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Fischer, Hermann: Die Werkzeugmaschinen. Bd. 1: Die Metallbearbeitungs-Maschinen. [Textband]. Berlin, 1900.

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Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung.
ihm verschraubten Bügel C das Gestell der Maschine, während A in diesem
Gestell verschiebbar ist. Diese Verschiebung soll in ganzer Länge von A
genau in gleichem Grade stattfinden, weshalb sie durch drei an A ausge-
bildete und drei mit dem Mönch a verbundene Keile und zwischengelegte
Walzen i einerseits, und anderseits dem stets unter dem Druck des Wasser-
speichers stehenden Mönch c, der durch Stangen d mit A verbunden ist,
stattfindet. In die zum Mönch a gehörige Nonne b wird durch eine Steue-
rung Druckwasser eingelassen, wenn A sich B nähern soll. Das in auf-
rechter Lage durch die Maschine zu führende Werkstück stützt sich mit
seinem unteren Rande auf seitwärts von A und B angebrachte Rollen. An
einer Stelle ist auch einer Vorrichtung (Winde mit Seil) gedacht, mittels
welcher das Werkstück ruckweise weiter geführt werden kann.

Dasselbe Biegeverfahren wird auch mit liegend angeordneten Maschinen
durchgeführt.1)

b) Maschinen mit Walzen.

Das ruckweise Verschieben des Werkstücks nach jeder Einzelbiegung
ist nicht bequem; die Arbeit verläuft, sobald das Werkstück in ganzer
Länge gleichförmig gebogen werden soll, rascher, wenn man das zu bie-
gende Werkstück, nach Fig. 1216, zwischen drei Walzen A, B und C bringt,
diese dreht und durch die Reibung, welche zwischen Walzenumfang und

[Abbildung] Fig. 1216.
Werkstück auftritt, das letztere
zwischen den Walzen hindurch-
führt. Es erfolgt die Biegung
zwischen den Punkten i und e. In
der Abbildung ist das Werkstück
linksseitig gerade gezeichnet, weil
es eine bleibende Biegung noch
nicht erfahren hat; es sollte ein
wenig gekrümmt sein, da die elasti-
sche Biegung sich bis zu dem
Punkte erstreckt, in welchem w
auf A liegt. Demgemäss berührt w
die mittlere Walze im Punkt i noch
nicht, sondern erst in einem rechts
von i belegenen, den man finden
könnte, wenn man den linksseitigen
Theil von w nach seiner durch die elastische Biegung gewonnenen Ge-
stalt einzeichnete. Ebenso verhält es sich mit dem rechtsseitigen Theil
des Werkstücks w. Sonach erstreckt sich das Gebiet, innerhalb welchem
die bleibende Biegung stattfindet, nicht von i bis e, Fig. 1216, sondern
ist kleiner. Es ist aber anzunehmen, dass seine Mitte etwa mit der
Mitte des Abstandes i e zusammenfällt. Die Thätigkeit der biegenden
Walze -- das ist C -- besteht darin, dass sie das Werkstück nach Art
eines Kniehebels von der Höhe, in welcher w mit C in Berührung tritt,
bis zu der Höhe, in welcher diese Berührung aufhört, hinabdrückt. Es
steht hierfür -- und für Nebenwiderstände -- nur die Reibung zwischen
den angetriebenen Walzen zur Verfügung, weshalb fast immer eine Zahl

1) Dingl. polyt. Journ. 1887, Bd. 265, S. 481, mit Abb.

Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung.
ihm verschraubten Bügel C das Gestell der Maschine, während A in diesem
Gestell verschiebbar ist. Diese Verschiebung soll in ganzer Länge von A
genau in gleichem Grade stattfinden, weshalb sie durch drei an A ausge-
bildete und drei mit dem Mönch a verbundene Keile und zwischengelegte
Walzen i einerseits, und anderseits dem stets unter dem Druck des Wasser-
speichers stehenden Mönch c, der durch Stangen d mit A verbunden ist,
stattfindet. In die zum Mönch a gehörige Nonne b wird durch eine Steue-
rung Druckwasser eingelassen, wenn A sich B nähern soll. Das in auf-
rechter Lage durch die Maschine zu führende Werkstück stützt sich mit
seinem unteren Rande auf seitwärts von A und B angebrachte Rollen. An
einer Stelle ist auch einer Vorrichtung (Winde mit Seil) gedacht, mittels
welcher das Werkstück ruckweise weiter geführt werden kann.

Dasselbe Biegeverfahren wird auch mit liegend angeordneten Maschinen
durchgeführt.1)

b) Maschinen mit Walzen.

