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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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Erster nachtrag,
§ 4969
von den mona-
ten.

Das jar wird in 12 monate eingeteilet (§ 4968).
Der Teutsche sprach: mond, oder maend, auch
muhnd, mand etc. die namen der monden waren fol-
gende:

I. Der jänner hieß laumuhnd, auch lasmuhnd,
lasmand, hartmond, laumaent, lasemond etc.
II. Der februarius, hornung, sproeckel, spor-
kelle, sporkel; einige Teutsche nenneten den sprö-
kel auch hartmond; hergegen der oberheß sezet den
hartmond der spröckel, oder sporkel entgegen.
III. Der märz hiß lentzmond.
IIII. Der april wurde graßmond, grasmaand,
bei den cimbern: faremaanet genennet.
V. Der mai hieß winne-auch wonne-mond; im-
gleichen bloiemaand;
VI. Der junius, brachmond, oder brachet, auch
weidmond, weidmaent, zomermaand etc.
VII. Der julius medmond;
VIII. Der august oogstmond, auch aehren-
mond, erndtmond;
VIIII. Der september herbstmond, spelt-gerst-
mond;
X. Der october weinmond, brackmond, oder
brechmond, weil darin der flachs, und hanf gebre-
chet wird;
XI. Der novemb. wintmond, auch schlachtmond;
XII. Der december der helmond, das ist, heil-
mond (mensis salutaris), christmond, auch hur-
mond, wolfsmond etc.
§ 4970
von den wo-
chentagen.

Der sonntag hiß der frontag; der montag der
after-sonntag; der dinstag war der after-mon-
tag, oder dingstag, gerichtstag, weil das ding (ju-
dicium) an disem tage gehalten werden mußte,
Manzel de calendario Mecklenburg. sect. II § 1

s. 2.
Erſter nachtrag,
§ 4969
von den mona-
ten.

Das jar wird in 12 monate eingeteilet (§ 4968).
Der Teutſche ſprach: mond, oder maend, auch
muhnd, mand ꝛc. die namen der monden waren fol-
gende:

I. Der jaͤnner hieß laumuhnd, auch lasmuhnd,
lasmand, hartmond, laumaent, laſemond ꝛc.
II. Der februarius, hornung, ſproeckel, ſpor-
kelle, ſporkel; einige Teutſche nenneten den ſproͤ-
kel auch hartmond; hergegen der oberheß ſezet den
hartmond der ſproͤckel, oder ſporkel entgegen.
III. Der maͤrz hiß lentzmond.
IIII. Der april wurde graßmond, grasmaand,
bei den cimbern: faremaanet genennet.
V. Der mai hieß winne-auch wonne-mond; im-
gleichen bloiemaand;
VI. Der junius, brachmond, oder brachet, auch
weidmond, weidmaent, zomermaand ꝛc.
VII. Der julius medmond;
VIII. Der auguſt oogſtmond, auch aehren-
mond, erndtmond;
VIIII. Der ſeptember herbſtmond, ſpelt-gerſt-
mond;
X. Der october weinmond, brackmond, oder
brechmond, weil darin der flachs, und hanf gebre-
chet wird;
XI. Der novemb. wintmond, auch ſchlachtmond;
XII. Der december der helmond, das iſt, heil-
mond (menſis ſalutaris), chriſtmond, auch hur-
mond, wolfsmond ꝛc.
§ 4970
von den wo-
chentagen.

Der ſonntag hiß der frontag; der montag der
after-ſonntag; der dinſtag war der after-mon-
tag, oder dingſtag, gerichtstag, weil das ding (ju-
dicium) an diſem tage gehalten werden mußte,
Manzel de calendario Mecklenburg. ſect. II § 1

ſ. 2.
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[1394/1418] Erſter nachtrag, § 4969 Das jar wird in 12 monate eingeteilet (§ 4968). Der Teutſche ſprach: mond, oder maend, auch muhnd, mand ꝛc. die namen der monden waren fol- gende: I. Der jaͤnner hieß laumuhnd, auch lasmuhnd, lasmand, hartmond, laumaent, laſemond ꝛc. II. Der februarius, hornung, ſproeckel, ſpor- kelle, ſporkel; einige Teutſche nenneten den ſproͤ- kel auch hartmond; hergegen der oberheß ſezet den hartmond der ſproͤckel, oder ſporkel entgegen. III. Der maͤrz hiß lentzmond. IIII. Der april wurde graßmond, grasmaand, bei den cimbern: faremaanet genennet. V. Der mai hieß winne-auch wonne-mond; im- gleichen bloiemaand; VI. Der junius, brachmond, oder brachet, auch weidmond, weidmaent, zomermaand ꝛc. VII. Der julius medmond; VIII. Der auguſt oogſtmond, auch aehren- mond, erndtmond; VIIII. Der ſeptember herbſtmond, ſpelt-gerſt- mond; X. Der october weinmond, brackmond, oder brechmond, weil darin der flachs, und hanf gebre- chet wird; XI. Der novemb. wintmond, auch ſchlachtmond; XII. Der december der helmond, das iſt, heil- mond (menſis ſalutaris), chriſtmond, auch hur- mond, wolfsmond ꝛc. § 4970 Der ſonntag hiß der frontag; der montag der after-ſonntag; der dinſtag war der after-mon- tag, oder dingſtag, gerichtstag, weil das ding (ju- dicium) an diſem tage gehalten werden mußte, Manzel de calendario Mecklenburg. ſect. II § 1 ſ. 2.

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1394. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1418>, abgerufen am 21.02.2019.