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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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LXIII haubtstück
nen geschirren in den apotheken, und das zucker-
werk in den Conditoreien belehret. Nur muß
das kupfer wol überzinnet seyn, und man darf
etwas kalt nicht darin stehen lassen. So lange
etwas sidet, kann das metall nicht in das gesottene
wirken, Potts untersuchung der metallischen ge-
schirre in den Küchen. Dresden 1754, 8.

§ 2637
woher eini-
ge den
wachstum
des metalles
herleiten?

Den wachstum des metalles leiten einige aus
der dünstung des vitriol-geistes her, der graf
Marsigli t. III Danubii Pannonici s. 117 und
129, Pantoppidan s. 353.

Von den halben metallen.
§ 2638
die halbme-
talle werden
erzälet, und
zwar

Deren sind fünfe: I) das quecksilber, II) das
spießglas, III) der wißmut, IIII) der zink, und
V) der arsenik. Sie heisen halbmetalle, weil sie
sich nicht hämmern lassen, und im feuer flüchtig
sind, von Justi s. 74.

§ 2639
das quecksil-
ber,

Das quecksilber ist ein unterirdischer körper,
der einen metallischen bestandteil hat, und mit ei-
ner mercurialischen erde übersezet ist, und dabei
höchst zart, unverbrennlich, in zusammen gehäuf-
ten stande flüssig, trocken, flüchtig, und nach dem
golde am schweresten ist, dem silber aber am glan-
ze und farbe sehr nahe kommt. Junker s. 435.

§ 2640
wie solches
aufbehalten
wird?

Das Erzhaus Oesterreich hat im Friaul zu
Hidria die reicheste quecksilber-bergwerke, welche
Keysler II s. 856-866 beschriben hat. Nach
Neumanns berichte s. 213 sind in dreien jaren
695334 Lb laufendes quecksilbers daraus gewon-
nen worden. Man schläget es in lederne beutel,

und

LXIII haubtſtuͤck
nen geſchirren in den apotheken, und das zucker-
werk in den Conditoreien belehret. Nur muß
das kupfer wol uͤberzinnet ſeyn, und man darf
etwas kalt nicht darin ſtehen laſſen. So lange
etwas ſidet, kann das metall nicht in das geſottene
wirken, Potts unterſuchung der metalliſchen ge-
ſchirre in den Kuͤchen. Dresden 1754, 8.

§ 2637
woher eini-
ge den
wachstum
des metalles
herleiten?

Den wachstum des metalles leiten einige aus
der duͤnſtung des vitriol-geiſtes her, der graf
Marſigli t. III Danubii Pannonici ſ. 117 und
129, Pantoppidan ſ. 353.

Von den halben metallen.
§ 2638
die halbme-
talle werden
erzaͤlet, und
zwar

Deren ſind fuͤnfe: I) das queckſilber, II) das
ſpießglas, III) der wißmut, IIII) der zink, und
V) der arſenik. Sie heiſen halbmetalle, weil ſie
ſich nicht haͤmmern laſſen, und im feuer fluͤchtig
ſind, von Juſti ſ. 74.

§ 2639
das queckſil-
ber,

Das queckſilber iſt ein unterirdiſcher koͤrper,
der einen metalliſchen beſtandteil hat, und mit ei-
ner mercurialiſchen erde uͤberſezet iſt, und dabei
hoͤchſt zart, unverbrennlich, in zuſammen gehaͤuf-
ten ſtande fluͤſſig, trocken, fluͤchtig, und nach dem
golde am ſchwereſten iſt, dem ſilber aber am glan-
ze und farbe ſehr nahe kommt. Junker ſ. 435.

§ 2640
wie ſolches
aufbehalten
wird?

Das Erzhaus Oeſterreich hat im Friaul zu
Hidria die reicheſte queckſilber-bergwerke, welche
Keyſler II ſ. 856-866 beſchriben hat. Nach
Neumanns berichte ſ. 213 ſind in dreien jaren
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nen worden. Man ſchlaͤget es in lederne beutel,

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[1058/1070] LXIII haubtſtuͤck nen geſchirren in den apotheken, und das zucker- werk in den Conditoreien belehret. Nur muß das kupfer wol uͤberzinnet ſeyn, und man darf etwas kalt nicht darin ſtehen laſſen. So lange etwas ſidet, kann das metall nicht in das geſottene wirken, Potts unterſuchung der metalliſchen ge- ſchirre in den Kuͤchen. Dresden 1754, 8. § 2637 Den wachstum des metalles leiten einige aus der duͤnſtung des vitriol-geiſtes her, der graf Marſigli t. III Danubii Pannonici ſ. 117 und 129, Pantoppidan ſ. 353. Von den halben metallen. § 2638 Deren ſind fuͤnfe: I) das queckſilber, II) das ſpießglas, III) der wißmut, IIII) der zink, und V) der arſenik. Sie heiſen halbmetalle, weil ſie ſich nicht haͤmmern laſſen, und im feuer fluͤchtig ſind, von Juſti ſ. 74. § 2639 Das queckſilber iſt ein unterirdiſcher koͤrper, der einen metalliſchen beſtandteil hat, und mit ei- ner mercurialiſchen erde uͤberſezet iſt, und dabei hoͤchſt zart, unverbrennlich, in zuſammen gehaͤuf- ten ſtande fluͤſſig, trocken, fluͤchtig, und nach dem golde am ſchwereſten iſt, dem ſilber aber am glan- ze und farbe ſehr nahe kommt. Junker ſ. 435. § 2640 Das Erzhaus Oeſterreich hat im Friaul zu Hidria die reicheſte queckſilber-bergwerke, welche Keyſler II ſ. 856-866 beſchriben hat. Nach Neumanns berichte ſ. 213 ſind in dreien jaren 695334 ℔ laufendes queckſilbers daraus gewon- nen worden. Man ſchlaͤget es in lederne beutel, und

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 1058. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1070>, abgerufen am 19.03.2019.