Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

Bild:
<< vorherige Seite
von dem bergwerks-regale.
§ 2618

Der stal wird entweder cementiret, oder ge-wie der stal
zubereitet
wird?

schmolzen. Zu Schmalkalden bereitet man ihn
durchs schmelzen. Man nimmt stal-steine, schmel-
zet sie, wie das kupfer, aus. Diß gibt ein zähes
und schmeidiges eisen, welches schon stal heisset.
Diser stal wird von neuen sowohl mit weichen
fichtenkolen, als auch mit harten eichen und bu-
chen- oder birken-kolen in engen öfen mit frischem
feuer durchgesezet. Noch viles scheidet sich vom
stale dadurch ab, welches eine weise glas-schlacke
wird. Der reine stal hingegen fället besonders.
Die erste schmelzung der stal-steine gehet mit fich-
ten- und tannen-kolen von statten. Zur andern
schmelzung aber, reinigung und gar-machung des
stales sind sie nicht anreichende. Es sind also här-
tere kolen nötig, die aus dem Zielbacherwalde
über der Werra geholet werden.

§ 2619

Lazarus Ercker hat bemerket, daß man auswie solcher
aus gutem
eisen gema-
chet werden
kann?

dem guten eisen one gewichtsverlust vermittelst
eichener und buchen-kolen stal machen und disen
durch viles glüen in eisen wieder verwandeln
könne. In Teutschlande sind die Steierische,
Tirolische, Cärntische, Salzburgische, Schmal-
kaldische, Sulische, Nassauische und Schwarz-
burgische stale berümet.

§ 2620

Noch ist vom bonen-erzte etwas zu gedenken.vom bonen-
erzte.

Zu Heidenheim in Wirtenbergischen finden sich ei-
senerzte in kleinen kugeln. Dergleichen trift man
auch zu Nattheim bei Näringen, zu Blaubeuren,
und bei Halle in Schwaben an. Es hält dises
erzt das beste und reicheste eisen in sich; ist aber
durchs feuer nicht zu zwingen; daher muß man
anders eisen darzu tun, Keysler I s. 137. Bei

Harzi-
U u u 5
von dem bergwerks-regale.
§ 2618

Der ſtal wird entweder cementiret, oder ge-wie der ſtal
zubereitet
wird?

ſchmolzen. Zu Schmalkalden bereitet man ihn
durchs ſchmelzen. Man nimmt ſtal-ſteine, ſchmel-
zet ſie, wie das kupfer, aus. Diß gibt ein zaͤhes
und ſchmeidiges eiſen, welches ſchon ſtal heiſſet.
Diſer ſtal wird von neuen ſowohl mit weichen
fichtenkolen, als auch mit harten eichen und bu-
chen- oder birken-kolen in engen oͤfen mit friſchem
feuer durchgeſezet. Noch viles ſcheidet ſich vom
ſtale dadurch ab, welches eine weiſe glas-ſchlacke
wird. Der reine ſtal hingegen faͤllet beſonders.
Die erſte ſchmelzung der ſtal-ſteine gehet mit fich-
ten- und tannen-kolen von ſtatten. Zur andern
ſchmelzung aber, reinigung und gar-machung des
ſtales ſind ſie nicht anreichende. Es ſind alſo haͤr-
tere kolen noͤtig, die aus dem Zielbacherwalde
uͤber der Werra geholet werden.

§ 2619

Lazarus Ercker hat bemerket, daß man auswie ſolcher
aus gutem
eiſen gema-
chet werden
kann?

dem guten eiſen one gewichtsverluſt vermittelſt
eichener und buchen-kolen ſtal machen und diſen
durch viles gluͤen in eiſen wieder verwandeln
koͤnne. In Teutſchlande ſind die Steieriſche,
Tiroliſche, Caͤrntiſche, Salzburgiſche, Schmal-
kaldiſche, Suliſche, Naſſauiſche und Schwarz-
burgiſche ſtale beruͤmet.

§ 2620

Noch iſt vom bonen-erzte etwas zu gedenken.vom bonen-
erzte.

Zu Heidenheim in Wirtenbergiſchen finden ſich ei-
ſenerzte in kleinen kugeln. Dergleichen trift man
auch zu Nattheim bei Naͤringen, zu Blaubeuren,
und bei Halle in Schwaben an. Es haͤlt diſes
erzt das beſte und reicheſte eiſen in ſich; iſt aber
durchs feuer nicht zu zwingen; daher muß man
anders eiſen darzu tun, Keyſler I ſ. 137. Bei

