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Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719.

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Erster Theil/
[Spaltenumbruch] Wurtzeln und andern Kräutern ein klei-
ner Ball, als eine welsche Nuß groß,
voller zarter Fäßgen meistens in Ma-
gen dieses Thieres gefunden wird;
Es gebrauchen die Wurtzel-Krämer die-
ses auch mit zu dem Theriack, weil es ein
Antidotum wider Gifft seyn soll, heilet
Wunden, schwere Gebrechen, Kopff-
Weh, ist gut vor den Schwindel, Colicam,
schweren Athem und Hertzbochen zu ge-
brauchen, davon es den Namen be-
kommen.

No. 2.
Bären-Wurtzel/ Meum.

Diese Wurtzel wird vornehmlich ge-
brauchet vor Auffblehung des Magens,
Eröffnung der Leber, Beförderung der
Geburt und Urin, Reissen im Leibe und
Colicam, wird auch zu den Mithridat wi-
der den Gifft nebst andern simplicibus ge-
nommen. Und weil die wilden Bäre
ebenfalls im Gebürge herum kriechen,
und sich deren gebrauchen, mag dieses da-
her vermuthlich seine Derivation haben;
Wiewohl andere wilde Thiere auch dieses
Krauts oder Wurtzel zu ihren Vortheil
sich bedienen.

No. 3.
Wintergrün/ Hedera.

Dieses wächset an Steinen, Felßen, und
alten Stämmen, oder Bäumen in die
Höhe, flechtet und breitet sich hart dar-
an, ist ein herrliches Wund-Kraut, stil-
let das Blut, stopffet den Durchfall, so
es nur im Mund gehalten wird, mehret
die Milch, reiniget die Geschwär im Halß
und Leibe, führet den Schleim ab, eröff-
net und treibet alles Böse heraus. Es
hat den Namen, weil es des Winters
allezeit dunckelgrün wächset und ist mei-
stens aller Orten um felßigte Gebürge
und der ebenen anzutreffen, wiewohln
alle Kräuter, wie bekant, wegen der
Sonnen-Hitze, auf hohen Gebürgen
weit kräfftiger.

Auf dem Riesen-Bebürge/
No. 4.
Hirsch-Melde/ Pulmonaria.

Hirsch-Melde oder Hirsch-Mangold,
wächst auff der Schnee-Koppe, hat brei-
te zanckigte Blätter, riechet angenehm,
blühet blaulicht, wie die Schlüssel-Blu-
men, wächst in Sieben Gründen im Schat-
ten, davon die Hirsche starck und feiste
werden und mehr, als sonst, wachsen.

[Spaltenumbruch]
No. 5.
Pilati Kraut/ Herba Pilati.

Eben dergleichen Beschaffenheit hat es
auch mit diesem Kraut, welches gelbe
Blätter hat, auch einen gelben Saamen
träget, ist von einem schönen Geruch,
wächset an selbigen ermeldten Orte, wo-
von sich ebenfalls das Wildpräth häuffig
ernehren soll.

No. 6.
Johannis Kraut/ Hypericum.

Hat grüne breit und lange Blätter,
blühet blaulicht, wächset gerne bey Klee,
treibet den Harn, zertheilet geronnen Ge-
blüt, fördert die Geburt, stärcket das
Haupt, heilet Wunden, Geschwür und
Beulen, treibet den Schweiß und allen
Gifft, machet gute Nahrung.

No. 7.
Baldrian/ Valeriana.

Diß wächset an quellichten Bergen,
blühet weißlicht, trägt blaue Beere, ist
ein trefflich Wund-Kraut, heilet inner-
liche Brüche, Wunden und Geschwür,
stärcket das Gesichte, heilet Lunge, Sei-
tenstechen und kurtzen Athem, öffnet
Nieren und Leber, treibet allen Gifft,
Schweiß und Urin, ist gut vor die schwe-
re Noth.

No. 8.
Michael-Wurtzel/ Colchicum.

Hat kein Kraut, die Blüthe steiget so-
fort aus der Wurtzel heraus, ist blau
und hat schwartze Körner, wird aber gar
selten gefunden.

Jn Sieben Eck-Steinen/
No. 9.
Osterlucia/ Aristolochia.

Wächst mit grüner Blüthe, wie Zwie-
beln, hat eine Fingers lang und dicke
Wurtzel: Eröffnet die Verstopffung, zer-
theilet den Schleim, und reiniget alle bö-
se Feuchtigkeiten.

N. 10.
Eber-Wurtzel/ Carlina.

Diß wächset eben an selbigen Orte, blü-
het weißlicht wie die Disteln, riechet starck,
treibet aus den Gifft, Schweiß und scor-
buti
sch Geblüte, Würmer und Schleim,
stärcket die Natur, eröffnet Miltz und Le-
ber, und vermehret die Lebens-Geister.

No. 11.
Christ-Wurtzel/ Elleborus niger.

Wächset auch daselbst, hat weisse Blu-

men,

Erſter Theil/
[Spaltenumbruch] Wurtzeln und andern Kraͤutern ein klei-
ner Ball, als eine welſche Nuß groß,
voller zarter Faͤßgen meiſtens in Ma-
gen dieſes Thieres gefunden wird;
Es gebrauchen die Wurtzel-Kraͤmer die-
ſes auch mit zu dem Theriack, weil es ein
Antidotum wider Gifft ſeyn ſoll, heilet
Wunden, ſchwere Gebrechen, Kopff-
Weh, iſt gut vor den Schwindel, Colicam,
ſchweren Athem und Hertzbochen zu ge-
brauchen, davon es den Namen be-
kommen.

