Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

Bild:
<< vorherige Seite

von der gerichtbarkeit etc.
dergleichen haben Hanau und Jsenburg etc. (§ 1753,
§ 2441 des 1ten th.). die bannpfennige sind die
herrschaftliche strafen, welche in den kaiserlichen
kasten ehedem erleget wurden. Der sogenannte
bannrichter ist entweder die person, welche übers
blut richtet, oder damit belehnet ist. Die bann-
scheide
begreiffet die grenzen, wo die gerichtbarkeit
sich endiget; als zwischen Sichertshausen, und
Kirchberg etc. Eine bannstadt ist eine solche, welche
ire gerichte hat, und septam jurisdictionem, ausü-
bet. Der bannstuhl, ist der sitz des peinlichen
gerichts. Die banntaidung, oder tadium. Thai-
digen ist sovil, als von der gesetzten strafe etwas
abdingen. Es bedeutet auch das verfaren für den
peinlich beklagten. Die banntaidigung heisset a)
ein inbiß, oder b) die mahlzeit vor, oder nach
gehaltenem gerichte. Enbissen bedeutet essen,
Schilter am a. o. unter dem worte: imbiz, von
der Lahr
s. 21. Der bannvogt, bannwart, ist
ein geschworner, welcher auf das gericht, oder auf
einen wald achtung gibet. Ein bannwasser heis-
set a) ein gehägetes wasser, b) worin nimand fi-
schen darf, als der, oder jener. Der bannwein,
wenn sonst nimand, als der N. wein schenken darf,
ducillare vinum exclusis aliis omnibus; wem es
aber erlaubet ist, oder wird, der muß bann-|wein-
gelt zalen, Haltaus sp. 98 fg. Man hat auch den
bannzaun, welcher die gemarkung eines ortes von
dem andern scheidet, (§ 440 des 3ten th.). Haltaus
unter disen wörtern; man kan noch des Frischens
anmerkungen vom banne im 3ten teile seines wör-
ter-buches s. 39 nachsehen.

§. 4934

Dises wort bedeutet mancherlei (§ 6481 fg.des wortes-
ding beden-
tungen.

des 2ten th.), a) ein geding, pactum, b) ein richter-
liches gebot zur güte, c) ein öffentliches gericht.

Da-
Q q q q 2

von der gerichtbarkeit ꝛc.
dergleichen haben Hanau und Jſenburg ꝛc. (§ 1753,
§ 2441 des 1ten th.). die bannpfennige ſind die
herrſchaftliche ſtrafen, welche in den kaiſerlichen
kaſten ehedem erleget wurden. Der ſogenannte
bannrichter iſt entweder die perſon, welche uͤbers
blut richtet, oder damit belehnet iſt. Die bann-
ſcheide
begreiffet die grenzen, wo die gerichtbarkeit
ſich endiget; als zwiſchen Sichertshauſen, und
Kirchberg ꝛc. Eine bannſtadt iſt eine ſolche, welche
ire gerichte hat, und ſeptam jurisdictionem, ausuͤ-
bet. Der bannſtuhl, iſt der ſitz des peinlichen
gerichts. Die banntaidung, oder tadium. Thai-
digen iſt ſovil, als von der geſetzten ſtrafe etwas
abdingen. Es bedeutet auch das verfaren fuͤr den
peinlich beklagten. Die banntaidigung heiſſet a)
ein inbiß, oder b) die mahlzeit vor, oder nach
gehaltenem gerichte. Enbiſſen bedeutet eſſen,
Schilter am a. o. unter dem worte: imbiz, von
der Lahr
ſ. 21. Der bannvogt, bannwart, iſt
ein geſchworner, welcher auf das gericht, oder auf
einen wald achtung gibet. Ein bannwaſſer heiſ-
ſet a) ein gehaͤgetes waſſer, b) worin nimand fi-
ſchen darf, als der, oder jener. Der bannwein,
wenn ſonſt nimand, als der N. wein ſchenken darf,
ducillare vinum excluſis aliis omnibus; wem es
aber erlaubet iſt, oder wird, der muß bann-|wein-
gelt zalen, Haltaus ſp. 98 fg. Man hat auch den
bannzaun, welcher die gemarkung eines ortes von
dem andern ſcheidet, (§ 440 des 3ten th.). Haltaus
unter diſen woͤrtern; man kan noch des Friſchens
anmerkungen vom banne im 3ten teile ſeines woͤr-
ter-buches ſ. 39 nachſehen.

