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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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des weibl. geschl. u. anderer personen.
die edictal-citation statt, Hert im resp. 534, n. 4,
5, s. 871. Der vormund für einen abwesenden
wird entweder in einem lezten willen, oder vermö-
ge eines gedinges, oder vom gesäze, auch der
obrigkeit ernennet, und bestätiget, Joh. Rud.
Engau,
de cura absentium, Jena 1753, 4t,
s. 4 fg., Riccius im spicilegio iuris Germ. s. 632,
Lud. Conr. Smalkalder de illo quod iustum est
circa eos, qui disparuerunt,
vom rechte der ver-
schollenen, Tüb. 1758, 4t, s. 5 fgg., § 3 fg.,
§ 10 fg., § 15 fg., Kur-Mainzisches landr. tit. V,
§ 6, s. 10, Hohenlohisches l. r. th. V, tit. I,
§ 24, von Neumann am a. o. lib. II, tit. 14,
s. 342 fgg., s. 378 fg., § 594.

§ 983

Die vormundschaft über eines abwefendenwelchen bluts-
verwandten
die vormund-
schaft über des
abwesenden gü-
ter gebüret?

güter wird als ei[ne] gattung der gesäzlichen bet ach-
tet, welche nämlich nach dem geblütsrechte den
nächsten anverwandten eben so, als wie die erbfol-
ge selbst, vermittels der rechte, und gewonheiten,
beigeleget wird; im falle sie gebürenden vorstand
zu leisten vermögen, Freiherr von Lynker im
resp. V, n. 20, 28, 30, 53 fgg., vol. I, Jsr.
Rosenfeld
de administrat. bon. absentis proximis
success. compet.
Erf. 1712, Smalkalder am
a. o. § 12 fgg., s. 18 fg. Derohalben müssen
die nächste blutsverwandte den entfernteren ver-
wandten; imgleichen den fremden personen; wenn
sie auch gleich sotane verweserschaft von der obrig-
keit erhalten haben; dafern sie hinlängliche sicher-
heit verschaffen, vorgezogen werden; sie mögen
selbst noch minderjärig, Schilter exerc. XV,
§ 71 -- 77, oder volljärig seyn; auch der son kan
sie über seines gefangenen, und abwesenden vaters
güter füren, Crell de filio patris aut matris curato-

re,
P p 5

des weibl. geſchl. u. anderer perſonen.
die edictal-citation ſtatt, Hert im reſp. 534, n. 4,
5, ſ. 871. Der vormund fuͤr einen abweſenden
wird entweder in einem lezten willen, oder vermoͤ-
ge eines gedinges, oder vom geſaͤze, auch der
obrigkeit ernennet, und beſtaͤtiget, Joh. Rud.
Engau,
de cura abſentium, Jena 1753, 4t,
ſ. 4 fg., Riccius im ſpicilegio iuris Germ. ſ. 632,
Lud. Conr. Smalkalder de illo quod iuſtum eſt
circa eos, qui diſparuerunt,
vom rechte der ver-
ſchollenen, Tuͤb. 1758, 4t, ſ. 5 fgg., § 3 fg.,
§ 10 fg., § 15 fg., Kur-Mainziſches landr. tit. V,
§ 6, ſ. 10, Hohenlohiſches l. r. th. V, tit. I,
§ 24, von Neumann am a. o. lib. II, tit. 14,
ſ. 342 fgg., ſ. 378 fg., § 594.

§ 983

Die vormundſchaft uͤber eines abwefendenwelchen bluts-
verwandten
die vormund-
ſchaft uͤber des
abweſenden guͤ-
ter gebuͤret?

guͤter wird als ei[ne] gattung der geſaͤzlichen bet ach-
tet, welche naͤmlich nach dem gebluͤtsrechte den
naͤchſten anverwandten eben ſo, als wie die erbfol-
ge ſelbſt, vermittels der rechte, und gewonheiten,
beigeleget wird; im falle ſie gebuͤrenden vorſtand
zu leiſten vermoͤgen, Freiherr von Lynker im
reſp. V, n. 20, 28, 30, 53 fgg., vol. I, Jſr.
Roſenfeld
de adminiſtrat. bon. abſentis proximis
ſucceſſ. compet.
Erf. 1712, Smalkalder am
a. o. § 12 fgg., ſ. 18 fg. Derohalben muͤſſen
die naͤchſte blutsverwandte den entfernteren ver-
wandten; imgleichen den fremden perſonen; wenn
ſie auch gleich ſotane verweſerſchaft von der obrig-
keit erhalten haben; dafern ſie hinlaͤngliche ſicher-
heit verſchaffen, vorgezogen werden; ſie moͤgen
ſelbſt noch minderjaͤrig, Schilter exerc. XV,
§ 71 — 77, oder volljaͤrig ſeyn; auch der ſon kan
ſie uͤber ſeines gefangenen, und abweſenden vaters
guͤter fuͤren, Crell de filio patris aut matris curato-

re,
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[601/0625] des weibl. geſchl. u. anderer perſonen. die edictal-citation ſtatt, Hert im reſp. 534, n. 4, 5, ſ. 871. Der vormund fuͤr einen abweſenden wird entweder in einem lezten willen, oder vermoͤ- ge eines gedinges, oder vom geſaͤze, auch der obrigkeit ernennet, und beſtaͤtiget, Joh. Rud. Engau, de cura abſentium, Jena 1753, 4t, ſ. 4 fg., Riccius im ſpicilegio iuris Germ. ſ. 632, Lud. Conr. Smalkalder de illo quod iuſtum eſt circa eos, qui diſparuerunt, vom rechte der ver- ſchollenen, Tuͤb. 1758, 4t, ſ. 5 fgg., § 3 fg., § 10 fg., § 15 fg., Kur-Mainziſches landr. tit. V, § 6, ſ. 10, Hohenlohiſches l. r. th. V, tit. I, § 24, von Neumann am a. o. lib. II, tit. 14, ſ. 342 fgg., ſ. 378 fg., § 594. § 983 Die vormundſchaft uͤber eines abwefenden guͤter wird als eine gattung der geſaͤzlichen bet ach- tet, welche naͤmlich nach dem gebluͤtsrechte den naͤchſten anverwandten eben ſo, als wie die erbfol- ge ſelbſt, vermittels der rechte, und gewonheiten, beigeleget wird; im falle ſie gebuͤrenden vorſtand zu leiſten vermoͤgen, Freiherr von Lynker im reſp. V, n. 20, 28, 30, 53 fgg., vol. I, Jſr. Roſenfeld de adminiſtrat. bon. abſentis proximis ſucceſſ. compet. Erf. 1712, Smalkalder am a. o. § 12 fgg., ſ. 18 fg. Derohalben muͤſſen die naͤchſte blutsverwandte den entfernteren ver- wandten; imgleichen den fremden perſonen; wenn ſie auch gleich ſotane verweſerſchaft von der obrig- keit erhalten haben; dafern ſie hinlaͤngliche ſicher- heit verſchaffen, vorgezogen werden; ſie moͤgen ſelbſt noch minderjaͤrig, Schilter exerc. XV, § 71 — 77, oder volljaͤrig ſeyn; auch der ſon kan ſie uͤber ſeines gefangenen, und abweſenden vaters guͤter fuͤren, Crell de filio patris aut matris curato- re, welchen bluts- verwandten die vormund- ſchaft uͤber des abweſenden guͤ- ter gebuͤret? P p 5

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 601. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/625>, abgerufen am 23.02.2019.