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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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XXIX haubtstück von den
concursen, bei der hülfe und auspfändung, im
anlehne etc., Crells disp. de priuilegio sementis
et seminum.

§ 1413
worauf die
policei bei
dem mangel
an korne
zum besten
des landes
zu sehen hat.

Bei dem mangel an korne ist den untertanen
anzubefelen, gersten, erbsen und bonen mit unter
zu malen. Wie dann auch die bäcker 1/3 gerste
untermalen müssen. Die policei hat in zeiten auf
gute magazinen zu denken, selbige anzufüllen und
bei behöriger zeit zu eröffnen, damit keine mutwil-
lige teurung veranlasset werde, ausserdem die aus-
fuhr und das branteweinbrennen zu verbiten.

§ 1414
vom frucht-
messen,

Wegen des zu- und ausmessens der früchte ist
dahin zu sehen, daß iedes frucht gemäs geeichet,
und mit einem brandzeichen beglaubiget, das un-
richtige hergegen zerschlagen, und derjenige, wel-
cher es gebrauchet, bestrafet werde. Von den
verschidenen benennungen des fruchtgemäses in
verschidenen Teutschen landen sihe das öconomi-
sche lexicon s. 939. Von den betrügereien im
mase und gewichte handelt die p. h. g. o. kaiser
Carls des Vten art. 113. Das richtige und einer-
lei gemäß, auch die sorgfältige aufsicht auf den
billigmäsigen preis bei dem öffentlichen getreide-
verkaufe bringet einem lande ebenfalls grosen nu-
zen des fruchthandels halber.

§ 1415
und was
dabei zu un-
terlassen ist?

Das rütteln des gemäses, eindrücken der früch-
te in selbiges, anstoßen mit den füßen, trampen
auf dem fußboden, ist nicht zu gestatten, sondern
es ist wie die frucht aus dem sacke läufet, oder
von der schaufel in das gemäs fället, zubelassen.
wie es des
streichens
Darauf ist mit der hand, sodann mit der streiche
zu streichen. Den steg muß man nach dem strei-
chen allenthalben sehen können.

§ 1416

XXIX haubtſtuͤck von den
concurſen, bei der huͤlfe und auspfaͤndung, im
anlehne ꝛc., Crells diſp. de priuilegio ſementis
et ſeminum.

§ 1413
worauf die
policei bei
dem mangel
an korne
zum beſten
des landes
zu ſehen hat.

Bei dem mangel an korne iſt den untertanen
anzubefelen, gerſten, erbſen und bonen mit unter
zu malen. Wie dann auch die baͤcker ⅓ gerſte
untermalen muͤſſen. Die policei hat in zeiten auf
gute magazinen zu denken, ſelbige anzufuͤllen und
bei behoͤriger zeit zu eroͤffnen, damit keine mutwil-
lige teurung veranlaſſet werde, auſſerdem die aus-
fuhr und das branteweinbrennen zu verbiten.

§ 1414
vom frucht-
meſſen,

Wegen des zu- und ausmeſſens der fruͤchte iſt
dahin zu ſehen, daß iedes frucht gemaͤs geeichet,
und mit einem brandzeichen beglaubiget, das un-
richtige hergegen zerſchlagen, und derjenige, wel-
cher es gebrauchet, beſtrafet werde. Von den
verſchidenen benennungen des fruchtgemaͤſes in
verſchidenen Teutſchen landen ſihe das oͤconomi-
ſche lexicon ſ. 939. Von den betruͤgereien im
maſe und gewichte handelt die p. h. g. o. kaiſer
Carls des Vten art. 113. Das richtige und einer-
lei gemaͤß, auch die ſorgfaͤltige aufſicht auf den
billigmaͤſigen preis bei dem oͤffentlichen getreide-
verkaufe bringet einem lande ebenfalls groſen nu-
zen des fruchthandels halber.

§ 1415
und was
dabei zu un-
terlaſſen iſt?

Das ruͤtteln des gemaͤſes, eindruͤcken der fruͤch-
te in ſelbiges, anſtoßen mit den fuͤßen, trampen
auf dem fußboden, iſt nicht zu geſtatten, ſondern
es iſt wie die frucht aus dem ſacke laͤufet, oder
von der ſchaufel in das gemaͤs faͤllet, zubelaſſen.
wie es des
ſtreichens
Darauf iſt mit der hand, ſodann mit der ſtreiche
zu ſtreichen. Den ſteg muß man nach dem ſtrei-
chen allenthalben ſehen koͤnnen.

§ 1416
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[578/0590] XXIX haubtſtuͤck von den concurſen, bei der huͤlfe und auspfaͤndung, im anlehne ꝛc., Crells diſp. de priuilegio ſementis et ſeminum. § 1413 Bei dem mangel an korne iſt den untertanen anzubefelen, gerſten, erbſen und bonen mit unter zu malen. Wie dann auch die baͤcker ⅓ gerſte untermalen muͤſſen. Die policei hat in zeiten auf gute magazinen zu denken, ſelbige anzufuͤllen und bei behoͤriger zeit zu eroͤffnen, damit keine mutwil- lige teurung veranlaſſet werde, auſſerdem die aus- fuhr und das branteweinbrennen zu verbiten. § 1414 Wegen des zu- und ausmeſſens der fruͤchte iſt dahin zu ſehen, daß iedes frucht gemaͤs geeichet, und mit einem brandzeichen beglaubiget, das un- richtige hergegen zerſchlagen, und derjenige, wel- cher es gebrauchet, beſtrafet werde. Von den verſchidenen benennungen des fruchtgemaͤſes in verſchidenen Teutſchen landen ſihe das oͤconomi- ſche lexicon ſ. 939. Von den betruͤgereien im maſe und gewichte handelt die p. h. g. o. kaiſer Carls des Vten art. 113. Das richtige und einer- lei gemaͤß, auch die ſorgfaͤltige aufſicht auf den billigmaͤſigen preis bei dem oͤffentlichen getreide- verkaufe bringet einem lande ebenfalls groſen nu- zen des fruchthandels halber. § 1415 Das ruͤtteln des gemaͤſes, eindruͤcken der fruͤch- te in ſelbiges, anſtoßen mit den fuͤßen, trampen auf dem fußboden, iſt nicht zu geſtatten, ſondern es iſt wie die frucht aus dem ſacke laͤufet, oder von der ſchaufel in das gemaͤs faͤllet, zubelaſſen. Darauf iſt mit der hand, ſodann mit der ſtreiche zu ſtreichen. Den ſteg muß man nach dem ſtrei- chen allenthalben ſehen koͤnnen. wie es des ſtreichens § 1416

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 578. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/590>, abgerufen am 19.02.2019.