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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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XXIII h. von den eingeb. einer stadt etc.
zu Oberkaufungen, und Wetter. Nunmero ist
dise stiftungsmässigkeit denselben vergönnet wor-
den. Die regel in Hessen ist: dijenige adeliche,
deren geschlechter zu zeiten des herrn Landgrafens
Philipps lebeten, sind landtagssässig und stifts-
mässig. Von der erfoderlichen landsasserei zur
stiftsmässigkeit in Hessen sihe meine neuen kleinen
schriften, 1761, 8v, im 1ten bande s. 60 fg.

Drei und zwanzigstes haubtstück
von den eingebornen einer stadt, oder
eines dorfes.

§ 126

Der eingeborne ist, welcher an dem orte das licht
der welt erblicket hat (§ 110). Es gibet
burger, burgmannen, und bürger. Burger haben
den namen von burg, und sind solche, welche in
einer burg, oder in einem schlosse wonen (§ 108).
Dahingegen heissen burger dijenige, welche in einer
stadt das bürgerrecht erlanget haben. Nicht alle,
welche in einer stadt sind, haben das bürgerrecht;
denn man hat auch beisassen, und auf den dörfern
einläuftige, auszüger, leibzüchter, schuz-verwand-
ten, hintersassen etc (§ 110). Jeweilen kömmt das
grosse und kleine bürgerrecht für, wie unten bemer-
ket ist (§ 208). Zu Wolfhagen, in Niderhessen,
werden in des Wilhelm Dilichs hessischen chro-
nicke, Cassel 1608, 4t, im Iten th. s. 138 s. 139,
burgenses namhaft gemacht, welche in dasiger burg,
oder im schlosse gewonet haben, und darnebst ein-
spännige beniemet werden.

Vir
K 2

XXIII h. von den eingeb. einer ſtadt ꝛc.
zu Oberkaufungen, und Wetter. Nunmero iſt
diſe ſtiftungsmaͤſſigkeit denſelben vergoͤnnet wor-
den. Die regel in Heſſen iſt: dijenige adeliche,
deren geſchlechter zu zeiten des herrn Landgrafens
Philipps lebeten, ſind landtagsſaͤſſig und ſtifts-
maͤſſig. Von der erfoderlichen landſaſſerei zur
ſtiftsmaͤſſigkeit in Heſſen ſihe meine neuen kleinen
ſchriften, 1761, 8v, im 1ten bande ſ. 60 fg.

Drei und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von den eingebornen einer ſtadt, oder
eines dorfes.

§ 126

Der eingeborne iſt, welcher an dem orte das licht
der welt erblicket hat (§ 110). Es gibet
burger, burgmannen, und buͤrger. Burger haben
den namen von burg, und ſind ſolche, welche in
einer burg, oder in einem ſchloſſe wonen (§ 108).
Dahingegen heiſſen burger dijenige, welche in einer
ſtadt das buͤrgerrecht erlanget haben. Nicht alle,
welche in einer ſtadt ſind, haben das buͤrgerrecht;
denn man hat auch beiſaſſen, und auf den doͤrfern
einlaͤuftige, auszuͤger, leibzuͤchter, ſchuz-verwand-
ten, hinterſaſſen ꝛc (§ 110). Jeweilen koͤmmt das
groſſe und kleine buͤrgerrecht fuͤr, wie unten bemer-
ket iſt (§ 208). Zu Wolfhagen, in Niderheſſen,
werden in des Wilhelm Dilichs heſſiſchen chro-
nicke, Caſſel 1608, 4t, im Iten th. ſ. 138 ſ. 139,
burgenſes namhaft gemacht, welche in daſiger burg,
oder im ſchloſſe gewonet haben, und darnebſt ein-
ſpaͤnnige beniemet werden.

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K 2
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[147/0171] XXIII h. von den eingeb. einer ſtadt ꝛc. zu Oberkaufungen, und Wetter. Nunmero iſt diſe ſtiftungsmaͤſſigkeit denſelben vergoͤnnet wor- den. Die regel in Heſſen iſt: dijenige adeliche, deren geſchlechter zu zeiten des herrn Landgrafens Philipps lebeten, ſind landtagsſaͤſſig und ſtifts- maͤſſig. Von der erfoderlichen landſaſſerei zur ſtiftsmaͤſſigkeit in Heſſen ſihe meine neuen kleinen ſchriften, 1761, 8v, im 1ten bande ſ. 60 fg. Drei und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den eingebornen einer ſtadt, oder eines dorfes. § 126 Der eingeborne iſt, welcher an dem orte das licht der welt erblicket hat (§ 110). Es gibet burger, burgmannen, und buͤrger. Burger haben den namen von burg, und ſind ſolche, welche in einer burg, oder in einem ſchloſſe wonen (§ 108). Dahingegen heiſſen burger dijenige, welche in einer ſtadt das buͤrgerrecht erlanget haben. Nicht alle, welche in einer ſtadt ſind, haben das buͤrgerrecht; denn man hat auch beiſaſſen, und auf den doͤrfern einlaͤuftige, auszuͤger, leibzuͤchter, ſchuz-verwand- ten, hinterſaſſen ꝛc (§ 110). Jeweilen koͤmmt das groſſe und kleine buͤrgerrecht fuͤr, wie unten bemer- ket iſt (§ 208). Zu Wolfhagen, in Niderheſſen, werden in des Wilhelm Dilichs heſſiſchen chro- nicke, Caſſel 1608, 4t, im Iten th. ſ. 138 ſ. 139, burgenſes namhaft gemacht, welche in daſiger burg, oder im ſchloſſe gewonet haben, und darnebſt ein- ſpaͤnnige beniemet werden. Vir K 2

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 147. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/171>, abgerufen am 22.02.2019.