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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von den bauergütern.
praxi hirnach in vilen teutschen landen achtet; al-
lein es sind von den teutschen rechten hin und wi-
der noch überbleibsel zu finden, von Pufendorf
de iurisdict. German. s. 736 § 9, 10, Hildebrand
s. 13 § 11 fgg., welchen auch vile rechtsgelehrte bei-
pflichten, Barth am a. o. n. 1, 2; besonders wo
die verleiher eine gerichtbarkeit haben. 5) Kereten
die Teutsche sich der aufholung, oder einzihung der
erbleihe halber nicht an die römischen rechte; folg-
lich beobachteten sie die drei jare bei weltlichen,
und zwei jare bei geistlichen erbbeständen nicht,
Kopp am a. o. s. 297 fg. Bei den teutschen
pachtarten auf willkür, welche ebenfalls auf die
erben gehen können, hat es noch eine andere beschaf-
fenheit, als mit den ordentlichen erbleihen, von En-
gelbrecht
s. 386, Hildebrand am a. o. s. 13 § 11.

§ 1903

Wenn schon die dinste einem bauerhofe, undvon den steuer-
baren, und
dinstfreien
bauer-gütern.

gute erlassen sind; so werden doch die darauf haf-
tende steuern, järliche leistungen, und andere be-
schwerden für erlassen nicht gehalten (§ 1985 des
1ten, § 4556 des 2ten th.) Allso besizen Johan-
nes Lemb, und Johannes Nau, in Beldershau-
sen, des oberfürstentumes hessen-casselischen antei-
les, ein erb- und dinstfreies gut, wovon dem got-
teskästen zu Marburg järlich 2 mörte, 2 mesten
kornes, der renterei allhir 26 alb., nebst andern ab-
giften, erleget werden müssen, und wenn ein land-
graf zu Hessen in höchster person zu felde zihet, müs-
sen sie 2 pferde, samt einem knechte, zum heerwa-
gen stellen.

§ 1904

Die bauerhöfe sind mancherlei, man hat lehn-von den hö-
fen etc.

erb- gült- dinghöfe, köterhöfe, kölnhöfe, maierhöfe,

sedel-
III Teil. G g g

von den bauerguͤtern.
praxi hirnach in vilen teutſchen landen achtet; al-
lein es ſind von den teutſchen rechten hin und wi-
der noch uͤberbleibſel zu finden, von Pufendorf
de iurisdict. German. ſ. 736 § 9, 10, Hildebrand
ſ. 13 § 11 fgg., welchen auch vile rechtsgelehrte bei-
pflichten, Barth am a. o. n. 1, 2; beſonders wo
die verleiher eine gerichtbarkeit haben. 5) Kereten
die Teutſche ſich der aufholung, oder einzihung der
erbleihe halber nicht an die roͤmiſchen rechte; folg-
lich beobachteten ſie die drei jare bei weltlichen,
und zwei jare bei geiſtlichen erbbeſtaͤnden nicht,
Kopp am a. o. ſ. 297 fg. Bei den teutſchen
pachtarten auf willkuͤr, welche ebenfalls auf die
erben gehen koͤnnen, hat es noch eine andere beſchaf-
fenheit, als mit den ordentlichen erbleihen, von En-
gelbrecht
ſ. 386, Hildebrand am a. o. ſ. 13 § 11.

§ 1903

Wenn ſchon die dinſte einem bauerhofe, undvon den ſteuer-
baren, und
dinſtfreien
bauer-guͤtern.

gute erlaſſen ſind; ſo werden doch die darauf haf-
tende ſteuern, jaͤrliche leiſtungen, und andere be-
ſchwerden fuͤr erlaſſen nicht gehalten (§ 1985 des
1ten, § 4556 des 2ten th.) Allſo beſizen Johan-
nes Lemb, und Johannes Nau, in Beldershau-
ſen, des oberfuͤrſtentumes heſſen-caſſeliſchen antei-
les, ein erb- und dinſtfreies gut, wovon dem got-
teskaͤſten zu Marburg jaͤrlich 2 moͤrte, 2 meſten
kornes, der renterei allhir 26 alb., nebſt andern ab-
giften, erleget werden muͤſſen, und wenn ein land-
graf zu Heſſen in hoͤchſter perſon zu felde zihet, muͤſ-
ſen ſie 2 pferde, ſamt einem knechte, zum heerwa-
gen ſtellen.

§ 1904

Die bauerhoͤfe ſind mancherlei, man hat lehn-von den hoͤ-
fen ꝛc.

erb- guͤlt- dinghoͤfe, koͤterhoͤfe, koͤlnhoͤfe, maierhoͤfe,

ſedel-
III Teil. G g g
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[833/0857] von den bauerguͤtern. praxi hirnach in vilen teutſchen landen achtet; al- lein es ſind von den teutſchen rechten hin und wi- der noch uͤberbleibſel zu finden, von Pufendorf de iurisdict. German. ſ. 736 § 9, 10, Hildebrand ſ. 13 § 11 fgg., welchen auch vile rechtsgelehrte bei- pflichten, Barth am a. o. n. 1, 2; beſonders wo die verleiher eine gerichtbarkeit haben. 5) Kereten die Teutſche ſich der aufholung, oder einzihung der erbleihe halber nicht an die roͤmiſchen rechte; folg- lich beobachteten ſie die drei jare bei weltlichen, und zwei jare bei geiſtlichen erbbeſtaͤnden nicht, Kopp am a. o. ſ. 297 fg. Bei den teutſchen pachtarten auf willkuͤr, welche ebenfalls auf die erben gehen koͤnnen, hat es noch eine andere beſchaf- fenheit, als mit den ordentlichen erbleihen, von En- gelbrecht ſ. 386, Hildebrand am a. o. ſ. 13 § 11. § 1903 Wenn ſchon die dinſte einem bauerhofe, und gute erlaſſen ſind; ſo werden doch die darauf haf- tende ſteuern, jaͤrliche leiſtungen, und andere be- ſchwerden fuͤr erlaſſen nicht gehalten (§ 1985 des 1ten, § 4556 des 2ten th.) Allſo beſizen Johan- nes Lemb, und Johannes Nau, in Beldershau- ſen, des oberfuͤrſtentumes heſſen-caſſeliſchen antei- les, ein erb- und dinſtfreies gut, wovon dem got- teskaͤſten zu Marburg jaͤrlich 2 moͤrte, 2 meſten kornes, der renterei allhir 26 alb., nebſt andern ab- giften, erleget werden muͤſſen, und wenn ein land- graf zu Heſſen in hoͤchſter perſon zu felde zihet, muͤſ- ſen ſie 2 pferde, ſamt einem knechte, zum heerwa- gen ſtellen. von den ſteuer- baren, und dinſtfreien bauer-guͤtern. § 1904 Die bauerhoͤfe ſind mancherlei, man hat lehn- erb- guͤlt- dinghoͤfe, koͤterhoͤfe, koͤlnhoͤfe, maierhoͤfe, ſedel- von den hoͤ- fen ꝛc. III Teil. G g g

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 833. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/857>, abgerufen am 18.02.2019.