Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

Bild:
<< vorherige Seite

CXII haubtst. vom anfalls-
den ehegat-
ten die freie
gebarung.
entzogen, und heissen daher verfangene güter,
Frisch
im Teutsch-Lateinischen wörter-buche, Iten
teile s. 248, Wormsische reformation vom jare
1561 im Vten teile Vten b. tit. I s. 137, Lindaui-
sche vormundschafts-ordnung tit. VII § 1 s. 126,
Besold im thesauro practico: unter dem worte
ausspruch: und in der fortsezung desselben, un-
ter der rubrik: verfangenschaft, Wehner in
den obseruat. practicis unter eben diesem worte
s. 470.

§ 839
was darzu
anlas gege-
ben hat?

Den anlas zu diesem rechte hat zweifels one,
nebst andern ursachen, der haß wider die andre
ehe gegeben; wannenher man sich bestrebet hat,
den überlebenden ehegenossen vom weitern heiraten
abzuhalten; imgleichen damit die güter nicht mög-
ten zerstreuet werden, vilmehr solche bei den kin-
dern erster ehe verbleiben sollten, welche one dem
bei lebzeiten irer ältern in der gemeinschaft dersel-
ben sich befunden hatten, Estor am a. o. cap. V
§ 1 § 2 s. 48 fgg., solchemnach die kinder in ires
verstorbenen vaters oder der mutter stelle traten,
darnebst aus obigen ursachen in des überlebenden
teiles güter das eigentum entweder gänzlich oder
nur zu einem gewissen teile erhilten, bevorab wenn
er sich wieder verheiraten wollte; welchem man
noch beifügen mögte, daß die Teutschen fürnäm-
lich sich dahin bestrebet haben, die ligenden güter,
welche meistens von den vorfaren herkamen, bei
der famili zu erhalten, Estor am a. o. § 4 s. 56.
Denn die farende habe gehörete ordentlicher weise
nicht dahin, am a. o. cap. 4 § 1-4 fg.

§ 840
wie es da-
mit im
oberfursten-
tume Hessen

Der stadt- und lands-gebrauch im oberfürsten-
tume Hessen in den Senkenbergischen selectis
iur. et hist. III
ten teile s. 283 besaget hiervon fol-

gendes:

CXII haubtſt. vom anfalls-
den ehegat-
ten die freie
gebarung.
entzogen, und heiſſen daher verfangene guͤter,
Friſch
im Teutſch-Lateiniſchen woͤrter-buche, Iten
teile ſ. 248, Wormſiſche reformation vom jare
1561 im Vten teile Vten b. tit. I ſ. 137, Lindaui-
ſche vormundſchafts-ordnung tit. VII § 1 ſ. 126,
Beſold im theſauro practico: unter dem worte
ausſpruch: und in der fortſezung deſſelben, un-
ter der rubrik: verfangenſchaft, Wehner in
den obſeruat. practicis unter eben dieſem worte
ſ. 470.

§ 839
was darzu
anlas gege-
ben hat?

Den anlas zu dieſem rechte hat zweifels one,
nebſt andern urſachen, der haß wider die andre
ehe gegeben; wannenher man ſich beſtrebet hat,
den uͤberlebenden ehegenoſſen vom weitern heiraten
abzuhalten; imgleichen damit die guͤter nicht moͤg-
ten zerſtreuet werden, vilmehr ſolche bei den kin-
dern erſter ehe verbleiben ſollten, welche one dem
bei lebzeiten irer aͤltern in der gemeinſchaft derſel-
ben ſich befunden hatten, Eſtor am a. o. cap. V
§ 1 § 2 ſ. 48 fgg., ſolchemnach die kinder in ires
verſtorbenen vaters oder der mutter ſtelle traten,
darnebſt aus obigen urſachen in des uͤberlebenden
teiles guͤter das eigentum entweder gaͤnzlich oder
nur zu einem gewiſſen teile erhilten, bevorab wenn
er ſich wieder verheiraten wollte; welchem man
noch beifuͤgen moͤgte, daß die Teutſchen fuͤrnaͤm-
lich ſich dahin beſtrebet haben, die ligenden guͤter,
welche meiſtens von den vorfaren herkamen, bei
der famili zu erhalten, Eſtor am a. o. § 4 ſ. 56.
Denn die farende habe gehoͤrete ordentlicher weiſe
nicht dahin, am a. o. cap. 4 § 1-4 fg.

