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Fischer, Hermann: Die Werkzeugmaschinen. Bd. 1: Die Metallbearbeitungs-Maschinen. [Textband]. Berlin, 1900.

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I. Theil. Die spanabnehmenden Werkzeugmaschinen.
Fig. 58 die Axe a des Schwärmers um einen geeigneten Betrag A neben
die Axe o des Werkstücks legt.1)

2. Formstichel

haben Schneiden, welche sich der Querschnittsgestalt der zu erzeugenden
Fläche völlig anschliessen. Es fehlt ihnen der Neben- oder Schaltweg im
bisher angewandten Sinne, weil sie die betreffende Fläche gewissermassen
in einem Schnitt erzeugen. Allein, wenn die Ausdehnung der Fläche quer
zur Arbeitsbewegung von einiger Grösse ist,
so lässt sich, um den entstehenden Wider-
stand nicht gar zu gross werden zu lassen,
nur ein sehr dünner Span abnehmen, was
zu folgenden Durchbildungen des Verfahrens
führt:

Es soll auf der Drehbank am Werkstück
w, Fig. 59, eine Hohlkehle erzeugt werden.
Man nähert dann den Stichel s, von der in
der Figur gestrichelt gezeichneten Lage
ausgehend, dem Werkstück nach jeder Um-

[Abbildung] Fig. 57.
drehung so viel, wie die zulässige Spandicke beträgt, bis die verlangte
Tiefe der Hohlkehle gewonnen ist; der letzte Span wird wohl, um die
Glätte der Hohlkehle zu sichern, besonders dünn gewählt. Es wird also
auch hier eine Schaltbewegung des Stichels angewendet, aber in ganz
anderem Sinne als bei den früher angegebenen Arbeitsverfahren.

Bei grösseren Breiten schaltet man auch mehrere Stichel hinter ein-
ander, so dass jeder einzelne nur einen Theil des Widerstandes zu über-

[Abbildung] Fig. 58.
[Abbildung] Fig. 59.
nehmen hat, z. B. nach Fig. 60. Es lassen sich diese einzeln hinterein-
ander geschalteten Stichel nach Fig. 27, S. 28, auch zu einem Stichel ver-
einigen, dessen Schneide von einem bis zum anderen Ende fortschreitend
je nur mit einem Stück ihrer Länge zum Angriff kommt.

Da jedoch die Schneiden, welche, wie Fig. 59 insbesondere veran-
schaulicht, eine ganze Anzahl von Spänen abzunehmen haben, um die
verlangte Gestalt zu schaffen, sich bald abnutzen, oft nachgeschliffen werden

1) American Machinist. 22. Oct. 1891. Zeitschr. d. Ver. deutscher Ingen. 1891.
S. 1451, mit Abb. American Machinist, Juni 1896, S. 585, mit Abb.

I. Theil. Die spanabnehmenden Werkzeugmaschinen.
Fig. 58 die Axe a des Schwärmers um einen geeigneten Betrag A neben
die Axe o des Werkstücks legt.1)

2. Formstichel

haben Schneiden, welche sich der Querschnittsgestalt der zu erzeugenden
Fläche völlig anschliessen. Es fehlt ihnen der Neben- oder Schaltweg im
bisher angewandten Sinne, weil sie die betreffende Fläche gewissermassen
in einem Schnitt erzeugen. Allein, wenn die Ausdehnung der Fläche quer
zur Arbeitsbewegung von einiger Grösse ist,
so lässt sich, um den entstehenden Wider-
stand nicht gar zu gross werden zu lassen,
nur ein sehr dünner Span abnehmen, was
zu folgenden Durchbildungen des Verfahrens
führt:

Es soll auf der Drehbank am Werkstück
w, Fig. 59, eine Hohlkehle erzeugt werden.
Man nähert dann den Stichel s, von der in
der Figur gestrichelt gezeichneten Lage
ausgehend, dem Werkstück nach jeder Um-

[Abbildung] Fig. 57.
drehung so viel, wie die zulässige Spandicke beträgt, bis die verlangte
Tiefe der Hohlkehle gewonnen ist; der letzte Span wird wohl, um die
Glätte der Hohlkehle zu sichern, besonders dünn gewählt. Es wird also
auch hier eine Schaltbewegung des Stichels angewendet, aber in ganz
anderem Sinne als bei den früher angegebenen Arbeitsverfahren.

