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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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CX haubst. von dem
mehr derselbe einer ehefrau, die keine brautgift
eingebracht hat, zustehet, Pufendorf T. I obs.
22 § 4 s. 36, Heineccius in den elementis iu-
ris Germanici lib. I
§ 253, Gundling de em-
tione vxor.
§ 11-14, von Ludewig am a. o.
s. 18 s. 24 fg., Kopp in den lehnsproben Iter teil
s. 213. Derowegen der wittum einer witbe, wenn
sie gleich kein heiratsgut eingebracht hat, nichts
destoweniger in ermangelung des erbe, woraus
sie standesmäsig unterhalten werden kan, aus dem
lehne gebüret, Böhmer T. I P. II consult. 110
num. 4, 8 fg., und consult. 114 num. 18.

§ 816
was das
leibgeding
zum voraus
sezet?

Das leibgeding sezet eigentlich eine abrede zum
voraus, welche über den leibes-unterhalt einge-
gangen worden ist, Estor am a. o. s. 19 fgg. s.
53 fgg. und de dotalitio propter secundas nu-
ptias cessante,
cap. VI § 33 s. 60 fgg. Wachter
im glossario sp. 951.

§ 817
wie solches
bestimmet
wird?

Das wittum kan auf verschidene weise bestim-
met werden, und zwar durch die gesäze sowohl
gewonheiten, durch geschlechtes- und andere ge-
dinge, ehestiftungen, durch den lezten willen, nicht
minder zur hülfe rechtens, von dem richter B. G.
Struve
in der iurispr. heroica P. III s. 1 fgg.,
lehnsazungen der grafschaft Tecklenburg bei dem
Lünig in corpore iuris feudalis T. III s. 117
§ 14.

§ 818
erfodert bei
dem hohen
adel eine
gleiche ge-
burt.

Der wittum erfodert bei dem hohen adel eine
gleiche geburt, Moser in der staatsgeschichte kai-
ser Karls des VII, im IIten teile s. 567. Wan-
nenher selbiger den eheweibern ungleichen standes
nicht gebüret.

§ 819

CX haubſt. von dem
mehr derſelbe einer ehefrau, die keine brautgift
eingebracht hat, zuſtehet, Pufendorf T. I obſ.
22 § 4 ſ. 36, Heineccius in den elementis iu-
ris Germanici lib. I
§ 253, Gundling de em-
tione vxor.
§ 11-14, von Ludewig am a. o.
ſ. 18 ſ. 24 fg., Kopp in den lehnsproben Iter teil
ſ. 213. Derowegen der wittum einer witbe, wenn
ſie gleich kein heiratsgut eingebracht hat, nichts
deſtoweniger in ermangelung des erbe, woraus
ſie ſtandesmaͤſig unterhalten werden kan, aus dem
lehne gebuͤret, Boͤhmer T. I P. II conſult. 110
num. 4, 8 fg., und conſult. 114 num. 18.

§ 816
was das
leibgeding
zum voraus
ſezet?

Das leibgeding ſezet eigentlich eine abrede zum
voraus, welche uͤber den leibes-unterhalt einge-
gangen worden iſt, Eſtor am a. o. ſ. 19 fgg. ſ.
53 fgg. und de dotalitio propter ſecundas nu-
ptias ceſſante,
cap. VI § 33 ſ. 60 fgg. Wachter
im gloſſario ſp. 951.

§ 817
wie ſolches
beſtimmet
wird?

Das wittum kan auf verſchidene weiſe beſtim-
met werden, und zwar durch die geſaͤze ſowohl
gewonheiten, durch geſchlechtes- und andere ge-
dinge, eheſtiftungen, durch den lezten willen, nicht
minder zur huͤlfe rechtens, von dem richter B. G.
Struve
in der iurispr. heroica P. III ſ. 1 fgg.,
lehnſazungen der grafſchaft Tecklenburg bei dem
Luͤnig in corpore iuris feudalis T. III ſ. 117
§ 14.

§ 818
erfodert bei
dem hohen
adel eine
gleiche ge-
burt.

Der wittum erfodert bei dem hohen adel eine
gleiche geburt, Moſer in der ſtaatsgeſchichte kai-
ſer Karls des VII, im IIten teile ſ. 567. Wan-
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[350/0362] CX haubſt. von dem mehr derſelbe einer ehefrau, die keine brautgift eingebracht hat, zuſtehet, Pufendorf T. I obſ. 22 § 4 ſ. 36, Heineccius in den elementis iu- ris Germanici lib. I § 253, Gundling de em- tione vxor. § 11-14, von Ludewig am a. o. ſ. 18 ſ. 24 fg., Kopp in den lehnsproben Iter teil ſ. 213. Derowegen der wittum einer witbe, wenn ſie gleich kein heiratsgut eingebracht hat, nichts deſtoweniger in ermangelung des erbe, woraus ſie ſtandesmaͤſig unterhalten werden kan, aus dem lehne gebuͤret, Boͤhmer T. I P. II conſult. 110 num. 4, 8 fg., und conſult. 114 num. 18. § 816 Das leibgeding ſezet eigentlich eine abrede zum voraus, welche uͤber den leibes-unterhalt einge- gangen worden iſt, Eſtor am a. o. ſ. 19 fgg. ſ. 53 fgg. und de dotalitio propter ſecundas nu- ptias ceſſante, cap. VI § 33 ſ. 60 fgg. Wachter im gloſſario ſp. 951. § 817 Das wittum kan auf verſchidene weiſe beſtim- met werden, und zwar durch die geſaͤze ſowohl gewonheiten, durch geſchlechtes- und andere ge- dinge, eheſtiftungen, durch den lezten willen, nicht minder zur huͤlfe rechtens, von dem richter B. G. Struve in der iurispr. heroica P. III ſ. 1 fgg., lehnſazungen der grafſchaft Tecklenburg bei dem Luͤnig in corpore iuris feudalis T. III ſ. 117 § 14. § 818 Der wittum erfodert bei dem hohen adel eine gleiche geburt, Moſer in der ſtaatsgeſchichte kai- ſer Karls des VII, im IIten teile ſ. 567. Wan- nenher ſelbiger den eheweibern ungleichen ſtandes nicht gebuͤret. § 819

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 350. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/362>, abgerufen am 18.02.2019.