§. 4934

Diſes wort bedeutet mancherlei (§ 6481 fg.des wortes-
ding beden-
tungen.

des 2ten th.), a) ein geding, pactum, b) ein richter-
liches gebot zur guͤte, c) ein oͤffentliches gericht.

Da-
Q q q q 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f1371" n="1347"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von der gerichtbarkeit &#xA75B;c.</hi></fw><lb/>
dergleichen haben Hanau und J&#x017F;enburg &#xA75B;c. (§ 1753,<lb/>
§ 2441 des 1ten th.). die <hi rendition="#fr">bannpfennige</hi> &#x017F;ind die<lb/>
herr&#x017F;chaftliche &#x017F;trafen, welche in den kai&#x017F;erlichen<lb/>
ka&#x017F;ten ehedem erleget wurden. Der &#x017F;ogenannte<lb/><hi rendition="#fr">bannrichter</hi> i&#x017F;t entweder die per&#x017F;on, welche u&#x0364;bers<lb/>
blut richtet, oder damit belehnet i&#x017F;t. Die <hi rendition="#fr">bann-<lb/>
&#x017F;cheide</hi> begreiffet die grenzen, wo die gerichtbarkeit<lb/>
&#x017F;ich endiget; als zwi&#x017F;chen Sichertshau&#x017F;en, und<lb/>
Kirchberg &#xA75B;c. Eine <hi rendition="#fr">bann&#x017F;tadt</hi> i&#x017F;t eine &#x017F;olche, welche<lb/>
ire gerichte hat, und <hi rendition="#aq">&#x017F;eptam jurisdictionem,</hi> ausu&#x0364;-<lb/>
bet. Der <hi rendition="#fr">bann&#x017F;tuhl,</hi> i&#x017F;t der &#x017F;itz des peinlichen<lb/>
gerichts. Die <hi rendition="#fr">banntaidung,</hi> oder tadium. Thai-<lb/>
digen i&#x017F;t &#x017F;ovil, als von der ge&#x017F;etzten &#x017F;trafe etwas<lb/>
abdingen. Es bedeutet auch das verfaren fu&#x0364;r den<lb/>
peinlich beklagten. Die <hi rendition="#fr">banntaidigung</hi> hei&#x017F;&#x017F;et <hi rendition="#aq">a</hi>)<lb/>
ein inbiß, oder <hi rendition="#aq">b</hi>) die mahlzeit vor, oder nach<lb/>
gehaltenem gerichte. Enbi&#x017F;&#x017F;en bedeutet e&#x017F;&#x017F;en,<lb/><hi rendition="#fr">Schilter</hi> am a. o. unter dem worte: <hi rendition="#fr">imbiz, von<lb/>
der Lahr</hi> &#x017F;. 21. Der <hi rendition="#fr">bannvogt, bannwart,</hi> i&#x017F;t<lb/>
ein ge&#x017F;chworner, welcher auf das gericht, oder auf<lb/>
einen wald achtung gibet. Ein <hi rendition="#fr">bannwa&#x017F;&#x017F;er</hi> hei&#x017F;-<lb/>
&#x017F;et <hi rendition="#aq">a</hi>) ein geha&#x0364;getes wa&#x017F;&#x017F;er, <hi rendition="#aq">b</hi>) worin nimand fi-<lb/>
&#x017F;chen darf, als der, oder jener. Der <hi rendition="#fr">bannwein,</hi><lb/>
wenn &#x017F;on&#x017F;t nimand, als der N. wein &#x017F;chenken darf,<lb/><hi rendition="#aq">ducillare vinum exclu&#x017F;is aliis omnibus;</hi> wem es<lb/>
aber erlaubet i&#x017F;t, oder wird, der muß bann-|wein-<lb/>
gelt zalen, <hi rendition="#fr">Haltaus</hi> &#x017F;p. 98 fg. Man hat auch den<lb/><hi rendition="#fr">bannzaun,</hi> welcher die gemarkung eines ortes von<lb/>
dem andern &#x017F;cheidet, (§ 440 des 3ten th.). <hi rendition="#fr">Haltaus</hi><lb/>
