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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von den bauergütern.
könne; so sind doch eine grosse menge bewärter
rechtsgelehrten, welche das gegenteil behaubten,
als Mevius, Kitterhus, Finkelthaus, Joh.
Harpprecht, Gonzalez Tellez, Phil. Heinr.
Harnon, Franz Connanus, Sarmiento, Gour-
rejus, Hunnius, Wesenbec, Hahn
über selbi-
gen, Arius Pinellus, Ge. Franzki, Brummer,
Wegen, Joh. Strauch, Sam. Stryk, Aug.
von Leyser, Keinhardt
über den Christianaeus,
Lüder Menken, Jac. Frid. Ludovici.
Wozu
noch kömmt: daß die quittungen des beklagten ei-
nen gleichförmigen zinß nicht einmal enthalten;
sintemal der Heinrich Jäger im jare 1695 2 fl.
im jare 1702 aber acht gulden, wie auch 1 schock
eier, und 2 hane gelifert hat; nachher im jare
1712 bis 1731 neun gulden erleget worden sind.
Woraus sich allso erbricht: daß für die Jägeri-
schen erben kein erbrecht sich darlege. Wenn nun
der pachter, und nach seinem ableiben, die erben
den pachtzinß zur bestimmten zeit nicht abgetra-
gen haben; so können dise sich des interesse von je-
dem jare nicht entschütten, Lauterbach im colleg.
theor. pract. p. lib. XVIIII tit.
2 § 113, Joh. Heinr.
ädeler von Berger oecon. iur. lib. III tit. 5 § 24;
denn, wofern sie dessen hätten entübriget seyn wol-
len; so hätten sie dem kläger die 9 fl. anbiten sol-
len; und falls er sich dessen gewegert hätte, wären
sie zu hinterlegen gewesen; besonders, da die aus-
rede des eigentumes, oder erbrechtes nicht eintreten
darf, Mevius P. III decis. 301, von Leyser im
spec. 219 med. 1, wie im monate april 1766 nach
Giffhorn, im Zellischen und gen Bentheim allhir
erkannt worden ist.

§ 1902

Die teutsche erbleihen sind von den römischenvon den unter-
schiden der
teutschen erb-
leihen.

unterschiden (§ 4407 4482 fgg. des 2ten th., und

§ 1900

von den bauerguͤtern.
koͤnne; ſo ſind doch eine groſſe menge bewaͤrter
rechtsgelehrten, welche das gegenteil behaubten,
als Mevius, Kitterhus, Finkelthaus, Joh.
Harpprecht, Gonzalez Tellez, Phil. Heinr.
Harnon, Franz Connanus, Sarmiento, Gour-
rejus, Hunnius, Weſenbec, Hahn
uͤber ſelbi-
gen, Arius Pinellus, Ge. Franzki, Brummer,
Wegen, Joh. Strauch, Sam. Stryk, Aug.
von Leyſer, Keinhardt
uͤber den Chriſtianaeus,
Luͤder Menken, Jac. Frid. Ludovici.
Wozu
noch koͤmmt: daß die quittungen des beklagten ei-
nen gleichfoͤrmigen zinß nicht einmal enthalten;
ſintemal der Heinrich Jaͤger im jare 1695 2 fl.
im jare 1702 aber acht gulden, wie auch 1 ſchock
eier, und 2 hane gelifert hat; nachher im jare
1712 bis 1731 neun gulden erleget worden ſind.
Woraus ſich allſo erbricht: daß fuͤr die Jaͤgeri-
ſchen erben kein erbrecht ſich darlege. Wenn nun
der pachter, und nach ſeinem ableiben, die erben
den pachtzinß zur beſtimmten zeit nicht abgetra-
gen haben; ſo koͤnnen diſe ſich des intereſſe von je-
dem jare nicht entſchuͤtten, Lauterbach im colleg.
theor. pract. π. lib. XVIIII tit.
2 § 113, Joh. Heinr.
aͤdeler von Berger oecon. iur. lib. III tit. 5 § 24;
denn, wofern ſie deſſen haͤtten entuͤbriget ſeyn wol-
len; ſo haͤtten ſie dem klaͤger die 9 fl. anbiten ſol-
len; und falls er ſich deſſen gewegert haͤtte, waͤren
ſie zu hinterlegen geweſen; beſonders, da die aus-
rede des eigentumes, oder erbrechtes nicht eintreten
darf, Mevius P. III deciſ. 301, von Leyſer im
ſpec. 219 med. 1, wie im monate april 1766 nach
Giffhorn, im Zelliſchen und gen Bentheim allhir
erkannt worden iſt.

§ 1902

Die teutſche erbleihen ſind von den roͤmiſchenvon den unter-
ſchiden der
teutſchen erb-
leihen.

unterſchiden (§ 4407 4482 fgg. des 2ten th., und

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[831/0855] von den bauerguͤtern. koͤnne; ſo ſind doch eine groſſe menge bewaͤrter rechtsgelehrten, welche das gegenteil behaubten, als Mevius, Kitterhus, Finkelthaus, Joh. Harpprecht, Gonzalez Tellez, Phil. Heinr. Harnon, Franz Connanus, Sarmiento, Gour- rejus, Hunnius, Weſenbec, Hahn uͤber ſelbi- gen, Arius Pinellus, Ge. Franzki, Brummer, Wegen, Joh. Strauch, Sam. Stryk, Aug. von Leyſer, Keinhardt uͤber den Chriſtianaeus, Luͤder Menken, Jac. Frid. Ludovici. Wozu noch koͤmmt: daß die quittungen des beklagten ei- nen gleichfoͤrmigen zinß nicht einmal enthalten; ſintemal der Heinrich Jaͤger im jare 1695 2 fl. im jare 1702 aber acht gulden, wie auch 1 ſchock eier, und 2 hane gelifert hat; nachher im jare 1712 bis 1731 neun gulden erleget worden ſind. Woraus ſich allſo erbricht: daß fuͤr die Jaͤgeri- ſchen erben kein erbrecht ſich darlege. Wenn nun der pachter, und nach ſeinem ableiben, die erben den pachtzinß zur beſtimmten zeit nicht abgetra- gen haben; ſo koͤnnen diſe ſich des intereſſe von je- dem jare nicht entſchuͤtten, Lauterbach im colleg. theor. pract. π. lib. XVIIII tit. 2 § 113, Joh. Heinr. aͤdeler von Berger oecon. iur. lib. III tit. 5 § 24; denn, wofern ſie deſſen haͤtten entuͤbriget ſeyn wol- len; ſo haͤtten ſie dem klaͤger die 9 fl. anbiten ſol- len; und falls er ſich deſſen gewegert haͤtte, waͤren ſie zu hinterlegen geweſen; beſonders, da die aus- rede des eigentumes, oder erbrechtes nicht eintreten darf, Mevius P. III deciſ. 301, von Leyſer im ſpec. 219 med. 1, wie im monate april 1766 nach Giffhorn, im Zelliſchen und gen Bentheim allhir erkannt worden iſt. § 1902 Die teutſche erbleihen ſind von den roͤmiſchen unterſchiden (§ 4407 4482 fgg. des 2ten th., und § 1900 von den unter- ſchiden der teutſchen erb- leihen.

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 831. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/855>, abgerufen am 20.02.2019.