Harzi-
U u u 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f1061" n="1049"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">von dem bergwerks-regale.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§ 2618</head><lb/>
              <p>Der &#x017F;tal wird entweder cementiret, oder ge-<note place="right">wie der &#x017F;tal<lb/>
zubereitet<lb/>
wird?</note><lb/>
&#x017F;chmolzen. Zu Schmalkalden bereitet man ihn<lb/>
durchs &#x017F;chmelzen. Man nimmt &#x017F;tal-&#x017F;teine, &#x017F;chmel-<lb/>
zet &#x017F;ie, wie das kupfer, aus. Diß gibt ein za&#x0364;hes<lb/>
und &#x017F;chmeidiges ei&#x017F;en, welches &#x017F;chon &#x017F;tal hei&#x017F;&#x017F;et.<lb/>
Di&#x017F;er &#x017F;tal wird von neuen &#x017F;owohl mit weichen<lb/>
fichtenkolen, als auch mit harten eichen und bu-<lb/>
chen- oder birken-kolen in engen o&#x0364;fen mit fri&#x017F;chem<lb/>
feuer durchge&#x017F;ezet. Noch viles &#x017F;cheidet &#x017F;ich vom<lb/>
&#x017F;tale dadurch ab, welches eine wei&#x017F;e glas-&#x017F;chlacke<lb/>
wird. Der reine &#x017F;tal hingegen fa&#x0364;llet be&#x017F;onders.<lb/>
Die er&#x017F;te &#x017F;chmelzung der &#x017F;tal-&#x017F;teine gehet mit fich-<lb/>
ten- und tannen-kolen von &#x017F;tatten. Zur andern<lb/>
&#x017F;chmelzung aber, reinigung und gar-machung des<lb/>
&#x017F;tales &#x017F;ind &#x017F;ie nicht anreichende. Es &#x017F;ind al&#x017F;o ha&#x0364;r-<lb/>
tere kolen no&#x0364;tig, die aus dem Zielbacherwalde<lb/>
u&#x0364;ber der Werra geholet werden.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§ 2619</head><lb/>
              <p><hi rendition="#fr">Lazarus Ercker</hi> hat bemerket, daß man aus<note place="right">wie &#x017F;olcher<lb/>
aus gutem<lb/>
ei&#x017F;en gema-<lb/>
chet werden<lb/>
kann?</note><lb/>
dem guten ei&#x017F;en one gewichtsverlu&#x017F;t vermittel&#x017F;t<lb/>
eichener und buchen-kolen &#x017F;tal machen und di&#x017F;en<lb/>
durch viles glu&#x0364;en in ei&#x017F;en wieder verwandeln<lb/>
ko&#x0364;nne. In Teut&#x017F;chlande &#x017F;ind die Steieri&#x017F;che,<lb/>
Tiroli&#x017F;che, Ca&#x0364;rnti&#x017F;che, Salzburgi&#x017F;che, Schmal-<lb/>
kaldi&#x017F;che, Suli&#x017F;che, Na&#x017F;&#x017F;aui&#x017F;che und Schwarz-<lb/>
burgi&#x017F;che &#x017F;tale beru&#x0364;met.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§ 2620</head><lb/>
              <p>Noch i&#x017F;t vom bonen-erzte etwas zu gedenken.<note place="right">vom bonen-<lb/>
erzte.</note><lb/>
Zu Heidenheim in Wirtenbergi&#x017F;chen finden &#x017F;ich ei-<lb/>
&#x017F;enerzte in kleinen kugeln. Dergleichen trift man<lb/>
auch zu Nattheim bei Na&#x0364;ringen, zu Blaubeuren,<lb/>
und bei Halle in Schwaben an. Es ha&#x0364;lt di&#x017F;es<lb/>
erzt das be&#x017F;te und reiche&#x017F;te ei&#x017F;en in &#x017F;ich; i&#x017F;t aber<lb/>
durchs feuer nicht zu zwingen; daher muß man<lb/>
anders ei&#x017F;en darzu tun, <hi rendition="#fr">Key&#x017F;ler</hi> <hi rendition="#aq">I</hi> &#x017F;. 137. Bei<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">U u u 5</fw><fw place="bottom" type="catch">Harzi-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[1049/1061] von dem bergwerks-regale. § 2618 Der ſtal wird entweder cementiret, oder ge- ſchmolzen. Zu Schmalkalden bereitet man ihn durchs ſchmelzen. Man nimmt ſtal-ſteine, ſchmel- zet ſie, wie das kupfer, aus. Diß gibt ein zaͤhes und ſchmeidiges eiſen, welches ſchon ſtal heiſſet. Diſer ſtal wird von neuen ſowohl mit weichen fichtenkolen, als auch mit harten eichen und bu- chen- oder birken-kolen in engen oͤfen mit friſchem feuer durchgeſezet. Noch viles ſcheidet ſich vom ſtale dadurch ab, welches eine weiſe glas-ſchlacke wird. Der reine ſtal hingegen faͤllet beſonders. Die erſte ſchmelzung der ſtal-ſteine gehet mit fich- ten- und tannen-kolen von ſtatten. Zur andern ſchmelzung aber, reinigung und gar-machung des ſtales ſind ſie nicht anreichende. Es ſind alſo haͤr- tere kolen noͤtig, die aus dem Zielbacherwalde uͤber der Werra geholet werden. wie der ſtal zubereitet wird? § 2619 Lazarus Ercker hat bemerket, daß man aus dem guten eiſen one gewichtsverluſt vermittelſt eichener und buchen-kolen ſtal machen und diſen durch viles gluͤen in eiſen wieder verwandeln koͤnne. In Teutſchlande ſind die Steieriſche, Tiroliſche, Caͤrntiſche, Salzburgiſche, Schmal- kaldiſche, Suliſche, Naſſauiſche und Schwarz- burgiſche ſtale beruͤmet. wie ſolcher aus gutem eiſen gema- chet werden kann? § 2620 Noch iſt vom bonen-erzte etwas zu gedenken. Zu Heidenheim in Wirtenbergiſchen finden ſich ei- ſenerzte in kleinen kugeln. Dergleichen trift man auch zu Nattheim bei Naͤringen, zu Blaubeuren, und bei Halle in Schwaben an. Es haͤlt diſes erzt das beſte und reicheſte eiſen in ſich; iſt aber durchs feuer nicht zu zwingen; daher muß man anders eiſen darzu tun, Keyſler I ſ. 137. Bei Harzi- vom bonen- erzte. U u u 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1061
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 1049. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1061>, abgerufen am 18.02.2019.