit,
mithin hat diß der Hert am a. o. paroem. 16
s. 403 nicht recht gefasset. Man saget auch: so
weit ein strafgericht gehet, so weit gehet auch der
forst, Pistorius cent. 2 par. 51 s. 192 fg.

§ 2519
den bürgern
und bauern
stehet die
jagt nicht
zu.

Den bürgern und bauern war das jagen nicht
erlaubet, vilweniger den geistlichen, iedoch hat es
sich nach und nach damit vil geändert. Die freie
bürsch in Schwaben und nach den Angel-Säch-
sischen rechten gehöret zur ausname, und ist selbi-
ge aus den erteilten freiheitsbrifen, teils den ver-
trägen, teils der stillschweigenden zulassung der
kaiser, auch der landesoberkeit zweifels one abzu-
leiten, Stisser am a. o. cap. 6 § 16, Dreyer de
vsu genuino iuris Anglo-Saxon.
s. 204 num.
151, Gottfrid Daniel Hofmanns disp. de libe-
ra venatione speciatim Sueuo-Memmingensi,

Tüb. 1753, Stisser in der jagt- und forst-histori,
cap. I § 24 fg., und Heinrich Gottlib Franke
in der vorrede zu dises Stissers abhandelung s.
36 fgg., Mecklenburgische policeiordnung tit. von
jagen, s. 54.

§ 2520
von der
freien bürsch
in Schwa-
ben.

Disemnach genüssen in dem herzogtume Wir-
tenberg die städte und ämter Bachlingen, Rosen-
feld, Ebingen, St. Georgen, wegen Rotenzim-

mern,

LXII haubtſtuͤck
einen zaun machen, Hert in paroemiis iuris
German. lib. II
par. 17 ſ. 404. Heinrich Hil-
debrands
diſp. de conſeruatione ferarum no-
ciua,
§ 5, ſ. 9.

§ 2518
imgleichen:
wohin der
dib mit dem
ſtrang ꝛc.

Ferner erhellet die regalitaͤt der jagt daraus:
wohin der dib mit dem ſtrange, dahin gehoͤret
auch der hirſch mit dem fange, das iſt, weiln die
peinlichkeit mit der landeshoheit verknuͤpfet war;
ſo hilte man die jagt fuͤr ein ſtuͤck der landeshoheit,
mithin hat diß der Hert am a. o. paroem. 16
ſ. 403 nicht recht gefaſſet. Man ſaget auch: ſo
weit ein ſtrafgericht gehet, ſo weit gehet auch der
forſt, Piſtorius cent. 2 par. 51 ſ. 192 fg.

§ 2519
den buͤrgern
und bauern
ſtehet die
jagt nicht
zu.

Den buͤrgern und bauern war das jagen nicht
erlaubet, vilweniger den geiſtlichen, iedoch hat es
ſich nach und nach damit vil geaͤndert. Die freie
buͤrſch in Schwaben und nach den Angel-Saͤch-
ſiſchen rechten gehoͤret zur ausname, und iſt ſelbi-
ge aus den erteilten freiheitsbrifen, teils den ver-
traͤgen, teils der ſtillſchweigenden zulaſſung der
kaiſer, auch der landesoberkeit zweifels one abzu-
leiten, Stiſſer am a. o. cap. 6 § 16, Dreyer de
vſu genuino iuris Anglo-Saxon.
ſ. 204 num.
151, Gottfrid Daniel Hofmanns diſp. de libe-
ra venatione ſpeciatim Sueuo-Memmingenſi,

Tuͤb. 1753, Stiſſer in der jagt- und forſt-hiſtori,
cap. I § 24 fg., und Heinrich Gottlib Franke
in der vorrede zu diſes Stiſſers abhandelung ſ.
36 fgg., Mecklenburgiſche policeiordnung tit. von
jagen, ſ. 54.

§ 2520
von der
freien buͤꝛſch
in Schwa-
ben.

Diſemnach genuͤſſen in dem herzogtume Wir-
tenberg die ſtaͤdte und aͤmter Bachlingen, Roſen-
feld, Ebingen, St. Georgen, wegen Rotenzim-

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[1006/1018] LXII haubtſtuͤck einen zaun machen, Hert in paroemiis iuris German. lib. II par. 17 ſ. 404. Heinrich Hil- debrands diſp. de conſeruatione ferarum no- ciua, § 5, ſ. 9. § 2518 Ferner erhellet die regalitaͤt der jagt daraus: wohin der dib mit dem ſtrange, dahin gehoͤret auch der hirſch mit dem fange, das iſt, weiln die peinlichkeit mit der landeshoheit verknuͤpfet war; ſo hilte man die jagt fuͤr ein ſtuͤck der landeshoheit, mithin hat diß der Hert am a. o. paroem. 16 ſ. 403 nicht recht gefaſſet. Man ſaget auch: ſo weit ein ſtrafgericht gehet, ſo weit gehet auch der forſt, Piſtorius cent. 2 par. 51 ſ. 192 fg. § 2519 Den buͤrgern und bauern war das jagen nicht erlaubet, vilweniger den geiſtlichen, iedoch hat es ſich nach und nach damit vil geaͤndert. Die freie buͤrſch in Schwaben und nach den Angel-Saͤch- ſiſchen rechten gehoͤret zur ausname, und iſt ſelbi- ge aus den erteilten freiheitsbrifen, teils den ver- traͤgen, teils der ſtillſchweigenden zulaſſung der kaiſer, auch der landesoberkeit zweifels one abzu- leiten, Stiſſer am a. o. cap. 6 § 16, Dreyer de vſu genuino iuris Anglo-Saxon. ſ. 204 num. 151, Gottfrid Daniel Hofmanns diſp. de libe- ra venatione ſpeciatim Sueuo-Memmingenſi, Tuͤb. 1753, Stiſſer in der jagt- und forſt-hiſtori, cap. I § 24 fg., und Heinrich Gottlib Franke in der vorrede zu diſes Stiſſers abhandelung ſ. 36 fgg., Mecklenburgiſche policeiordnung tit. von jagen, ſ. 54. § 2520 Diſemnach genuͤſſen in dem herzogtume Wir- tenberg die ſtaͤdte und aͤmter Bachlingen, Roſen- feld, Ebingen, St. Georgen, wegen Rotenzim- mern,

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 1006. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1018>, abgerufen am 20.02.2019.