Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801.

Bild:
<< vorherige Seite
Einleitung.
§. 194.

Die Verbrechen, welche unsre Gesetzege-
bung kennt, sind entweder determinirte oder
vage Verbrechen. Jene erfodern zu ihrem Be-
griffe eine Uebertretung Einer Art oder doch
einen bestimmten gesetzwidrigen Effect. Bey
diesen gehört eine Uebertretung bestimmter Art
nicht zu ihrem Begriff, sondern sie umfassen
verschiedenartige Rechtsverletzungen und Ue-
bertretungen. Die determinirten Verbrechen
theilen sich in Polizey-Verbrechen und eigent-
liche Verbrechen, (
§. 27.) von welchen die letz-
ten, (einer Hauptabtheilung nach) wieder in
gemeine und besondere (§. 30.), die gemeinen
aber wieder in Privat-Verbrechen, und in öf-
fentliche Verbrechen, Staatsverbrechen im weitern
Sinne
(§. 28.) zerfallen.




Erster
Einleitung.
§. 194.

Die Verbrechen, welche unſre Geſetzege-
bung kennt, ſind entweder determinirte oder
vage Verbrechen. Jene erfodern zu ihrem Be-
griffe eine Uebertretung Einer Art oder doch
einen beſtimmten geſetzwidrigen Effect. Bey
dieſen gehört eine Uebertretung beſtimmter Art
nicht zu ihrem Begriff, ſondern ſie umfaſsen
verſchiedenartige Rechtsverletzungen und Ue-
bertretungen. Die determinirten Verbrechen
theilen ſich in Polizey-Verbrechen und eigent-
liche Verbrechen, (
§. 27.) von welchen die letz-
ten, (einer Hauptabtheilung nach) wieder in
gemeine und beſondere (§. 30.), die gemeinen
aber wieder in Privat-Verbrechen, und in öf-
fentliche Verbrechen, Staatsverbrechen im weitern
Sinne
(§. 28.) zerfallen.




Erſter
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0174" n="146"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#i"><hi rendition="#g">Einleitung</hi>.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 194.</head><lb/>
              <p>Die Verbrechen, welche un&#x017F;re Ge&#x017F;etzege-<lb/>
bung kennt, &#x017F;ind entweder <hi rendition="#i">determinirte</hi> oder<lb/><hi rendition="#i">vage</hi> Verbrechen. Jene erfodern zu ihrem Be-<lb/>
griffe eine Uebertretung <hi rendition="#i">Einer</hi> Art oder doch<lb/>
einen be&#x017F;timmten ge&#x017F;etzwidrigen Effect. Bey<lb/>
die&#x017F;en gehört eine Uebertretung be&#x017F;timmter Art<lb/>
nicht zu ihrem Begriff, &#x017F;ondern &#x017F;ie umfa&#x017F;sen<lb/>
ver&#x017F;chiedenartige Rechtsverletzungen und Ue-<lb/>
bertretungen. Die <hi rendition="#i">determinirten Verbrechen</hi><lb/>
theilen &#x017F;ich in <hi rendition="#i">Polizey-Verbrechen</hi> und <hi rendition="#i">eigent-<lb/>
liche Verbrechen, (</hi> §. 27.) von welchen die letz-<lb/>
ten, (einer Hauptabtheilung nach) wieder in<lb/><hi rendition="#i">gemeine</hi> und <hi rendition="#i">be&#x017F;ondere</hi> (§. 30.), die gemeinen<lb/>
aber wieder in <hi rendition="#i">Privat-Verbrechen</hi>, und in <hi rendition="#i">öf-<lb/>
fentliche Verbrechen, Staatsverbrechen im weitern<lb/>
Sinne</hi> (§. 28.) zerfallen.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#g">Er&#x017F;ter</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[146/0174] Einleitung. §. 194. Die Verbrechen, welche unſre Geſetzege- bung kennt, ſind entweder determinirte oder vage Verbrechen. Jene erfodern zu ihrem Be- griffe eine Uebertretung Einer Art oder doch einen beſtimmten geſetzwidrigen Effect. Bey dieſen gehört eine Uebertretung beſtimmter Art nicht zu ihrem Begriff, ſondern ſie umfaſsen verſchiedenartige Rechtsverletzungen und Ue- bertretungen. Die determinirten Verbrechen theilen ſich in Polizey-Verbrechen und eigent- liche Verbrechen, ( §. 27.) von welchen die letz- ten, (einer Hauptabtheilung nach) wieder in gemeine und beſondere (§. 30.), die gemeinen aber wieder in Privat-Verbrechen, und in öf- fentliche Verbrechen, Staatsverbrechen im weitern Sinne (§. 28.) zerfallen. Erſter

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/174
Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 146. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/174>, abgerufen am 20.03.2019.