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Fichte, Johann Gottlieb: Reden an die deutsche Nation. Berlin, 1808.

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Anmerkung zu S. 407.

Nachdem ich eine Reihe von Wochen die Hand¬
schrift dieser dreizehnten Rede, die bei meiner Cen¬
surbehörde eingereicht war, zurükerwartet hatte, er¬
halte ich endlich statt derselben das folgende Schrei¬
ben:

"Das Manuscript der dreizehnten Rede des
"Herrn Professor Fichte ist, nachdem derselben
"schon das Imprimatur ertheilt worden, durch ir¬
"gend einen Zufall verlohren gegangen, und hat
"aller Bemühungen ohnerachtet nicht wieder auf¬
"gefunden werden können.

"Um nun den Verleger etc. Reimer beim Abdruck
"nicht aufzuhalten, ersuche ich des Herrn Professor
"Fichte Wohlgebohrn diese Rede aus Ihren Hef¬
"ten zu ergänzen, und mir zum Imprimatur zuzu¬
"schicken.


v. Scheve."

Das, was dieses Schreiben unter Heften verste¬
hen mag, halte ich nicht, und was etwa bei der Aus¬
arbeitung des Textes auf Nebenblättern angelegt und
vorbereitet war, wurde bei einer in dieser Zeit vor¬
gefallenen Veränderung der Wohnung den Flam¬
men übergeben. Ich war darum genöthiget, darauf
zu bestehen, daß die Handschrift, die verlohren seyn --

Anmerkung zu S. 407.

Nachdem ich eine Reihe von Wochen die Hand¬
ſchrift dieſer dreizehnten Rede, die bei meiner Cen¬
ſurbehoͤrde eingereicht war, zuruͤkerwartet hatte, er¬
halte ich endlich ſtatt derſelben das folgende Schrei¬
ben:

„Das Manuſcript der dreizehnten Rede des
„Herrn Profeſſor Fichte iſt, nachdem derſelben
„ſchon das Imprimatur ertheilt worden, durch ir¬
„gend einen Zufall verlohren gegangen, und hat
„aller Bemuͤhungen ohnerachtet nicht wieder auf¬
„gefunden werden koͤnnen.

„Um nun den Verleger ꝛc. Reimer beim Abdruck
„nicht aufzuhalten, erſuche ich des Herrn Profeſſor
„Fichte Wohlgebohrn dieſe Rede aus Ihren Hef¬
„ten zu ergaͤnzen, und mir zum Imprimatur zuzu¬
„ſchicken.


v. Scheve.“

Das, was dieſes Schreiben unter Heften verſte¬
hen mag, halte ich nicht, und was etwa bei der Aus¬
arbeitung des Textes auf Nebenblaͤttern angelegt und
vorbereitet war, wurde bei einer in dieſer Zeit vor¬
gefallenen Veraͤnderung der Wohnung den Flam¬
men uͤbergeben. Ich war darum genoͤthiget, darauf
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[450/0456] Anmerkung zu S. 407. Nachdem ich eine Reihe von Wochen die Hand¬ ſchrift dieſer dreizehnten Rede, die bei meiner Cen¬ ſurbehoͤrde eingereicht war, zuruͤkerwartet hatte, er¬ halte ich endlich ſtatt derſelben das folgende Schrei¬ ben: „Das Manuſcript der dreizehnten Rede des „Herrn Profeſſor Fichte iſt, nachdem derſelben „ſchon das Imprimatur ertheilt worden, durch ir¬ „gend einen Zufall verlohren gegangen, und hat „aller Bemuͤhungen ohnerachtet nicht wieder auf¬ „gefunden werden koͤnnen. „Um nun den Verleger ꝛc. Reimer beim Abdruck „nicht aufzuhalten, erſuche ich des Herrn Profeſſor „Fichte Wohlgebohrn dieſe Rede aus Ihren Hef¬ „ten zu ergaͤnzen, und mir zum Imprimatur zuzu¬ „ſchicken. „Berlin, den 13. April 1808. v. Scheve.“ Das, was dieſes Schreiben unter Heften verſte¬ hen mag, halte ich nicht, und was etwa bei der Aus¬ arbeitung des Textes auf Nebenblaͤttern angelegt und vorbereitet war, wurde bei einer in dieſer Zeit vor¬ gefallenen Veraͤnderung der Wohnung den Flam¬ men uͤbergeben. Ich war darum genoͤthiget, darauf zu beſtehen, daß die Handſchrift, die verlohren ſeyn —

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Zitationshilfe: Fichte, Johann Gottlieb: Reden an die deutsche Nation. Berlin, 1808, S. 450. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fichte_reden_1808/456>, abgerufen am 17.11.2019.