§ 840
wie es da-
mit im
oberfurſten-
tume Heſſen

Der ſtadt- und lands-gebrauch im oberfuͤrſten-
tume Heſſen in den Senkenbergiſchen ſelectis
iur. et hiſt. III
ten teile ſ. 283 beſaget hiervon fol-

gendes:
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="2">
        <div n="3">
          <p><pb facs="#f0372" n="360"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">CXII</hi> haubt&#x017F;t. vom anfalls-</hi></fw><lb/><note place="left">den ehegat-<lb/>
ten die freie<lb/>
gebarung.</note>entzogen, und hei&#x017F;&#x017F;en daher <hi rendition="#fr">verfangene gu&#x0364;ter,<lb/>
Fri&#x017F;ch</hi> im Teut&#x017F;ch-Lateini&#x017F;chen wo&#x0364;rter-buche, <hi rendition="#aq">I</hi>ten<lb/>
teile &#x017F;. 248, Worm&#x017F;i&#x017F;che reformation vom jare<lb/>
1561 im <hi rendition="#aq">V</hi>ten teile <hi rendition="#aq">V</hi>ten b. tit. <hi rendition="#aq">I</hi> &#x017F;. 137, Lindaui-<lb/>
&#x017F;che vormund&#x017F;chafts-ordnung tit. <hi rendition="#aq">VII</hi> § 1 &#x017F;. 126,<lb/><hi rendition="#fr">Be&#x017F;old</hi> im <hi rendition="#aq">the&#x017F;auro practico</hi>: unter dem worte<lb/><hi rendition="#fr">aus&#x017F;pruch</hi>: und in der fort&#x017F;ezung de&#x017F;&#x017F;elben, un-<lb/>
ter der rubrik: <hi rendition="#fr">verfangen&#x017F;chaft, Wehner</hi> in<lb/>
den <hi rendition="#aq">ob&#x017F;eruat. practicis</hi> unter eben die&#x017F;em worte<lb/>
&#x017F;. 470.</p>
        </div><lb/>
        <div n="3">
          <head>§ 839</head><lb/>
          <note place="left">was darzu<lb/>
anlas gege-<lb/>
ben hat?</note>
          <p>Den anlas zu die&#x017F;em rechte hat zweifels one,<lb/>
neb&#x017F;t andern ur&#x017F;achen, der haß wider die andre<lb/>
ehe gegeben; wannenher man &#x017F;ich be&#x017F;trebet hat,<lb/>
den u&#x0364;berlebenden ehegeno&#x017F;&#x017F;en vom weitern heiraten<lb/>
abzuhalten; imgleichen damit die gu&#x0364;ter nicht mo&#x0364;g-<lb/>
ten zer&#x017F;treuet werden, vilmehr &#x017F;olche bei den kin-<lb/>
dern er&#x017F;ter ehe verbleiben &#x017F;ollten, welche one dem<lb/>
bei lebzeiten irer a&#x0364;ltern in der gemein&#x017F;chaft der&#x017F;el-<lb/>
ben &#x017F;ich befunden hatten, <hi rendition="#fr">E&#x017F;tor</hi> am a. o. cap. <hi rendition="#aq">V</hi><lb/>
§ 1 § 2 &#x017F;. 48 fgg., &#x017F;olchemnach die kinder in ires<lb/>
ver&#x017F;torbenen vaters oder der mutter &#x017F;telle traten,<lb/>
darneb&#x017F;t aus obigen ur&#x017F;achen in des u&#x0364;berlebenden<lb/>
teiles gu&#x0364;ter das eigentum entweder ga&#x0364;nzlich oder<lb/>
nur zu einem gewi&#x017F;&#x017F;en teile erhilten, bevorab wenn<lb/>
er &#x017F;ich wieder verheiraten wollte; welchem man<lb/>
noch beifu&#x0364;gen mo&#x0364;gte, daß die Teut&#x017F;chen fu&#x0364;rna&#x0364;m-<lb/>
lich &#x017F;ich dahin be&#x017F;trebet haben, die ligenden gu&#x0364;ter,<lb/>
