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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von kramschulden u. handelsbüch.
mechanische, und mathematische instrumente ge-
hören auch hieher; die banquiers, oder wechselher-
ren haben öffentliche wechselstuben. 1) Seidenvon den fabri-
ken.

2) instrumente und maschinen; hand- und reib-
mühle, blechfabrike, strumpffabrike, porcelan-
gold- und silber-fabriken; Küchelbecker s. 240.

Ein und dreißigstes haubtstück
von den schuld-bekenntnissen, oder ur-
kunden, auch brif und sigel.

Der teutsche laie konnte selten schreiben; sondern
der geistliche, und handelsmann waren darin
erfahren.

Der laie vom stande hing nur sein sigel an den
brif, und damit war er one unterschrift (§ 3828
des 2ten th.). Das frauenzimmer vom stande,
welches vermälet war, sigelte ebenfalls mit ires va-
ters, und ires gemales sigel. Unverheiratete
frauenspersonen haben vor dem XIVten jarhundert
nicht alle sigel gehabt. Scheids nachrichten von
dem hohen, und nidern adel in Teutschlande, s. 230
fg. 1754 in 4t. Das angehängete sigel hatte große
giltigkeit, Boehmer de iure et auctoritate sigilli
authentici,
Halle 1742, und im T. IIII exerc. ad
p. s. 291 fg. Joh. Sam. Stryk de exceptione
deficientis sigilli,
Halle 1702. Daher ist noch in
Reutlingen iederzeit herkommens gewesen: daß die
hinzufügung des öffentlichen sigels zur begründung
einer öffentlichen hypothek für zureichend gehalten
worden sei; wenn schon nicht zugleich einer öffent-
lichen person dasiger Reichsstadt unterschrift dar-
zu gekommen ist, welches man in vorigen zeiten
nimalen, izt aber seit einigen jaren durch den je-

weili-
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von kramſchulden u. handelsbuͤch.
mechaniſche, und mathematiſche inſtrumente ge-
hoͤren auch hieher; die banquiers, oder wechſelher-
ren haben oͤffentliche wechſelſtuben. 1) Seidenvon den fabri-
ken.

2) inſtrumente und maſchinen; hand- und reib-
muͤhle, blechfabrike, ſtrumpffabrike, porcelan-
gold- und ſilber-fabriken; Kuͤchelbecker ſ. 240.

Ein und dreißigſtes haubtſtuͤck
von den ſchuld-bekenntniſſen, oder ur-
kunden, auch brif und ſigel.

Der teutſche laie konnte ſelten ſchreiben; ſondern
der geiſtliche, und handelsmann waren darin
erfahren.

Der laie vom ſtande hing nur ſein ſigel an den
brif, und damit war er one unterſchrift (§ 3828
des 2ten th.). Das frauenzimmer vom ſtande,
welches vermaͤlet war, ſigelte ebenfalls mit ires va-
ters, und ires gemales ſigel. Unverheiratete
frauensperſonen haben vor dem XIVten jarhundert
nicht alle ſigel gehabt. Scheids nachrichten von
dem hohen, und nidern adel in Teutſchlande, ſ. 230
fg. 1754 in 4t. Das angehaͤngete ſigel hatte große
giltigkeit, Boehmer de iure et auctoritate ſigilli
authentici,
Halle 1742, und im T. IIII exerc. ad
π. ſ. 291 fg. Joh. Sam. Stryk de exceptione
deficientis ſigilli,
Halle 1702. Daher iſt noch in
Reutlingen iederzeit herkommens geweſen: daß die
hinzufuͤgung des oͤffentlichen ſigels zur begruͤndung
einer oͤffentlichen hypothek fuͤr zureichend gehalten
worden ſei; wenn ſchon nicht zugleich einer oͤffent-
lichen perſon daſiger Reichsſtadt unterſchrift dar-
zu gekommen iſt, welches man in vorigen zeiten
nimalen, izt aber ſeit einigen jaren durch den je-

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[1219/1243] von kramſchulden u. handelsbuͤch. mechaniſche, und mathematiſche inſtrumente ge- hoͤren auch hieher; die banquiers, oder wechſelher- ren haben oͤffentliche wechſelſtuben. 1) Seiden 2) inſtrumente und maſchinen; hand- und reib- muͤhle, blechfabrike, ſtrumpffabrike, porcelan- gold- und ſilber-fabriken; Kuͤchelbecker ſ. 240. von den fabri- ken. Ein und dreißigſtes haubtſtuͤck von den ſchuld-bekenntniſſen, oder ur- kunden, auch brif und ſigel. Der teutſche laie konnte ſelten ſchreiben; ſondern der geiſtliche, und handelsmann waren darin erfahren. Der laie vom ſtande hing nur ſein ſigel an den brif, und damit war er one unterſchrift (§ 3828 des 2ten th.). Das frauenzimmer vom ſtande, welches vermaͤlet war, ſigelte ebenfalls mit ires va- ters, und ires gemales ſigel. Unverheiratete frauensperſonen haben vor dem XIVten jarhundert nicht alle ſigel gehabt. Scheids nachrichten von dem hohen, und nidern adel in Teutſchlande, ſ. 230 fg. 1754 in 4t. Das angehaͤngete ſigel hatte große giltigkeit, Boehmer de iure et auctoritate ſigilli authentici, Halle 1742, und im T. IIII exerc. ad π. ſ. 291 fg. Joh. Sam. Stryk de exceptione deficientis ſigilli, Halle 1702. Daher iſt noch in Reutlingen iederzeit herkommens geweſen: daß die hinzufuͤgung des oͤffentlichen ſigels zur begruͤndung einer oͤffentlichen hypothek fuͤr zureichend gehalten worden ſei; wenn ſchon nicht zugleich einer oͤffent- lichen perſon daſiger Reichsſtadt unterſchrift dar- zu gekommen iſt, welches man in vorigen zeiten nimalen, izt aber ſeit einigen jaren durch den je- weili- H h h h 2

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1219. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1243>, abgerufen am 23.02.2019.