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[Fessler, Ignaz Aurelius]: Eleusinien des neunzehnten Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin, 1803.

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2.
Am Einweihungs-Feste zu der
neuen Loge
F. W. z. S.


Eine Vision.


Es wird ein neuer Tempel aufgeführt.
Die weißen Marmor-Schwellen sind gelegt,
Ein Säulen-Kreis, Sapphir mit Gold geziert,
So leicht, als fest smaragdne Kuppel trägt;
Der Kuppel Höh' ein Silber-Bildniß führt,
Ein Zweig, worauf ein Schmetterling sich regt.
Der ganze Bau erhebt sich aus dem Schatten,
Den hohe Palmen zu einander gatten.
Jetzt aus dem Innern glänzt ein weißes Licht
Vom blauen Altar, wie am Firmament
In Dämmrungs-Zeit der Sterne Angesicht,
Bis sinkt der Tag, und Alles goldner brennt.
Und immer kräft'ger wird das weiße Licht,
Das Auge tiefer dringt, und mehr erkennt:
In goldnen Zügen schimmert an den Seiten
Gestalten-Sprache, künstlich auszudeuten.
Ihr Schwellen und ihr Pfeiler, saget mir,
Welch einer Gottheit werdet ihr geweiht?
Smaragdne Kuppel mit der Silber-Zier
Die sich des ersten Sonnenstrahls erfreut,
2.
Am Einweihungs-Feſte zu der
neuen Loge
F. W. z. S.


Eine Viſion.


Es wird ein neuer Tempel aufgefuͤhrt.
Die weißen Marmor-Schwellen ſind gelegt,
Ein Saͤulen-Kreis, Sapphir mit Gold geziert,
So leicht, als feſt ſmaragdne Kuppel traͤgt;
Der Kuppel Hoͤh’ ein Silber-Bildniß fuͤhrt,
Ein Zweig, worauf ein Schmetterling ſich regt.
Der ganze Bau erhebt ſich aus dem Schatten,
Den hohe Palmen zu einander gatten.
Jetzt aus dem Innern glaͤnzt ein weißes Licht
Vom blauen Altar, wie am Firmament
In Daͤmmrungs-Zeit der Sterne Angeſicht,
Bis ſinkt der Tag, und Alles goldner brennt.
Und immer kraͤft’ger wird das weiße Licht,
Das Auge tiefer dringt, und mehr erkennt:
In goldnen Zuͤgen ſchimmert an den Seiten
Geſtalten-Sprache, kuͤnſtlich auszudeuten.
Ihr Schwellen und ihr Pfeiler, ſaget mir,
Welch einer Gottheit werdet ihr geweiht?
Smaragdne Kuppel mit der Silber-Zier
Die ſich des erſten Sonnenſtrahls erfreut,
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[263/0285] 2. Am Einweihungs-Feſte zu der neuen Loge F. W. z. S. Eine Viſion. Es wird ein neuer Tempel aufgefuͤhrt. Die weißen Marmor-Schwellen ſind gelegt, Ein Saͤulen-Kreis, Sapphir mit Gold geziert, So leicht, als feſt ſmaragdne Kuppel traͤgt; Der Kuppel Hoͤh’ ein Silber-Bildniß fuͤhrt, Ein Zweig, worauf ein Schmetterling ſich regt. Der ganze Bau erhebt ſich aus dem Schatten, Den hohe Palmen zu einander gatten. Jetzt aus dem Innern glaͤnzt ein weißes Licht Vom blauen Altar, wie am Firmament In Daͤmmrungs-Zeit der Sterne Angeſicht, Bis ſinkt der Tag, und Alles goldner brennt. Und immer kraͤft’ger wird das weiße Licht, Das Auge tiefer dringt, und mehr erkennt: In goldnen Zuͤgen ſchimmert an den Seiten Geſtalten-Sprache, kuͤnſtlich auszudeuten. Ihr Schwellen und ihr Pfeiler, ſaget mir, Welch einer Gottheit werdet ihr geweiht? Smaragdne Kuppel mit der Silber-Zier Die ſich des erſten Sonnenſtrahls erfreut,

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Zitationshilfe: [Fessler, Ignaz Aurelius]: Eleusinien des neunzehnten Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin, 1803, S. 263. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fessler_eleusinien02_1803/285>, abgerufen am 22.04.2019.