Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801.

Bild:
<< vorherige Seite
Von dem Accusationsprocess.
§. 673.

Auf die Anklage antwortet der Angeklagte
mündlich vor Gericht. Er contestirt litem und
schützt seine Einreden vor, welche dieselben
Eintheilungen zulassen, wie im Civilprocess.

§. 674.

Auf das erste Verfahren folgt der Beweis,
den der Ankläger in Ansehung derjenigen
Thatsachen führt, die der Angeklagte abgeläug-
net hat. Wenn Gründe zu mediis eruendae verita-
tis
vorhanden sind, so stellt diese der Ankläger
dar, und trägt auf Erkennung derselben bey
dem Richter an. Der Beklagte führt den Ge-
genbeweis
, indem er entweder seine Exceptio-
nen beweisst, oder direct den Beweis des An-
klägers zu zerstören sucht. Alles übrige hat
der Accusationsprocess entweder mit dem bür-
gerlichen, oder dem Inquisitionsprocess
gemein.

1. Von dem Eid, als Beweismittel.
2. Von den verschiedenen Formen des fiscalischen Processes.



Anhang.
Von dem Accuſationsproceſs.
§. 673.

Auf die Anklage antwortet der Angeklagte
mündlich vor Gericht. Er conteſtirt litem und
ſchützt ſeine Einreden vor, welche dieſelben
Eintheilungen zulaſſen, wie im Civilproceſs.

§. 674.

Auf das erſte Verfahren folgt der Beweis,
den der Ankläger in Anſehung derjenigen
Thatſachen führt, die der Angeklagte abgeläug-
net hat. Wenn Gründe zu mediis eruendae verita-
tis
vorhanden ſind, ſo ſtellt dieſe der Ankläger
dar, und trägt auf Erkennung derſelben bey
dem Richter an. Der Beklagte führt den Ge-
genbeweis
, indem er entweder ſeine Exceptio-
nen beweiſst, oder direct den Beweis des An-
klägers zu zerſtören ſucht. Alles übrige hat
der Accuſationsproceſs entweder mit dem bür-
gerlichen, oder dem Inquiſitionsproceſs
gemein.

1. Von dem Eid, als Beweismittel.
2. Von den verſchiedenen Formen des fiscaliſchen Proceſſes.



Anhang.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <div n="6">
                  <pb facs="#f0545" n="517"/>
                  <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#i">Von dem Accu&#x017F;ationsproce&#x017F;s.</hi> </fw><lb/>
                  <div n="7">
                    <head>§. 673.</head><lb/>
                    <p>Auf die Anklage antwortet der Angeklagte<lb/>
mündlich vor Gericht. Er conte&#x017F;tirt <hi rendition="#i">litem</hi> und<lb/>
&#x017F;chützt &#x017F;eine Einreden vor, welche die&#x017F;elben<lb/>
Eintheilungen zula&#x017F;&#x017F;en, wie im Civilproce&#x017F;s.</p>
                  </div><lb/>
                  <div n="7">
                    <head>§. 674.</head><lb/>
                    <p>Auf das er&#x017F;te Verfahren folgt der <hi rendition="#i">Beweis</hi>,<lb/>
den der Ankläger in An&#x017F;ehung derjenigen<lb/>
That&#x017F;achen führt, die der Angeklagte abgeläug-<lb/>
net hat. Wenn Gründe zu <hi rendition="#i">mediis eruendae verita-<lb/>
tis</hi> vorhanden &#x017F;ind, &#x017F;o &#x017F;tellt die&#x017F;e der Ankläger<lb/>
dar, und trägt auf Erkennung der&#x017F;elben bey<lb/>
dem Richter an. Der Beklagte führt den <hi rendition="#i">Ge-<lb/>
genbeweis</hi>, indem er entweder &#x017F;eine Exceptio-<lb/>
nen bewei&#x017F;st, oder direct den Beweis des An-<lb/>
klägers zu zer&#x017F;tören &#x017F;ucht. Alles übrige hat<lb/>
der Accu&#x017F;ationsproce&#x017F;s entweder mit dem bür-<lb/>
gerlichen, oder dem Inqui&#x017F;itionsproce&#x017F;s<lb/>
gemein.</p><lb/>
                    <list>
                      <item>1. <hi rendition="#i">Von dem Eid, als Beweismittel.</hi></item><lb/>
                      <item>2. <hi rendition="#i">Von den ver&#x017F;chiedenen Formen des fiscali&#x017F;chen Proce&#x017F;&#x017F;es.</hi></item>
                    </list>
                  </div>
                </div>
              </div>
            </div><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#g">Anhang</hi>.</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[517/0545] Von dem Accuſationsproceſs. §. 673. Auf die Anklage antwortet der Angeklagte mündlich vor Gericht. Er conteſtirt litem und ſchützt ſeine Einreden vor, welche dieſelben Eintheilungen zulaſſen, wie im Civilproceſs. §. 674. Auf das erſte Verfahren folgt der Beweis, den der Ankläger in Anſehung derjenigen Thatſachen führt, die der Angeklagte abgeläug- net hat. Wenn Gründe zu mediis eruendae verita- tis vorhanden ſind, ſo ſtellt dieſe der Ankläger dar, und trägt auf Erkennung derſelben bey dem Richter an. Der Beklagte führt den Ge- genbeweis, indem er entweder ſeine Exceptio- nen beweiſst, oder direct den Beweis des An- klägers zu zerſtören ſucht. Alles übrige hat der Accuſationsproceſs entweder mit dem bür- gerlichen, oder dem Inquiſitionsproceſs gemein. 1. Von dem Eid, als Beweismittel. 2. Von den verſchiedenen Formen des fiscaliſchen Proceſſes. Anhang.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/545
Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 517. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/545>, abgerufen am 23.03.2019.