No. 2.
Baͤren-Wurtzel/ Meum.

Dieſe Wurtzel wird vornehmlich ge-
brauchet vor Auffblehung des Magens,
Eroͤffnung der Leber, Befoͤrderung der
Geburt und Urin, Reiſſen im Leibe und
Colicam, wird auch zu den Mithridat wi-
der den Gifft nebſt andern ſimplicibus ge-
nommen. Und weil die wilden Baͤre
ebenfalls im Gebuͤrge herum kriechen,
und ſich deren gebrauchen, mag dieſes da-
her vermuthlich ſeine Derivation haben;
Wiewohl andere wilde Thiere auch dieſes
Krauts oder Wurtzel zu ihren Vortheil
ſich bedienen.

No. 3.
Wintergruͤn/ Hedera.

Dieſes waͤchſet an Steinen, Felßen, und
alten Staͤmmen, oder Baͤumen in die
Hoͤhe, flechtet und breitet ſich hart dar-
an, iſt ein herrliches Wund-Kraut, ſtil-
let das Blut, ſtopffet den Durchfall, ſo
es nur im Mund gehalten wird, mehret
die Milch, reiniget die Geſchwaͤr im Halß
und Leibe, fuͤhret den Schleim ab, eroͤff-
net und treibet alles Boͤſe heraus. Es
hat den Namen, weil es des Winters
allezeit dunckelgruͤn waͤchſet und iſt mei-
ſtens aller Orten um felßigte Gebuͤrge
und der ebenen anzutreffen, wiewohln
alle Kraͤuter, wie bekant, wegen der
Sonnen-Hitze, auf hohen Gebuͤrgen
weit kraͤfftiger.

Auf dem Rieſen-Bebuͤrge/
No. 4.
Hirſch-Melde/ Pulmonaria.

Hirſch-Melde oder Hirſch-Mangold,
waͤchſt auff der Schnee-Koppe, hat brei-
te zanckigte Blaͤtter, riechet angenehm,
bluͤhet blaulicht, wie die Schluͤſſel-Blu-
men, waͤchſt in Sieben Gꝛuͤnden im Schat-
ten, davon die Hirſche ſtarck und feiſte
werden und mehr, als ſonſt, wachſen.

[Spaltenumbruch]
No. 5.
Pilati Kraut/ Herba Pilati.

Eben dergleichen Beſchaffenheit hat es
auch mit dieſem Kraut, welches gelbe
Blaͤtter hat, auch einen gelben Saamen
traͤget, iſt von einem ſchoͤnen Geruch,
waͤchſet an ſelbigen ermeldten Orte, wo-
von ſich ebenfalls das Wildpraͤth haͤuffig
ernehren ſoll.

No. 6.
Johannis Kraut/ Hypericum.

Hat gruͤne breit und lange Blaͤtter,
bluͤhet blaulicht, waͤchſet gerne bey Klee,
treibet den Harn, zertheilet geronnen Ge-
bluͤt, foͤrdert die Geburt, ſtaͤrcket das
Haupt, heilet Wunden, Geſchwuͤr und
Beulen, treibet den Schweiß und allen
Gifft, machet gute Nahrung.

No. 7.
Baldrian/ Valeriana.

Diß waͤchſet an quellichten Bergen,
bluͤhet weißlicht, traͤgt blaue Beere, iſt
ein trefflich Wund-Kraut, heilet inner-
liche Bruͤche, Wunden und Geſchwuͤr,
ſtaͤrcket das Geſichte, heilet Lunge, Sei-
tenſtechen und kurtzen Athem, oͤffnet
Nieren und Leber, treibet allen Gifft,
Schweiß und Urin, iſt gut vor die ſchwe-
re Noth.

No. 8.
Michael-Wurtzel/ Colchicum.

Hat kein Kraut, die Bluͤthe ſteiget ſo-
fort aus der Wurtzel heraus, iſt blau
und hat ſchwartze Koͤrner, wird aber gar
ſelten gefunden.

Jn Sieben Eck-Steinen/
No. 9.
Oſterlucia/ Ariſtolochia.

Waͤchſt mit gruͤner Bluͤthe, wie Zwie-
beln, hat eine Fingers lang und dicke
Wurtzel: Eroͤffnet die Verſtopffung, zer-
theilet den Schleim, und reiniget alle boͤ-
ſe Feuchtigkeiten.

N. 10.
Eber-Wurtzel/ Carlina.

Diß waͤchſet eben an ſelbigen Orte, bluͤ-
het weißlicht wie die Diſteln, riechet ſtarck,
treibet aus den Gifft, Schweiß und ſcor-
buti
ſch Gebluͤte, Wuͤrmer und Schleim,
ſtaͤrcket die Natur, eroͤffnet Miltz und Le-
ber, und vermehret die Lebens-Geiſter.

No. 11.
Chriſt-Wurtzel/ Elleborus niger.

Waͤchſet auch daſelbſt, hat weiſſe Blu-

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Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719, S. 6. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger01_1719/40>, abgerufen am 25.05.2019.