Bei grösseren Breiten schaltet man auch mehrere Stichel hinter ein-
ander, so dass jeder einzelne nur einen Theil des Widerstandes zu über-

[Abbildung] Fig. 58.
[Abbildung] Fig. 59.
nehmen hat, z. B. nach Fig. 60. Es lassen sich diese einzeln hinterein-
ander geschalteten Stichel nach Fig. 27, S. 28, auch zu einem Stichel ver-
einigen, dessen Schneide von einem bis zum anderen Ende fortschreitend
je nur mit einem Stück ihrer Länge zum Angriff kommt.

Da jedoch die Schneiden, welche, wie Fig. 59 insbesondere veran-
schaulicht, eine ganze Anzahl von Spänen abzunehmen haben, um die
verlangte Gestalt zu schaffen, sich bald abnutzen, oft nachgeschliffen werden

1) American Machinist. 22. Oct. 1891. Zeitschr. d. Ver. deutscher Ingen. 1891.
S. 1451, mit Abb. American Machinist, Juni 1896, S. 585, mit Abb.
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[41/0055] I. Theil. Die spanabnehmenden Werkzeugmaschinen. Fig. 58 die Axe a des Schwärmers um einen geeigneten Betrag A neben die Axe o des Werkstücks legt. 1) 2. Formstichel haben Schneiden, welche sich der Querschnittsgestalt der zu erzeugenden Fläche völlig anschliessen. Es fehlt ihnen der Neben- oder Schaltweg im bisher angewandten Sinne, weil sie die betreffende Fläche gewissermassen in einem Schnitt erzeugen. Allein, wenn die Ausdehnung der Fläche quer zur Arbeitsbewegung von einiger Grösse ist, so lässt sich, um den entstehenden Wider- stand nicht gar zu gross werden zu lassen, nur ein sehr dünner Span abnehmen, was zu folgenden Durchbildungen des Verfahrens führt: Es soll auf der Drehbank am Werkstück w, Fig. 59, eine Hohlkehle erzeugt werden. Man nähert dann den Stichel s, von der in der Figur gestrichelt gezeichneten Lage ausgehend, dem Werkstück nach jeder Um- [Abbildung Fig. 57.] drehung so viel, wie die zulässige Spandicke beträgt, bis die verlangte Tiefe der Hohlkehle gewonnen ist; der letzte Span wird wohl, um die Glätte der Hohlkehle zu sichern, besonders dünn gewählt. Es wird also auch hier eine Schaltbewegung des Stichels angewendet, aber in ganz anderem Sinne als bei den früher angegebenen Arbeitsverfahren. Bei grösseren Breiten schaltet man auch mehrere Stichel hinter ein- ander, so dass jeder einzelne nur einen Theil des Widerstandes zu über- [Abbildung Fig. 58.] [Abbildung Fig. 59.] nehmen hat, z. B. nach Fig. 60. Es lassen sich diese einzeln hinterein- ander geschalteten Stichel nach Fig. 27, S. 28, auch zu einem Stichel ver- einigen, dessen Schneide von einem bis zum anderen Ende fortschreitend je nur mit einem Stück ihrer Länge zum Angriff kommt. Da jedoch die Schneiden, welche, wie Fig. 59 insbesondere veran- schaulicht, eine ganze Anzahl von Spänen abzunehmen haben, um die verlangte Gestalt zu schaffen, sich bald abnutzen, oft nachgeschliffen werden 1) American Machinist. 22. Oct. 1891. Zeitschr. d. Ver. deutscher Ingen. 1891. S. 1451, mit Abb. American Machinist, Juni 1896, S. 585, mit Abb.

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Zitationshilfe: Fischer, Hermann: Die Werkzeugmaschinen. Bd. 1: Die Metallbearbeitungs-Maschinen. [Textband]. Berlin, 1900, S. 41. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fischer_werkzeugmaschinen01_1900/55>, abgerufen am 24.03.2019.