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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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LX haubtstück
zihwerk, 37) die zih-scheiben, 38) das getribe,
39) das zihstirnrad, 40) die panster-ketten, 41)
die weife, oder gatter, 42) die scheiden, 43)
die stammschere, 44) die zapfen-lager, 45) die
rückschere, 46) der rück-baum, 47) die stelze,
48) der zihboden, der mehl-boden, und der staub-
boden.

§ 2372
die rechte
und gerech-
tigkeiten
bei den mü-
len.

Bei dem mülen-wesen kommen mancherlei rech-
te und gerechtigkeiten vor. Es sind die rechte teils
hoheits-rechte, teils regalien. Denn das mülen-
wesen in einem lande gehöret zur aufsicht und an-
ordnung sowohl einrichtung des landesherrns, oder
fürsicht der policei, und nicht allezeit zu den rega-
lien, wofern die mülen nicht auf strömen und öf-
fentlichen flüssen angeleget werden wollen, von
Rohr
im haushaltungs-rechte s. 586, von Justi
am a. o. II s. 178, oder die landesgesäze des mü-
len-baues halber überhaubt ein andres verordnen
wie in Hessen, in der Kur-Mark-Brandenburg,
S. Altenburgischen landen. Sihe die neue samm-
lung verschidener von zeit der publicirten landes-
ordnung des fürstentumes Altenburg ergangener
verordnungen, 1750, 4, s. 179.

§ 2373
von den
mülen-ord-
nungen.

Zu den hoheits-rechten gehöret: die gewalt
mülen-ordnungen abzufassen und ausgehen zu las-
sen, welche sowohl die mül-herren und müller bei
den mülen und wasserbaue, als auch die mahl-
gäste, nicht minder die müller und deren knappen,
auch treibere, bei iren mül-wesen und malen zu
beobachten haben. Nach selbiger werden die
streitigkeiten, welche bei mülgebäuden vorfallen
mögen, entschiden. Sie bestimmen die fischerei
in den mülgraben, F. H. Casselische greben-ord-
nung tit. 26 § 16 s. 62, den mahl- wehr- sicher-

pfal,

LX haubtſtuͤck
zihwerk, 37) die zih-ſcheiben, 38) das getribe,
39) das zihſtirnrad, 40) die panſter-ketten, 41)
die weife, oder gatter, 42) die ſcheiden, 43)
die ſtammſchere, 44) die zapfen-lager, 45) die
ruͤckſchere, 46) der ruͤck-baum, 47) die ſtelze,
48) der zihboden, der mehl-boden, und der ſtaub-
boden.

§ 2372
die rechte
und gerech-
tigkeiten
bei den muͤ-
len.

Bei dem muͤlen-weſen kommen mancherlei rech-
te und gerechtigkeiten vor. Es ſind die rechte teils
hoheits-rechte, teils regalien. Denn das muͤlen-
weſen in einem lande gehoͤret zur aufſicht und an-
ordnung ſowohl einrichtung des landesherrns, oder
fuͤrſicht der policei, und nicht allezeit zu den rega-
lien, wofern die muͤlen nicht auf ſtroͤmen und oͤf-
fentlichen fluͤſſen angeleget werden wollen, von
Rohr
im haushaltungs-rechte ſ. 586, von Juſti
am a. o. II ſ. 178, oder die landesgeſaͤze des muͤ-
len-baues halber uͤberhaubt ein andres verordnen
wie in Heſſen, in der Kur-Mark-Brandenburg,
S. Altenburgiſchen landen. Sihe die neue ſamm-
lung verſchidener von zeit der publicirten landes-
ordnung des fuͤrſtentumes Altenburg ergangener
verordnungen, 1750, 4, ſ. 179.

§ 2373
von den
muͤlen-ord-
nungen.

Zu den hoheits-rechten gehoͤret: die gewalt
muͤlen-ordnungen abzufaſſen und ausgehen zu laſ-
ſen, welche ſowohl die muͤl-herren und muͤller bei
den muͤlen und waſſerbaue, als auch die mahl-
gaͤſte, nicht minder die muͤller und deren knappen,
auch treibere, bei iren muͤl-weſen und malen zu
beobachten haben. Nach ſelbiger werden die
ſtreitigkeiten, welche bei muͤlgebaͤuden vorfallen
moͤgen, entſchiden. Sie beſtimmen die fiſcherei
in den muͤlgraben, F. H. Caſſeliſche greben-ord-
nung tit. 26 § 16 ſ. 62, den mahl- wehr- ſicher-

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[946/0958] LX haubtſtuͤck zihwerk, 37) die zih-ſcheiben, 38) das getribe, 39) das zihſtirnrad, 40) die panſter-ketten, 41) die weife, oder gatter, 42) die ſcheiden, 43) die ſtammſchere, 44) die zapfen-lager, 45) die ruͤckſchere, 46) der ruͤck-baum, 47) die ſtelze, 48) der zihboden, der mehl-boden, und der ſtaub- boden. § 2372 Bei dem muͤlen-weſen kommen mancherlei rech- te und gerechtigkeiten vor. Es ſind die rechte teils hoheits-rechte, teils regalien. Denn das muͤlen- weſen in einem lande gehoͤret zur aufſicht und an- ordnung ſowohl einrichtung des landesherrns, oder fuͤrſicht der policei, und nicht allezeit zu den rega- lien, wofern die muͤlen nicht auf ſtroͤmen und oͤf- fentlichen fluͤſſen angeleget werden wollen, von Rohr im haushaltungs-rechte ſ. 586, von Juſti am a. o. II ſ. 178, oder die landesgeſaͤze des muͤ- len-baues halber uͤberhaubt ein andres verordnen wie in Heſſen, in der Kur-Mark-Brandenburg, S. Altenburgiſchen landen. Sihe die neue ſamm- lung verſchidener von zeit der publicirten landes- ordnung des fuͤrſtentumes Altenburg ergangener verordnungen, 1750, 4, ſ. 179. § 2373 Zu den hoheits-rechten gehoͤret: die gewalt muͤlen-ordnungen abzufaſſen und ausgehen zu laſ- ſen, welche ſowohl die muͤl-herren und muͤller bei den muͤlen und waſſerbaue, als auch die mahl- gaͤſte, nicht minder die muͤller und deren knappen, auch treibere, bei iren muͤl-weſen und malen zu beobachten haben. Nach ſelbiger werden die ſtreitigkeiten, welche bei muͤlgebaͤuden vorfallen moͤgen, entſchiden. Sie beſtimmen die fiſcherei in den muͤlgraben, F. H. Caſſeliſche greben-ord- nung tit. 26 § 16 ſ. 62, den mahl- wehr- ſicher- pfal,

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 946. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/958>, abgerufen am 18.02.2019.