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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von den gedingen.
cartels wegen der ausreiser, der gefangenen halber,
die bündniße, landtagsabschide, garantien, fri-
densschlüsse.

Beispile der privatpacten.

Als da sind die successoria, fideicommissa
familiä, gewerschaften, gesellschaften, welche auf
beständig auch gestiftet werden können (§ 3491
des 2ten th.)

Beispile der gemischeten.

Hiher gehören 1) die wahlcapitulationen, 2)
die capitulationen mit den soldaten, 3) die capitu-
lation wegen übergebung der vestung etc.

Gegenstand der gedinge.

Das versprechen gehet entweder auf etwas zu
tun, oder zu geben. Kurz! es soll dahin das
versprechen gehalten werden. Die gedinge in rück-
sicht auf die versprechen sind entweder dingliche,
oder persönliche, oder gemischete.

Beispile.

Der regent gehet ein bündniß ein, schlüset ei-
nen friden, oder commerrien-tractat. Dises ist
dinglich und verbindet den nachfolger. Der regent
verspricht einem andern die hülfe, oder machet schul-
den. Dise gedinge sind persönliche, und gehen
den nachfolger, ordentlicher weise, nichts an.
Das obstagium, der eheverspruch, die anwün-
schung, die entledigung der väterlichen gewalt etc.
sind ebenfalls persönliche gedinge. Man hat aber
zuförderst hirbei zu sehen: 1) auf die personen, wel-
che das gedinge stiften, 2) auf die sache, worüber
dasselbe errichtet wird, 3) auf die form des gedin-

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von den gedingen.
cartels wegen der ausreiſer, der gefangenen halber,
die buͤndniße, landtagsabſchide, garantien, fri-
densſchluͤſſe.

Beiſpile der privatpacten.

Als da ſind die ſucceſſoria, fideicommiſſa
familiaͤ, gewerſchaften, geſellſchaften, welche auf
beſtaͤndig auch geſtiftet werden koͤnnen (§ 3491
des 2ten th.)

Beiſpile der gemiſcheten.

Hiher gehoͤren 1) die wahlcapitulationen, 2)
die capitulationen mit den ſoldaten, 3) die capitu-
lation wegen uͤbergebung der veſtung ꝛc.

Gegenſtand der gedinge.

Das verſprechen gehet entweder auf etwas zu
tun, oder zu geben. Kurz! es ſoll dahin das
verſprechen gehalten werden. Die gedinge in ruͤck-
ſicht auf die verſprechen ſind entweder dingliche,
oder perſoͤnliche, oder gemiſchete.

Beiſpile.

Der regent gehet ein buͤndniß ein, ſchluͤſet ei-
nen friden, oder commerrien-tractat. Diſes iſt
dinglich und verbindet den nachfolger. Der regent
verſpricht einem andern die huͤlfe, oder machet ſchul-
den. Diſe gedinge ſind perſoͤnliche, und gehen
den nachfolger, ordentlicher weiſe, nichts an.
Das obſtagium, der eheverſpruch, die anwuͤn-
ſchung, die entledigung der vaͤterlichen gewalt ꝛc.
ſind ebenfalls perſoͤnliche gedinge. Man hat aber
zufoͤrderſt hirbei zu ſehen: 1) auf die perſonen, wel-
che das gedinge ſtiften, 2) auf die ſache, woruͤber
daſſelbe errichtet wird, 3) auf die form des gedin-

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[1173/1197] von den gedingen. cartels wegen der ausreiſer, der gefangenen halber, die buͤndniße, landtagsabſchide, garantien, fri- densſchluͤſſe. Beiſpile der privatpacten. Als da ſind die ſucceſſoria, fideicommiſſa familiaͤ, gewerſchaften, geſellſchaften, welche auf beſtaͤndig auch geſtiftet werden koͤnnen (§ 3491 des 2ten th.) Beiſpile der gemiſcheten. Hiher gehoͤren 1) die wahlcapitulationen, 2) die capitulationen mit den ſoldaten, 3) die capitu- lation wegen uͤbergebung der veſtung ꝛc. Gegenſtand der gedinge. Das verſprechen gehet entweder auf etwas zu tun, oder zu geben. Kurz! es ſoll dahin das verſprechen gehalten werden. Die gedinge in ruͤck- ſicht auf die verſprechen ſind entweder dingliche, oder perſoͤnliche, oder gemiſchete. Beiſpile. Der regent gehet ein buͤndniß ein, ſchluͤſet ei- nen friden, oder commerrien-tractat. Diſes iſt dinglich und verbindet den nachfolger. Der regent verſpricht einem andern die huͤlfe, oder machet ſchul- den. Diſe gedinge ſind perſoͤnliche, und gehen den nachfolger, ordentlicher weiſe, nichts an. Das obſtagium, der eheverſpruch, die anwuͤn- ſchung, die entledigung der vaͤterlichen gewalt ꝛc. ſind ebenfalls perſoͤnliche gedinge. Man hat aber zufoͤrderſt hirbei zu ſehen: 1) auf die perſonen, wel- che das gedinge ſtiften, 2) auf die ſache, woruͤber daſſelbe errichtet wird, 3) auf die form des gedin- ges, E e e e 3

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1173. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1197>, abgerufen am 16.02.2019.