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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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CXXII h. von den vormunden,
evangelicorum, welches bei dem kaiser dißfalls
fürstellung tat, Fritsch in electis iuris publ. c. 9,
wodurch dann so vil erhalten wurde: daß der jun-
ge graf in der evangelischen religion, unter der
mutter aufsicht, erzogen werden sollte, Jmhof in
der notit. proc. imp. lib. VI, cap. XI, § 9, s. 315,
herrschendes Europa vom jare 1696, s. 202, die
Struvische iurispr. her. th. VI, cap. III, § XI,
s. 119 fgg., und der Boehmer T. I, P. I, cons. 1,
n. 67 fgg., s. 11 fg., cons. II, n. 45, 46, cons.
XV,
num. 13, 101, T. II, P. I, cons. 591, zei-
get dißfalls, was rechtens, und billig ist, von Neu-
mann
am a. o. s. 297 fg., § 467, und § 516,
s. 330. Reformiren darf der vormund keineswe-
ges in religionssachen; sondern soll alles im vori-
gen stande lassen, von Neumann s. 312, § 485,
Struve am a. o. th. VI, s. 121, s. 130. Von
des Carls, Markgrafs zu Baden, vormundschafts-
streite mit Baiern, sihe des Freiherrn von Sen-
kenberg
sammlung ungedruckter etc schriften, im
2ten th., s. 75.

§ 957
von der gesäzli-
chen vormund-
schaft.

Die gesäzliche vormundschaft heisset dijenige,
welche von den gefäzen, und rechten gewissen per-
sonen unmittelbar beigeleget wird. Dise personen
sind bald blutsverwandte, bald keine. Zur er-
läuterung des ersten sazes gibet die güldene bulle
wegen der vormundschaft der minderjärigen kur-
prinzen, auch die privilegien der sächsischen häuser etc,
Königs sel. iur. publ. th. 40, s. 285 fgg., th. 41,
s. 155 fgg., klare zil, und maasse, meine abh.
num elector saec. impuber sit in tut. elect. clerici
agnati.
§ 17 fgg., s. 20 fgg., s. 36 fg. Jm an-
dern falle legen die teutsche rechte dem ehemanne
über sein eheweib die vormundschaft bei; im lehn-

rechte

CXXII h. von den vormunden,
evangelicorum, welches bei dem kaiſer dißfalls
fuͤrſtellung tat, Fritſch in electis iuris publ. c. 9,
wodurch dann ſo vil erhalten wurde: daß der jun-
ge graf in der evangeliſchen religion, unter der
mutter aufſicht, erzogen werden ſollte, Jmhof in
der notit. proc. imp. lib. VI, cap. XI, § 9, ſ. 315,
herrſchendes Europa vom jare 1696, ſ. 202, die
Struviſche iurispr. her. th. VI, cap. III, § XI,
ſ. 119 fgg., und der Boehmer T. I, P. I, conſ. 1,
n. 67 fgg., ſ. 11 fg., conſ. II, n. 45, 46, conſ.
XV,
num. 13, 101, T. II, P. I, conſ. 591, zei-
get dißfalls, was rechtens, und billig iſt, von Neu-
mann
am a. o. ſ. 297 fg., § 467, und § 516,
ſ. 330. Reformiren darf der vormund keineswe-
ges in religionsſachen; ſondern ſoll alles im vori-
gen ſtande laſſen, von Neumann ſ. 312, § 485,
Struve am a. o. th. VI, ſ. 121, ſ. 130. Von
des Carls, Markgrafs zu Baden, vormundſchafts-
ſtreite mit Baiern, ſihe des Freiherrn von Sen-
kenberg
ſammlung ungedruckter ꝛc ſchriften, im
2ten th., ſ. 75.

§ 957
von der geſaͤzli-
chen vormund-
ſchaft.

Die geſaͤzliche vormundſchaft heiſſet dijenige,
welche von den gefaͤzen, und rechten gewiſſen per-
ſonen unmittelbar beigeleget wird. Diſe perſonen
ſind bald blutsverwandte, bald keine. Zur er-
laͤuterung des erſten ſazes gibet die guͤldene bulle
wegen der vormundſchaft der minderjaͤrigen kur-
prinzen, auch die privilegien der ſaͤchſiſchen haͤuſer ꝛc,
Koͤnigs ſel. iur. publ. th. 40, ſ. 285 fgg., th. 41,
ſ. 155 fgg., klare zil, und maaſſe, meine abh.
num elector ſaec. impuber ſit in tut. elect. clerici
agnati.
§ 17 fgg., ſ. 20 fgg., ſ. 36 fg. Jm an-
dern falle legen die teutſche rechte dem ehemanne
uͤber ſein eheweib die vormundſchaft bei; im lehn-

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[554/0578] CXXII h. von den vormunden, evangelicorum, welches bei dem kaiſer dißfalls fuͤrſtellung tat, Fritſch in electis iuris publ. c. 9, wodurch dann ſo vil erhalten wurde: daß der jun- ge graf in der evangeliſchen religion, unter der mutter aufſicht, erzogen werden ſollte, Jmhof in der notit. proc. imp. lib. VI, cap. XI, § 9, ſ. 315, herrſchendes Europa vom jare 1696, ſ. 202, die Struviſche iurispr. her. th. VI, cap. III, § XI, ſ. 119 fgg., und der Boehmer T. I, P. I, conſ. 1, n. 67 fgg., ſ. 11 fg., conſ. II, n. 45, 46, conſ. XV, num. 13, 101, T. II, P. I, conſ. 591, zei- get dißfalls, was rechtens, und billig iſt, von Neu- mann am a. o. ſ. 297 fg., § 467, und § 516, ſ. 330. Reformiren darf der vormund keineswe- ges in religionsſachen; ſondern ſoll alles im vori- gen ſtande laſſen, von Neumann ſ. 312, § 485, Struve am a. o. th. VI, ſ. 121, ſ. 130. Von des Carls, Markgrafs zu Baden, vormundſchafts- ſtreite mit Baiern, ſihe des Freiherrn von Sen- kenberg ſammlung ungedruckter ꝛc ſchriften, im 2ten th., ſ. 75. § 957 Die geſaͤzliche vormundſchaft heiſſet dijenige, welche von den gefaͤzen, und rechten gewiſſen per- ſonen unmittelbar beigeleget wird. Diſe perſonen ſind bald blutsverwandte, bald keine. Zur er- laͤuterung des erſten ſazes gibet die guͤldene bulle wegen der vormundſchaft der minderjaͤrigen kur- prinzen, auch die privilegien der ſaͤchſiſchen haͤuſer ꝛc, Koͤnigs ſel. iur. publ. th. 40, ſ. 285 fgg., th. 41, ſ. 155 fgg., klare zil, und maaſſe, meine abh. num elector ſaec. impuber ſit in tut. elect. clerici agnati. § 17 fgg., ſ. 20 fgg., ſ. 36 fg. Jm an- dern falle legen die teutſche rechte dem ehemanne uͤber ſein eheweib die vormundſchaft bei; im lehn- rechte

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 554. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/578>, abgerufen am 23.02.2019.