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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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von den schweinen.
§ 1226

Die untertanen müssen, wo sie keine eigenewie es diß-
falls mit der
untertanen
schweinen
zu halten
sey?

waldung haben, in ires herrn wald treiben, wo-
fern sie nicht allzuweit davon entfernet ligen, z. e.
4 meilen. Wo man die behölzigung hat, dahin
muß man in die mast treiben.

§ 1227

Daß die herrschaft das recht habe, die in diedie herr-
schaft hat
das recht
die in die
mast ein-
schlagenden
schweine
brennen zu
lassen.

mast einschlagenden schweine zu vermeidung der
unterschleife bei der mastung brennen zu lassen,
und dem förster eine kleine abgabe dafür anzuwei-
sen, das ist keinem zweifel unterworfen; allein
den landständen will man dises nicht verstatten,
wo kein herkommen vorhanden ist. Wenn aber
die schweine ausgehoben werden, erhalten die ei-
gentümer das erlegte mast- auch wohl brenngelt
wieder, Reinhard de iure forestali, s. 120.

§ 1228

Ein hirt muß für die ihm anvertraute schweineder hirt
muß für die
verlornen
schweine ste-
hen.

stehen, mithin welches er verliret, oder verwar-
loset erstatten, Reinhardt am a. o. s. 119. Er
muß auch ausserdem behutsam mit den schweinen
umgehen, Leopoldt s. 473 fg.

§ 1229

Die schweine bleiben entweder zur zucht gelas-die zucht-
und mast-
schweine.

sen, oder sie werden zum schlachten aufgestellet.
Dise sollen nun entweder zum specke, oder zu kü-
chenschweinen gebrauchet werden. Dise leztere
werden auch schlichtschweine benennet. Die mast-
schweine werden in Sachsen zu der adelichen wit-
ben mußteile gerechnet.

§ 1230

Unter die würste, welche die fleischer verkaufen,was die flei-
scher bei ver-
fertigung
der würste
unterlassen
sollen?

soll kein rind- kühe- schöpsen- schafe- bocks- zigen-
oder kälber-schweis, vilweniger gehänge oder kal-
daunen untergemenget werden, S. Gothaische

landes-
von den ſchweinen.
§ 1226

Die untertanen muͤſſen, wo ſie keine eigenewie es diß-
falls mit der
untertanen
ſchweinen
zu halten
ſey?

waldung haben, in ires herrn wald treiben, wo-
fern ſie nicht allzuweit davon entfernet ligen, z. e.
4 meilen. Wo man die behoͤlzigung hat, dahin
muß man in die maſt treiben.

§ 1227

Daß die herrſchaft das recht habe, die in diedie herr-
ſchaft hat
das recht
die in die
maſt ein-
ſchlagenden
ſchweine
brennen zu
laſſen.

maſt einſchlagenden ſchweine zu vermeidung der
unterſchleife bei der maſtung brennen zu laſſen,
und dem foͤrſter eine kleine abgabe dafuͤr anzuwei-
ſen, das iſt keinem zweifel unterworfen; allein
den landſtaͤnden will man diſes nicht verſtatten,
wo kein herkommen vorhanden iſt. Wenn aber
die ſchweine ausgehoben werden, erhalten die ei-
gentuͤmer das erlegte maſt- auch wohl brenngelt
wieder, Reinhard de iure foreſtali, ſ. 120.

§ 1228

Ein hirt muß fuͤr die ihm anvertraute ſchweineder hirt
muß fuͤr die
verlornen
ſchweine ſte-
hen.

ſtehen, mithin welches er verliret, oder verwar-
loſet erſtatten, Reinhardt am a. o. ſ. 119. Er
muß auch auſſerdem behutſam mit den ſchweinen
umgehen, Leopoldt ſ. 473 fg.

§ 1229

Die ſchweine bleiben entweder zur zucht gelaſ-die zucht-
und maſt-
ſchweine.

ſen, oder ſie werden zum ſchlachten aufgeſtellet.
Diſe ſollen nun entweder zum ſpecke, oder zu kuͤ-
chenſchweinen gebrauchet werden. Diſe leztere
werden auch ſchlichtſchweine benennet. Die maſt-
ſchweine werden in Sachſen zu der adelichen wit-
ben mußteile gerechnet.

§ 1230

Unter die wuͤrſte, welche die fleiſcher verkaufen,was die flei-
ſcher bei ver-
fertigung
der wuͤrſte
unterlaſſen
ſollen?

ſoll kein rind- kuͤhe- ſchoͤpſen- ſchafe- bocks- zigen-
oder kaͤlber-ſchweis, vilweniger gehaͤnge oder kal-
daunen untergemenget werden, S. Gothaiſche

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[511/0523] von den ſchweinen. § 1226 Die untertanen muͤſſen, wo ſie keine eigene waldung haben, in ires herrn wald treiben, wo- fern ſie nicht allzuweit davon entfernet ligen, z. e. 4 meilen. Wo man die behoͤlzigung hat, dahin muß man in die maſt treiben. wie es diß- falls mit der untertanen ſchweinen zu halten ſey? § 1227 Daß die herrſchaft das recht habe, die in die maſt einſchlagenden ſchweine zu vermeidung der unterſchleife bei der maſtung brennen zu laſſen, und dem foͤrſter eine kleine abgabe dafuͤr anzuwei- ſen, das iſt keinem zweifel unterworfen; allein den landſtaͤnden will man diſes nicht verſtatten, wo kein herkommen vorhanden iſt. Wenn aber die ſchweine ausgehoben werden, erhalten die ei- gentuͤmer das erlegte maſt- auch wohl brenngelt wieder, Reinhard de iure foreſtali, ſ. 120. die herr- ſchaft hat das recht die in die maſt ein- ſchlagenden ſchweine brennen zu laſſen. § 1228 Ein hirt muß fuͤr die ihm anvertraute ſchweine ſtehen, mithin welches er verliret, oder verwar- loſet erſtatten, Reinhardt am a. o. ſ. 119. Er muß auch auſſerdem behutſam mit den ſchweinen umgehen, Leopoldt ſ. 473 fg. der hirt muß fuͤr die verlornen ſchweine ſte- hen. § 1229 Die ſchweine bleiben entweder zur zucht gelaſ- ſen, oder ſie werden zum ſchlachten aufgeſtellet. Diſe ſollen nun entweder zum ſpecke, oder zu kuͤ- chenſchweinen gebrauchet werden. Diſe leztere werden auch ſchlichtſchweine benennet. Die maſt- ſchweine werden in Sachſen zu der adelichen wit- ben mußteile gerechnet. die zucht- und maſt- ſchweine. § 1230 Unter die wuͤrſte, welche die fleiſcher verkaufen, ſoll kein rind- kuͤhe- ſchoͤpſen- ſchafe- bocks- zigen- oder kaͤlber-ſchweis, vilweniger gehaͤnge oder kal- daunen untergemenget werden, S. Gothaiſche landes- was die flei- ſcher bei ver- fertigung der wuͤrſte unterlaſſen ſollen?

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 511. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/523>, abgerufen am 19.03.2019.