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Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719.

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September.
[Spaltenumbruch] Kraut und Rüben zu suchen unterrich-
ten, auch folgen die Bäre denen Wölf-
fen gerne auf der Spuhr nach, was die-
selben gefangen, nehmen sie ihnen mit Ge-
walt ab, und jagen sie darvon, ohne Wie-
dersetzen.

Der Hirsch.

Zu dieser Zeit ziehet sich meistens das
bißhero vertheilete Wildpräth aus denen
im Lande hin und wieder liegenden Höl-
tzern nach grossen Wäldern und Gehä-
gen zusammen, dem Hirsch aber, nach-
dem er sich gut und feiste befindet, und
die Sonne ihn bißhero erhitzet, werden
durch kalte Nebel die Schweiß-Löcher
verstopffet, und die innerliche Hitze hier-
durch vermehret, mithin zur Geylheit
angereitzet: Dieser innerliche hitzige
Dunst und Feuchtigkeit turbiret ihn der-
maassen, daß er vor allzu grosser Begier-
de fast unsinnig wird, und Tages und
Nachts das Wild suchet.

Das Schwein.

Das Schwartz-Wildpräth, die Sau-
en, nehmen ihre Nahrung von den hin-
terlassenen Sommer-Früchten, Erbsen,
Wicken, und Linsen, so lange sie im Fel-
de stehen, brechen Wurtzeln von Johan-
nis-Kraut, Ringel-Blumen, wilden Rü-
ben, und dergleichen, weil das meiste Ge-
träyde auf dem Felde, so thun sie den
Wiesen, und dem Graß-Wachs durch
Brechen grosser Löcher in die Erde sehr
Schaden, sind aber dennoch noch nicht
recht feiste genung, sondern haben vom
Geträyde nur einen geringen Ansatz.

Das Reh.

Nachdem die Rehe von denen Feld-
Früchten, gutem Klee, Graß, und gesun-
den Kräutern, auch Haber und Wicken
wohl gelebet, und zu ihrer Nahrung,
und Feiste einen guten Grund geleget,
ernehren sie sich ferner von wildem Obst,
Kraut und Rüben, am allermeisten und
liebsten aber von der Eichel- und Buch-
Mast, wovon sie auch recht feiste, und wohl
geschmackt werden.

Der Hase.

Wann trocken Wetter, halten sie sich
gerne im Geträyde, Haber-Stoppeln,
wo Disteln stehen, auff, wann es aber
regnet, in Sturtz-Aeckern, die Jungen
aber in Hecken, Sträuchern, wie auch an
Zäunen.

[Spaltenumbruch]
Der Wolff.

Nunmehro hat sich die alte Wölffin
schon meistens von vielerley Art des Rau-
bes wiederumb erhohlet, die jungen
Wölffe fangen auch an etwas starck und
flüchtig zu werden, und führet sie solche
meistens in grosse Wälder, sich von Hirsch-
Kälbern, Rehen und Frischlingen zu er-
nehren; Der alte Wolff und die Wölf-
fin aber gehen zugleich embsig nach dem
Raub.

Der Fuchs.

Nunmehro führen die alten Füchse
ihre Jungen 1. 2. Meilen von sich in ande-
re Gegend, und verlassen sie daselbst, die
Alten aber kehren wieder zu ihren Höh-
len, wo sie vorhero gewohnet haben, da-
mit die Jungen vor sich alleine was zu
erwerben gezwungen sind, und sich nicht
auf die Alten verlassen dürffen, darinnen
sie wahrhafftig uns Menschen beschä-
men.

Der Dachs.

Diesen Monat gehet der Dachs nun
meist auf die Felder, wo Rüben sind, und,
wann Obst geräth, in die Feld-Gärten;
Dahero ihme jetzo am besten des Nachts
mit Hunden beyzukommen.

Vom Marder und Otter/ Katz
und Jltniß.

Von diesen Raub-Thieren ist bereits
in der Eigenschafft das nöthige errinnert,
und nichts zu remarquiren übrig, als
daß, wann ihre Bälge gut, sie zu fangen,
bey deren Vermehrung aber lieber zu
vertilgen seyn.

Vom Feder-Wildpräth.
Das Wald-Geflügel.
Der Auer-Hahn.

Jetzo haben die Auer-Hühner ihre
Nahrung von Heydel- und Preussel-
Beeren, auch Brom- und Hind-Bee-
ren, und dergleichen, sonderlich kesen sie
kleine Steinlein, den Magen zu reini-
gen.

Der Birck-Hahn.

Diese genüssen ebenfalls meistens o-
bige Nahrung und Kräuter, die Jungen
aber erziehen sie meistens mit Ameiß-Ey-
ern auf.

Das

September.
[Spaltenumbruch] Kraut und Ruͤben zu ſuchen unterrich-
ten, auch folgen die Baͤre denen Woͤlf-
fen gerne auf der Spuhr nach, was die-
ſelben gefangen, nehmen ſie ihnen mit Ge-
walt ab, und jagen ſie darvon, ohne Wie-
derſetzen.

