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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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eheverlöbnissen u. ehestiftungen, etc.
heimlichen verlöbnissen § 1, Nassau-Cazenellen-
bogische gerichts- und landesordnung im IIten
teile, cap. II § 2 § 13, von Ludewig de con-
sensu connubiali extra parentes, diss. III,

Böhmer de necessario parentum consensu in
nupt. liberorum,
Joh. Eberh. Sieglers disp.
de aequitate iuris statutarii. Francofurtensis
circa validitatem matrimonii sine consensu
parentum etc. contracti,
1749, Ulmische ord-
nung von strafe offenbarer laster, tit. 12.

§ 766

An einigen orten, als zu Melbach in der Wet-der pfarrer
darf an ver-
schidenen
orten one
trauschein
die leute
nicht trau-
en.

terau, darf der pfarrer keine trauung verrichten,
es haben dann die verlobten erst einen trau-
schein vom gerichtsherrn ihm vorgeleget. Dieser
ist eine vergünstigung, daß die verlobeten prister-
lich getrauet werden können. Die trauscheine
sind weltliche oder geistliche. Ist die oberkeit des
ortes einerlei religion mit der gemeine daselbst,
alsdenn ertheilet selbigen jene. Ist aber die ober-
keit Römisch-katholisch; so werden solche bei der
evangelischen gemeinde von den kirchenältesten er-
hoben, dafern die Römisch-katholische oberkeit
one ursache selbige verwegert, sihe des herrn hof-
rates Preuschens fortsezung der gründe, warum
ein Römisch-katholischer landesherr in ehe- und
andern kirchensachen seiner evangelischen unterta-
nen zu erkennen nicht befuget sey, s. 11-23. In
dem herzogtume Wolfenbüttel müssen, besonders
auf dem lande, die pfarrer zu den verlöbnissen
erbeten und genommen werden. One trauschein
sollen die bauern und maier in den Kurbraun-
schweig-Lüneburgischen landen nicht getrauet wer-
den, Kurbraunschweig-Lüneburgischer landesge-
säze Iter teil s. 809 s. 941.

§ 767
X 4

eheverloͤbniſſen u. eheſtiftungen, ꝛc.
heimlichen verloͤbniſſen § 1, Naſſau-Cazenellen-
bogiſche gerichts- und landesordnung im IIten
teile, cap. II § 2 § 13, von Ludewig de con-
ſenſu connubiali extra parentes, diſſ. III,

Boͤhmer de neceſſario parentum conſenſu in
nupt. liberorum,
Joh. Eberh. Sieglers diſp.
de aequitate iuris ſtatutarii. Francofurtenſis
circa validitatem matrimonii ſine conſenſu
parentum etc. contracti,
1749, Ulmiſche ord-
nung von ſtrafe offenbarer laſter, tit. 12.

§ 766

An einigen orten, als zu Melbach in der Wet-der pfarrer
darf an ver-
ſchidenen
orten one
trauſchein
die leute
nicht trau-
en.

terau, darf der pfarrer keine trauung verrichten,
es haben dann die verlobten erſt einen trau-
ſchein vom gerichtsherrn ihm vorgeleget. Dieſer
iſt eine verguͤnſtigung, daß die verlobeten priſter-
lich getrauet werden koͤnnen. Die trauſcheine
ſind weltliche oder geiſtliche. Iſt die oberkeit des
ortes einerlei religion mit der gemeine daſelbſt,
alsdenn ertheilet ſelbigen jene. Iſt aber die ober-
keit Roͤmiſch-katholiſch; ſo werden ſolche bei der
evangeliſchen gemeinde von den kirchenaͤlteſten er-
hoben, dafern die Roͤmiſch-katholiſche oberkeit
one urſache ſelbige verwegert, ſihe des herrn hof-
rates Preuſchens fortſezung der gruͤnde, warum
ein Roͤmiſch-katholiſcher landesherr in ehe- und
andern kirchenſachen ſeiner evangeliſchen unterta-
nen zu erkennen nicht befuget ſey, ſ. 11-23. In
dem herzogtume Wolfenbuͤttel muͤſſen, beſonders
auf dem lande, die pfarrer zu den verloͤbniſſen
erbeten und genommen werden. One trauſchein
ſollen die bauern und maier in den Kurbraun-
ſchweig-Luͤneburgiſchen landen nicht getrauet wer-
den, Kurbraunſchweig-Luͤneburgiſcher landesge-
ſaͤze Iter teil ſ. 809 ſ. 941.

§ 767
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[327/0339] eheverloͤbniſſen u. eheſtiftungen, ꝛc. heimlichen verloͤbniſſen § 1, Naſſau-Cazenellen- bogiſche gerichts- und landesordnung im IIten teile, cap. II § 2 § 13, von Ludewig de con- ſenſu connubiali extra parentes, diſſ. III, Boͤhmer de neceſſario parentum conſenſu in nupt. liberorum, Joh. Eberh. Sieglers diſp. de aequitate iuris ſtatutarii. Francofurtenſis circa validitatem matrimonii ſine conſenſu parentum etc. contracti, 1749, Ulmiſche ord- nung von ſtrafe offenbarer laſter, tit. 12. § 766 An einigen orten, als zu Melbach in der Wet- terau, darf der pfarrer keine trauung verrichten, es haben dann die verlobten erſt einen trau- ſchein vom gerichtsherrn ihm vorgeleget. Dieſer iſt eine verguͤnſtigung, daß die verlobeten priſter- lich getrauet werden koͤnnen. Die trauſcheine ſind weltliche oder geiſtliche. Iſt die oberkeit des ortes einerlei religion mit der gemeine daſelbſt, alsdenn ertheilet ſelbigen jene. Iſt aber die ober- keit Roͤmiſch-katholiſch; ſo werden ſolche bei der evangeliſchen gemeinde von den kirchenaͤlteſten er- hoben, dafern die Roͤmiſch-katholiſche oberkeit one urſache ſelbige verwegert, ſihe des herrn hof- rates Preuſchens fortſezung der gruͤnde, warum ein Roͤmiſch-katholiſcher landesherr in ehe- und andern kirchenſachen ſeiner evangeliſchen unterta- nen zu erkennen nicht befuget ſey, ſ. 11-23. In dem herzogtume Wolfenbuͤttel muͤſſen, beſonders auf dem lande, die pfarrer zu den verloͤbniſſen erbeten und genommen werden. One trauſchein ſollen die bauern und maier in den Kurbraun- ſchweig-Luͤneburgiſchen landen nicht getrauet wer- den, Kurbraunſchweig-Luͤneburgiſcher landesge- ſaͤze Iter teil ſ. 809 ſ. 941. der pfarrer darf an ver- ſchidenen orten one trauſchein die leute nicht trau- en. § 767 X 4

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 327. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/339>, abgerufen am 18.02.2019.