welche mei&#x017F;tens von den vorfaren herkamen, bei<lb/>
der famili zu erhalten, <hi rendition="#fr">E&#x017F;tor</hi> am a. o. § 4 &#x017F;. 56.<lb/>
Denn die farende habe geho&#x0364;rete ordentlicher wei&#x017F;e<lb/>
nicht dahin, am a. o. cap. 4 § 1-4 fg.</p>
        </div><lb/>
        <div n="3">
          <head>§ 840</head><lb/>
          <note place="left">wie es da-<lb/>
mit im<lb/>
oberfur&#x017F;ten-<lb/>
tume He&#x017F;&#x017F;en</note>
          <p>Der &#x017F;tadt- und lands-gebrauch im oberfu&#x0364;r&#x017F;ten-<lb/>
tume He&#x017F;&#x017F;en in den <hi rendition="#fr">Senkenbergi&#x017F;chen</hi> <hi rendition="#aq">&#x017F;electis<lb/>
iur. et hi&#x017F;t. III</hi>ten teile &#x017F;. 283 be&#x017F;aget hiervon fol-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">gendes:</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[360/0372] CXII haubtſt. vom anfalls- entzogen, und heiſſen daher verfangene guͤter, Friſch im Teutſch-Lateiniſchen woͤrter-buche, Iten teile ſ. 248, Wormſiſche reformation vom jare 1561 im Vten teile Vten b. tit. I ſ. 137, Lindaui- ſche vormundſchafts-ordnung tit. VII § 1 ſ. 126, Beſold im theſauro practico: unter dem worte ausſpruch: und in der fortſezung deſſelben, un- ter der rubrik: verfangenſchaft, Wehner in den obſeruat. practicis unter eben dieſem worte ſ. 470. den ehegat- ten die freie gebarung. § 839 Den anlas zu dieſem rechte hat zweifels one, nebſt andern urſachen, der haß wider die andre ehe gegeben; wannenher man ſich beſtrebet hat, den uͤberlebenden ehegenoſſen vom weitern heiraten abzuhalten; imgleichen damit die guͤter nicht moͤg- ten zerſtreuet werden, vilmehr ſolche bei den kin- dern erſter ehe verbleiben ſollten, welche one dem bei lebzeiten irer aͤltern in der gemeinſchaft derſel- ben ſich befunden hatten, Eſtor am a. o. cap. V § 1 § 2 ſ. 48 fgg., ſolchemnach die kinder in ires verſtorbenen vaters oder der mutter ſtelle traten, darnebſt aus obigen urſachen in des uͤberlebenden teiles guͤter das eigentum entweder gaͤnzlich oder nur zu einem gewiſſen teile erhilten, bevorab wenn er ſich wieder verheiraten wollte; welchem man noch beifuͤgen moͤgte, daß die Teutſchen fuͤrnaͤm- lich ſich dahin beſtrebet haben, die ligenden guͤter, welche meiſtens von den vorfaren herkamen, bei der famili zu erhalten, Eſtor am a. o. § 4 ſ. 56. Denn die farende habe gehoͤrete ordentlicher weiſe nicht dahin, am a. o. cap. 4 § 1-4 fg. § 840 Der ſtadt- und lands-gebrauch im oberfuͤrſten- tume Heſſen in den Senkenbergiſchen ſelectis iur. et hiſt. IIIten teile ſ. 283 beſaget hiervon fol- gendes:

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/372
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 360. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/372>, abgerufen am 23.02.2019.