Der Hirſch.

Zu dieſer Zeit ziehet ſich meiſtens das
bißhero vertheilete Wildpraͤth aus denen
im Lande hin und wieder liegenden Hoͤl-
tzern nach groſſen Waͤldern und Gehaͤ-
gen zuſammen, dem Hirſch aber, nach-
dem er ſich gut und feiſte befindet, und
die Sonne ihn bißhero erhitzet, werden
durch kalte Nebel die Schweiß-Loͤcher
verſtopffet, und die innerliche Hitze hier-
durch vermehret, mithin zur Geylheit
angereitzet: Dieſer innerliche hitzige
Dunſt und Feuchtigkeit turbiret ihn der-
maaſſen, daß er vor allzu groſſer Begier-
de faſt unſinnig wird, und Tages und
Nachts das Wild ſuchet.

Das Schwein.

Das Schwartz-Wildpraͤth, die Sau-
en, nehmen ihre Nahrung von den hin-
terlaſſenen Sommer-Fruͤchten, Erbſen,
Wicken, und Linſen, ſo lange ſie im Fel-
de ſtehen, brechen Wurtzeln von Johan-
nis-Kraut, Ringel-Blumen, wilden Ruͤ-
ben, und dergleichen, weil das meiſte Ge-
traͤyde auf dem Felde, ſo thun ſie den
Wieſen, und dem Graß-Wachs durch
Brechen groſſer Loͤcher in die Erde ſehr
Schaden, ſind aber dennoch noch nicht
recht feiſte genung, ſondern haben vom
Getraͤyde nur einen geringen Anſatz.

Das Reh.

Nachdem die Rehe von denen Feld-
Fruͤchten, gutem Klee, Graß, und geſun-
den Kraͤutern, auch Haber und Wicken
wohl gelebet, und zu ihrer Nahrung,
und Feiſte einen guten Grund geleget,
ernehren ſie ſich ferner von wildem Obſt,
Kraut und Ruͤben, am allermeiſten und
liebſten aber von der Eichel- und Buch-
Maſt, wovon ſie auch recht feiſte, und wohl
geſchmackt werden.

Der Haſe.

Wann trocken Wetter, halten ſie ſich
gerne im Getraͤyde, Haber-Stoppeln,
wo Diſteln ſtehen, auff, wann es aber
regnet, in Sturtz-Aeckern, die Jungen
aber in Hecken, Straͤuchern, wie auch an
Zaͤunen.

[Spaltenumbruch]
Der Wolff.

Nunmehro hat ſich die alte Woͤlffin
ſchon meiſtens von vielerley Art des Rau-
bes wiederumb erhohlet, die jungen
Woͤlffe fangen auch an etwas ſtarck und
fluͤchtig zu werden, und fuͤhret ſie ſolche
meiſtens in groſſe Waͤlder, ſich von Hirſch-
Kaͤlbern, Rehen und Friſchlingen zu er-
nehren; Der alte Wolff und die Woͤlf-
fin aber gehen zugleich embſig nach dem
Raub.

Der Fuchs.

Nunmehro fuͤhren die alten Fuͤchſe
ihre Jungen 1. 2. Meilen von ſich in ande-
re Gegend, und verlaſſen ſie daſelbſt, die
Alten aber kehren wieder zu ihren Hoͤh-
len, wo ſie vorhero gewohnet haben, da-
mit die Jungen vor ſich alleine was zu
erwerben gezwungen ſind, und ſich nicht
auf die Alten verlaſſen duͤrffen, darinnen
ſie wahrhafftig uns Menſchen beſchaͤ-
men.

Der Dachs.

Dieſen Monat gehet der Dachs nun
meiſt auf die Felder, wo Ruͤben ſind, und,
wann Obſt geraͤth, in die Feld-Gaͤrten;
Dahero ihme jetzo am beſten des Nachts
mit Hunden beyzukommen.

Vom Marder und Otter/ Katz
und Jltniß.

Von dieſen Raub-Thieren iſt bereits
in der Eigenſchafft das noͤthige errinnert,
und nichts zu remarquiren uͤbrig, als
daß, wann ihre Baͤlge gut, ſie zu fangen,
bey deren Vermehrung aber lieber zu
vertilgen ſeyn.

Vom Feder-Wildpraͤth.
Das Wald-Gefluͤgel.
Der Auer-Hahn.

Jetzo haben die Auer-Huͤhner ihre
Nahrung von Heydel- und Preuſſel-
Beeren, auch Brom- und Hind-Bee-
ren, und dergleichen, ſonderlich keſen ſie
kleine Steinlein, den Magen zu reini-
gen.

Der Birck-Hahn.

Dieſe genuͤſſen ebenfalls meiſtens o-
bige Nahrung und Kraͤuter, die Jungen
aber erziehen ſie meiſtens mit Ameiß-Ey-
ern auf.

