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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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von der ehescheidung.
mit beiderseitigen bewilligung, die paten- und do-
ten-stelle bei der firmelung, Hert cap. III not.
veter. Franc. regni
§ 3 s. 281 vol. II opusc.

§ 845

Durch den ehebruch wurde die ehefrau desder verlust,
welchen der
ehebruch
nach sich ge-
zogen, wird
bemerket.

vom ehemanne ausgesezten brautschazes und an-
derer gerechtsamen, welche sie nach dessen abster-
ben erhalten hätte, verlustig. Es fället nicht
minder die brautfreigebigkeit samt dem eingebrach-
ten dem ehemanne zu, von Westphal in der vor-
rede zum IIIten bande der monument. inedit.
s. 81; da hingegen wenn der ehemann die eheliche
treue bricht, verliret er dadurch sein zugebrachtes
heiratgut und die bräutelgabe, Schwabenspigel
cap. 298, Wormsische reformation am a. o. s.
137, Baierisches landrecht tit. I art. 5, Nassau-
Cazenellenbogische gerichts- und landes-ordnung,
im IIIIten teile cap. XIV § 4, 5 s. 149.

§ 846

Daß der kaiser Ludewig aus Baiern die Mar-die kaiserli-
che eheschei-
dung der
Margare-
ten Maul-
tasch in wird
angezeiget.

gareta Maultaschin von irem ehegemale geschiden
habe, ist eine bekannte sache. Die trennungs-
urkunde stehet bei dem von Leibniz im Iten teile
des cod. iuris gent. diplomatici s. 154-156.
Die personen waren dise:

Johannes König in Böhmen + 1346.
Carl der IIIIte
Kaiser + 1378
Johann Heinrich, Markgraf
zu Mären gebr. 1322 Ite ge-
malin Margareta, Hein-
richs, Herzogs in Kärnten
und grafens zu Tirol toch-
ter 1327, geschiden 1341.
§ 847

Dieweil aber dise geschidene mit dem kaiserli-der kaiser
Ludewig er-
teilet des-

chen prinzen Ludewigen zu Brandenburg nicht

ver-

von der eheſcheidung.
mit beiderſeitigen bewilligung, die paten- und do-
ten-ſtelle bei der firmelung, Hert cap. III not.
veter. Franc. regni
§ 3 ſ. 281 vol. II opuſc.

§ 845

Durch den ehebruch wurde die ehefrau desder verluſt,
welchen der
ehebruch
nach ſich ge-
zogen, wird
bemerket.

vom ehemanne ausgeſezten brautſchazes und an-
derer gerechtſamen, welche ſie nach deſſen abſter-
ben erhalten haͤtte, verluſtig. Es faͤllet nicht
minder die brautfreigebigkeit ſamt dem eingebrach-
ten dem ehemanne zu, von Weſtphal in der vor-
rede zum IIIten bande der monument. inedit.
ſ. 81; da hingegen wenn der ehemann die eheliche
treue bricht, verliret er dadurch ſein zugebrachtes
heiratgut und die braͤutelgabe, Schwabenſpigel
cap. 298, Wormſiſche reformation am a. o. ſ.
137, Baieriſches landrecht tit. I art. 5, Naſſau-
Cazenellenbogiſche gerichts- und landes-ordnung,
im IIIIten teile cap. XIV § 4, 5 ſ. 149.

§ 846

Daß der kaiſer Ludewig aus Baiern die Mar-die kaiſerli-
che eheſchei-
dung der
Margare-
ten Maul-
taſch in wird
angezeiget.

gareta Maultaſchin von irem ehegemale geſchiden
habe, iſt eine bekannte ſache. Die trennungs-
urkunde ſtehet bei dem von Leibniz im Iten teile
des cod. iuris gent. diplomatici ſ. 154-156.
Die perſonen waren diſe:

Johannes Koͤnig in Boͤhmen † 1346.
Carl der IIIIte
Kaiſer † 1378
Johann Heinrich, Markgraf
zu Maͤren gebr. 1322 Ite ge-
malin Margareta, Hein-
richs, Herzogs in Kaͤrnten
und grafens zu Tirol toch-
ter 1327, geſchiden 1341.
§ 847

Dieweil aber diſe geſchidene mit dem kaiſerli-der kaiſer
Ludewig er-
teilet des-

chen prinzen Ludewigen zu Brandenburg nicht

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[365/0377] von der eheſcheidung. mit beiderſeitigen bewilligung, die paten- und do- ten-ſtelle bei der firmelung, Hert cap. III not. veter. Franc. regni § 3 ſ. 281 vol. II opuſc. § 845 Durch den ehebruch wurde die ehefrau des vom ehemanne ausgeſezten brautſchazes und an- derer gerechtſamen, welche ſie nach deſſen abſter- ben erhalten haͤtte, verluſtig. Es faͤllet nicht minder die brautfreigebigkeit ſamt dem eingebrach- ten dem ehemanne zu, von Weſtphal in der vor- rede zum IIIten bande der monument. inedit. ſ. 81; da hingegen wenn der ehemann die eheliche treue bricht, verliret er dadurch ſein zugebrachtes heiratgut und die braͤutelgabe, Schwabenſpigel cap. 298, Wormſiſche reformation am a. o. ſ. 137, Baieriſches landrecht tit. I art. 5, Naſſau- Cazenellenbogiſche gerichts- und landes-ordnung, im IIIIten teile cap. XIV § 4, 5 ſ. 149. der verluſt, welchen der ehebruch nach ſich ge- zogen, wird bemerket. § 846 Daß der kaiſer Ludewig aus Baiern die Mar- gareta Maultaſchin von irem ehegemale geſchiden habe, iſt eine bekannte ſache. Die trennungs- urkunde ſtehet bei dem von Leibniz im Iten teile des cod. iuris gent. diplomatici ſ. 154-156. Die perſonen waren diſe: die kaiſerli- che eheſchei- dung der Margare- ten Maul- taſch in wird angezeiget. Johannes Koͤnig in Boͤhmen † 1346. Carl der IIIIte Kaiſer † 1378 Johann Heinrich, Markgraf zu Maͤren gebr. 1322 Ite ge- malin Margareta, Hein- richs, Herzogs in Kaͤrnten und grafens zu Tirol toch- ter 1327, geſchiden 1341. § 847 Dieweil aber diſe geſchidene mit dem kaiſerli- chen prinzen Ludewigen zu Brandenburg nicht ver- der kaiſer Ludewig er- teilet des-

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 365. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/377>, abgerufen am 17.02.2019.