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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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XXV. haubtst. von angesessenen etc.
besten der fremden die naturalisation eingeführet
worden, kraft deren einer für einen inländisch ge-
bohrnen erkläret wird, mithin wird er dadurch fä-
hig zu ehrenämtern.

Drei und zwanzigstes haubtstück
von den eingebohrnen einer Stadt

oder eines Dorfes.
§ 126

Landsleute eines Ortes sind diejenige, welche anwas der
eingebohr-
ne eines or-
tes sey?

einem orte wohnen und mitglieder derselben ge-
meinde sind. Hieraus folget, daß nicht alle, wel-
che an einem orte sich befinden, zugleich mitbürger
oder mitnachbaren seind. Denn es gibet auch
schuzverwandten, miethleute etc.

Vier und zwanzigstes haubtstück
von beisassen.
§ 127

Beisassen, einliger (incolae) werden zwar nichtbeisassen
sind keine
glider der
gemeinde.

als fremde angesehen, doch sind sie keine
glider der gemeinde, haben solchemnach an den
gemeinen nuzungen keinen anteil. Sie müssen
die einen flecken habenden verstorbenen zum grabe
tragen, immaßen sich dessen die zünfte wegern,
sihe thesauri practici Besoldiani continuatio un-
ter dem worte, beisaß, hintersaß s. 291 u. 716, 717.

Fünf und zwanzigstes haubtstück
von den angesessenen auswärtigen.
§ 128

Diejenige, welche güter in der stadt oder dorf-von angefes
senen aus-
wärtigen.

flure haben und nicht daselbst wohnen, heis-

sen
D 4

XXV. haubtſt. von angeſeſſenen ꝛc.
beſten der fremden die naturaliſation eingefuͤhret
worden, kraft deren einer fuͤr einen inlaͤndiſch ge-
bohrnen erklaͤret wird, mithin wird er dadurch faͤ-
hig zu ehrenaͤmtern.

Drei und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von den eingebohrnen einer Stadt

oder eines Dorfes.
§ 126

Landsleute eines Ortes ſind diejenige, welche anwas der
eingebohr-
ne eines or-
tes ſey?

einem orte wohnen und mitglieder derſelben ge-
meinde ſind. Hieraus folget, daß nicht alle, wel-
che an einem orte ſich befinden, zugleich mitbuͤrger
oder mitnachbaren ſeind. Denn es gibet auch
ſchuzverwandten, miethleute ꝛc.

Vier und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von beiſaſſen.
§ 127

Beiſaſſen, einliger (incolae) werden zwar nichtbeiſaſſen
ſind keine
glider der
gemeinde.

als fremde angeſehen, doch ſind ſie keine
glider der gemeinde, haben ſolchemnach an den
gemeinen nuzungen keinen anteil. Sie muͤſſen
die einen flecken habenden verſtorbenen zum grabe
tragen, immaßen ſich deſſen die zuͤnfte wegern,
ſihe theſauri practici Beſoldiani continuatio un-
ter dem worte, beiſaß, hinterſaß ſ. 291 u. 716, 717.

Fuͤnf und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von den angeſeſſenen auswaͤrtigen.
§ 128

Diejenige, welche guͤter in der ſtadt oder dorf-von angefeſ
ſenen aus-
waͤrtigen.

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ſen
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[55/0065] XXV. haubtſt. von angeſeſſenen ꝛc. beſten der fremden die naturaliſation eingefuͤhret worden, kraft deren einer fuͤr einen inlaͤndiſch ge- bohrnen erklaͤret wird, mithin wird er dadurch faͤ- hig zu ehrenaͤmtern. Drei und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den eingebohrnen einer Stadt oder eines Dorfes. § 126 Landsleute eines Ortes ſind diejenige, welche an einem orte wohnen und mitglieder derſelben ge- meinde ſind. Hieraus folget, daß nicht alle, wel- che an einem orte ſich befinden, zugleich mitbuͤrger oder mitnachbaren ſeind. Denn es gibet auch ſchuzverwandten, miethleute ꝛc. was der eingebohr- ne eines or- tes ſey? Vier und zwanzigſtes haubtſtuͤck von beiſaſſen. § 127 Beiſaſſen, einliger (incolae) werden zwar nicht als fremde angeſehen, doch ſind ſie keine glider der gemeinde, haben ſolchemnach an den gemeinen nuzungen keinen anteil. Sie muͤſſen die einen flecken habenden verſtorbenen zum grabe tragen, immaßen ſich deſſen die zuͤnfte wegern, ſihe theſauri practici Beſoldiani continuatio un- ter dem worte, beiſaß, hinterſaß ſ. 291 u. 716, 717. beiſaſſen ſind keine glider der gemeinde. Fuͤnf und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den angeſeſſenen auswaͤrtigen. § 128 Diejenige, welche guͤter in der ſtadt oder dorf- flure haben und nicht daſelbſt wohnen, heiſ- ſen von angefeſ ſenen aus- waͤrtigen. D 4

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 55. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/65>, abgerufen am 21.02.2019.