Das
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[388/0562] September. Kraut und Ruͤben zu ſuchen unterrich- ten, auch folgen die Baͤre denen Woͤlf- fen gerne auf der Spuhr nach, was die- ſelben gefangen, nehmen ſie ihnen mit Ge- walt ab, und jagen ſie darvon, ohne Wie- derſetzen. Der Hirſch. Zu dieſer Zeit ziehet ſich meiſtens das bißhero vertheilete Wildpraͤth aus denen im Lande hin und wieder liegenden Hoͤl- tzern nach groſſen Waͤldern und Gehaͤ- gen zuſammen, dem Hirſch aber, nach- dem er ſich gut und feiſte befindet, und die Sonne ihn bißhero erhitzet, werden durch kalte Nebel die Schweiß-Loͤcher verſtopffet, und die innerliche Hitze hier- durch vermehret, mithin zur Geylheit angereitzet: Dieſer innerliche hitzige Dunſt und Feuchtigkeit turbiret ihn der- maaſſen, daß er vor allzu groſſer Begier- de faſt unſinnig wird, und Tages und Nachts das Wild ſuchet. Das Schwein. Das Schwartz-Wildpraͤth, die Sau- en, nehmen ihre Nahrung von den hin- terlaſſenen Sommer-Fruͤchten, Erbſen, Wicken, und Linſen, ſo lange ſie im Fel- de ſtehen, brechen Wurtzeln von Johan- nis-Kraut, Ringel-Blumen, wilden Ruͤ- ben, und dergleichen, weil das meiſte Ge- traͤyde auf dem Felde, ſo thun ſie den Wieſen, und dem Graß-Wachs durch Brechen groſſer Loͤcher in die Erde ſehr Schaden, ſind aber dennoch noch nicht recht feiſte genung, ſondern haben vom Getraͤyde nur einen geringen Anſatz. Das Reh. Nachdem die Rehe von denen Feld- Fruͤchten, gutem Klee, Graß, und geſun- den Kraͤutern, auch Haber und Wicken wohl gelebet, und zu ihrer Nahrung, und Feiſte einen guten Grund geleget, ernehren ſie ſich ferner von wildem Obſt, Kraut und Ruͤben, am allermeiſten und liebſten aber von der Eichel- und Buch- Maſt, wovon ſie auch recht feiſte, und wohl geſchmackt werden. Der Haſe. Wann trocken Wetter, halten ſie ſich gerne im Getraͤyde, Haber-Stoppeln, wo Diſteln ſtehen, auff, wann es aber regnet, in Sturtz-Aeckern, die Jungen aber in Hecken, Straͤuchern, wie auch an Zaͤunen. Der Wolff. Nunmehro hat ſich die alte Woͤlffin ſchon meiſtens von vielerley Art des Rau- bes wiederumb erhohlet, die jungen Woͤlffe fangen auch an etwas ſtarck und fluͤchtig zu werden, und fuͤhret ſie ſolche meiſtens in groſſe Waͤlder, ſich von Hirſch- Kaͤlbern, Rehen und Friſchlingen zu er- nehren; Der alte Wolff und die Woͤlf- fin aber gehen zugleich embſig nach dem Raub. Der Fuchs. Nunmehro fuͤhren die alten Fuͤchſe ihre Jungen 1. 2. Meilen von ſich in ande- re Gegend, und verlaſſen ſie daſelbſt, die Alten aber kehren wieder zu ihren Hoͤh- len, wo ſie vorhero gewohnet haben, da- mit die Jungen vor ſich alleine was zu erwerben gezwungen ſind, und ſich nicht auf die Alten verlaſſen duͤrffen, darinnen ſie wahrhafftig uns Menſchen beſchaͤ- men. Der Dachs. Dieſen Monat gehet der Dachs nun meiſt auf die Felder, wo Ruͤben ſind, und, wann Obſt geraͤth, in die Feld-Gaͤrten; Dahero ihme jetzo am beſten des Nachts mit Hunden beyzukommen. Vom Marder und Otter/ Katz und Jltniß. Von dieſen Raub-Thieren iſt bereits in der Eigenſchafft das noͤthige errinnert, und nichts zu remarquiren uͤbrig, als daß, wann ihre Baͤlge gut, ſie zu fangen, bey deren Vermehrung aber lieber zu vertilgen ſeyn. Vom Feder-Wildpraͤth. Das Wald-Gefluͤgel. Der Auer-Hahn. Jetzo haben die Auer-Huͤhner ihre Nahrung von Heydel- und Preuſſel- Beeren, auch Brom- und Hind-Bee- ren, und dergleichen, ſonderlich keſen ſie kleine Steinlein, den Magen zu reini- gen. Der Birck-Hahn. Dieſe genuͤſſen ebenfalls meiſtens o- bige Nahrung und Kraͤuter, die Jungen aber erziehen ſie meiſtens mit Ameiß-Ey- ern auf. Das

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Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719, S. 388. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger01_1719/562>, abgerufen am 22.05.2019.