Das ruckweise Verschieben des Werkstücks nach jeder Einzelbiegung
ist nicht bequem; die Arbeit verläuft, sobald das Werkstück in ganzer
Länge gleichförmig gebogen werden soll, rascher, wenn man das zu bie-
gende Werkstück, nach Fig. 1216, zwischen drei Walzen A, B und C bringt,
diese dreht und durch die Reibung, welche zwischen Walzenumfang und

[Abbildung] Fig. 1216.
Werkstück auftritt, das letztere
zwischen den Walzen hindurch-
führt. Es erfolgt die Biegung
zwischen den Punkten i und e. In
der Abbildung ist das Werkstück
linksseitig gerade gezeichnet, weil
es eine bleibende Biegung noch
nicht erfahren hat; es sollte ein
wenig gekrümmt sein, da die elasti-
sche Biegung sich bis zu dem
Punkte erstreckt, in welchem w
auf A liegt. Demgemäss berührt w
die mittlere Walze im Punkt i noch
nicht, sondern erst in einem rechts
von i belegenen, den man finden
könnte, wenn man den linksseitigen
Theil von w nach seiner durch die elastische Biegung gewonnenen Ge-
stalt einzeichnete. Ebenso verhält es sich mit dem rechtsseitigen Theil
des Werkstücks w. Sonach erstreckt sich das Gebiet, innerhalb welchem
die bleibende Biegung stattfindet, nicht von i bis e, Fig. 1216, sondern
ist kleiner. Es ist aber anzunehmen, dass seine Mitte etwa mit der
Mitte des Abstandes i e zusammenfällt. Die Thätigkeit der biegenden
Walze — das ist C — besteht darin, dass sie das Werkstück nach Art
eines Kniehebels von der Höhe, in welcher w mit C in Berührung tritt,
bis zu der Höhe, in welcher diese Berührung aufhört, hinabdrückt. Es
steht hierfür — und für Nebenwiderstände — nur die Reibung zwischen
den angetriebenen Walzen zur Verfügung, weshalb fast immer eine Zahl

1) Dingl. polyt. Journ. 1887, Bd. 265, S. 481, mit Abb.
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[678/0696] Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung. ihm verschraubten Bügel C das Gestell der Maschine, während A in diesem Gestell verschiebbar ist. Diese Verschiebung soll in ganzer Länge von A genau in gleichem Grade stattfinden, weshalb sie durch drei an A ausge- bildete und drei mit dem Mönch a verbundene Keile und zwischengelegte Walzen i einerseits, und anderseits dem stets unter dem Druck des Wasser- speichers stehenden Mönch c, der durch Stangen d mit A verbunden ist, stattfindet. In die zum Mönch a gehörige Nonne b wird durch eine Steue- rung Druckwasser eingelassen, wenn A sich B nähern soll. Das in auf- rechter Lage durch die Maschine zu führende Werkstück stützt sich mit seinem unteren Rande auf seitwärts von A und B angebrachte Rollen. An einer Stelle ist auch einer Vorrichtung (Winde mit Seil) gedacht, mittels welcher das Werkstück ruckweise weiter geführt werden kann. Dasselbe Biegeverfahren wird auch mit liegend angeordneten Maschinen durchgeführt. 1) b) Maschinen mit Walzen. Das ruckweise Verschieben des Werkstücks nach jeder Einzelbiegung ist nicht bequem; die Arbeit verläuft, sobald das Werkstück in ganzer Länge gleichförmig gebogen werden soll, rascher, wenn man das zu bie- gende Werkstück, nach Fig. 1216, zwischen drei Walzen A, B und C bringt, diese dreht und durch die Reibung, welche zwischen Walzenumfang und [Abbildung Fig. 1216.] Werkstück auftritt, das letztere zwischen den Walzen hindurch- führt. Es erfolgt die Biegung zwischen den Punkten i und e. In der Abbildung ist das Werkstück linksseitig gerade gezeichnet, weil es eine bleibende Biegung noch nicht erfahren hat; es sollte ein wenig gekrümmt sein, da die elasti- sche Biegung sich bis zu dem Punkte erstreckt, in welchem w auf A liegt. Demgemäss berührt w die mittlere Walze im Punkt i noch nicht, sondern erst in einem rechts von i belegenen, den man finden könnte, wenn man den linksseitigen Theil von w nach seiner durch die elastische Biegung gewonnenen Ge- stalt einzeichnete. Ebenso verhält es sich mit dem rechtsseitigen Theil des Werkstücks w. Sonach erstreckt sich das Gebiet, innerhalb welchem die bleibende Biegung stattfindet, nicht von i bis e, Fig. 1216, sondern ist kleiner. Es ist aber anzunehmen, dass seine Mitte etwa mit der Mitte des Abstandes i e zusammenfällt. Die Thätigkeit der biegenden Walze — das ist C — besteht darin, dass sie das Werkstück nach Art eines Kniehebels von der Höhe, in welcher w mit C in Berührung tritt, bis zu der Höhe, in welcher diese Berührung aufhört, hinabdrückt. Es steht hierfür — und für Nebenwiderstände — nur die Reibung zwischen den angetriebenen Walzen zur Verfügung, weshalb fast immer eine Zahl 1) Dingl. polyt. Journ. 1887, Bd. 265, S. 481, mit Abb.

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Zitationshilfe: Fischer, Hermann: Die Werkzeugmaschinen. Bd. 1: Die Metallbearbeitungs-Maschinen. [Textband]. Berlin, 1900, S. 678. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fischer_werkzeugmaschinen01_1900/696>, abgerufen am 24.03.2019.