unter di&#x017F;en wo&#x0364;rtern; man kan noch des <hi rendition="#fr">Fri&#x017F;chens</hi><lb/>
anmerkungen vom banne im 3ten teile &#x017F;eines wo&#x0364;r-<lb/>
ter-buches &#x017F;. 39 nach&#x017F;ehen.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 4934</head><lb/>
          <p>Di&#x017F;es wort bedeutet mancherlei (§ 6481 fg.<note place="right">des wortes-<lb/>
ding beden-<lb/>
tungen.</note><lb/>
des 2ten th.), <hi rendition="#aq">a</hi>) ein geding, <hi rendition="#aq">pactum, b</hi>) ein richter-<lb/>
liches gebot zur gu&#x0364;te, <hi rendition="#aq">c</hi>) ein o&#x0364;ffentliches gericht.<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">Q q q q 2</fw><fw place="bottom" type="catch">Da-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[1347/1371] von der gerichtbarkeit ꝛc. dergleichen haben Hanau und Jſenburg ꝛc. (§ 1753, § 2441 des 1ten th.). die bannpfennige ſind die herrſchaftliche ſtrafen, welche in den kaiſerlichen kaſten ehedem erleget wurden. Der ſogenannte bannrichter iſt entweder die perſon, welche uͤbers blut richtet, oder damit belehnet iſt. Die bann- ſcheide begreiffet die grenzen, wo die gerichtbarkeit ſich endiget; als zwiſchen Sichertshauſen, und Kirchberg ꝛc. Eine bannſtadt iſt eine ſolche, welche ire gerichte hat, und ſeptam jurisdictionem, ausuͤ- bet. Der bannſtuhl, iſt der ſitz des peinlichen gerichts. Die banntaidung, oder tadium. Thai- digen iſt ſovil, als von der geſetzten ſtrafe etwas abdingen. Es bedeutet auch das verfaren fuͤr den peinlich beklagten. Die banntaidigung heiſſet a) ein inbiß, oder b) die mahlzeit vor, oder nach gehaltenem gerichte. Enbiſſen bedeutet eſſen, Schilter am a. o. unter dem worte: imbiz, von der Lahr ſ. 21. Der bannvogt, bannwart, iſt ein geſchworner, welcher auf das gericht, oder auf einen wald achtung gibet. Ein bannwaſſer heiſ- ſet a) ein gehaͤgetes waſſer, b) worin nimand fi- ſchen darf, als der, oder jener. Der bannwein, wenn ſonſt nimand, als der N. wein ſchenken darf, ducillare vinum excluſis aliis omnibus; wem es aber erlaubet iſt, oder wird, der muß bann-|wein- gelt zalen, Haltaus ſp. 98 fg. Man hat auch den bannzaun, welcher die gemarkung eines ortes von dem andern ſcheidet, (§ 440 des 3ten th.). Haltaus unter diſen woͤrtern; man kan noch des Friſchens anmerkungen vom banne im 3ten teile ſeines woͤr- ter-buches ſ. 39 nachſehen. §. 4934 Diſes wort bedeutet mancherlei (§ 6481 fg. des 2ten th.), a) ein geding, pactum, b) ein richter- liches gebot zur guͤte, c) ein oͤffentliches gericht. Da- des wortes- ding beden- tungen. Q q q q 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1371
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1347. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1371>, abgerufen am 17.02.2019.