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Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724.

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Des Ersten Th. 33. C. von einigen sichern Meteorol. Muthmassungen/
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Vom Januario.
1.
Nebel vor hellem Wetter ziehen insge-
mein im Winter und spätem Herbst
Vermehrung der Kälte nach sich.
2.
Schnee, so wie gefrohrne Stücklein
Eyß aussiehet, bringet gelinde und Thau-
Wetter, ja Regen.
3.
Wenn ein schwangerer und sonst re-
genhaffter Sud-Wind auf Nord folgt,
so bringt er gemeiniglich statt Regens
Schnee.
4.
Südlicher Schnee ist meist nicht allzu
durable, es sey denn, daß die Suite von
schwangern dicken Süd-Wolcken etwas
lange währt, und zugleich viel Schnee fällt.
5.
Grosser Schnee hat insgemein viel
Wind vor- und beygängig.
6.
Nord auf trüben und regnerischen
West bringt Sonnenschein oder helle
Wetter, ausser Zweiffel, daß, weil sich ei-
ne weite Etendue in West entladen, die
Nordliche Kühle oder Kälte in die Süd-
liche Wärme eine beqveme Impression
machen kan.
7.
Wo Sturm-Winde sind, da sind auch
viel dicke schwere Wolcken.
8.
Süd-Wind bringt Schnee, wenn ein
Nordlicher Wind vorhergegangen.
9.
Auf Halones folgen insgemein trübe
Lufft oder Wolcken.
10.
Wenn der Wind aus Nord oder Sud
Ostlich wird, so erfolgt gemeiniglich im
Winter mercklicher Zuwachs der Kälte;
wenn sich aber der Ostliche Wind auf Sud
neiget, so wird es wärmer.
11.
Wenn an einer Plaga sich viel schwere
Wolcken finden, in den andern aber nicht,
so ziehen sie insgemein die Lufft an sich,
oder treiben die Lufft daher.
Vom Februario.
1.
Westliche Thau-Winde sind kräffti-
ger, Schnee und Eyß zu zerschmeltzen,
als die Südlichen, weil sie viel feuchter,
und insgemein Regen mit sich führen.
[Spaltenumbruch]
2.
Westliche Winde bringen helle Wet-
ter, wenn sie auf Nord-Westlichen Regen
oder Schnee folgen, und sonderlich vom
Sud participiren, am allermeisten aber,
wenn Wind zugegen, wodurch die West-
lichen Vapores cum impetu in die entge-
gen stehende Plagam gerissen, und die di-
cken Wolcken getrieben werden.
3.
Wetterleuchten kommt im Winter bey
Südlichem Wind.
4.
Wenn der Wind sich ändert, auch mit
hellem Wetter, so folgen doch insgemein,
wenn er an Suite continuiret, endlich in
kurtzer oder langer Zeit Wolcken, Re-
gen, oder dergleichen.
5.
Wenn es im Winter bey dem Zuneh-
men des Mondens anfängt zu frieren, so
hält die Kälte gemeiniglich aus, so lange,
biß der Mond wieder abnimmt.
6.
Wenn auf Nord Süd-Ost folgt, so
kan man sich in kurtzer Zeit warme Lufft
versprechen, sonderlich, wenn Wolcken
kommen.
7.
Großflockigter Schnee ziehet gemeinig-
lich Regen nach sich.
8.
Grosser Sturm im Winter ziehet ins-
gemein viel Schnee nach sich.
Vom Martio.
1.
Auf rothbraune Wolcken beym Un-
tergang der Sonne folgt zuweilen früh
helle Wetter, so aber nicht lange dauret,
sondern bald trübe, ja regnicht Wetter
nach sich ziehet.
2.
Die zeitlichen Mertz-Donner pflegen
insgemein ein gutes Jahr anzuzeigen.
3.
Man vermuthet mit Raison ein trock-
nes Früh-Jahr, wenn 1) den Winter
über viel und sonderlich simultanische
Feuchtigkeit herabgefallen. 2) Wenn die
vielen Winde die Lufft sehr gereiniget, und
den Erdboden zugleich ausgetrocknet.
Und 3) wenn die Gewässer nicht so exces-
siv
ausgetreten.
4.
Auf zeitige Mertz-Wärme folget ger-
ne späte Kälte.
5. Wenn
Des Erſten Th. 33. C. von einigen ſichern Meteorol. Muthmaſſungen/
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Vom Januario.
1.
Nebel vor hellem Wetter ziehen insge-
mein im Winter und ſpaͤtem Herbſt
Vermehrung der Kaͤlte nach ſich.
2.
Schnee, ſo wie gefrohrne Stuͤcklein
Eyß ausſiehet, bringet gelinde und Thau-
Wetter, ja Regen.
3.
Wenn ein ſchwangerer und ſonſt re-
genhaffter Sud-Wind auf Nord folgt,
ſo bringt er gemeiniglich ſtatt Regens
Schnee.
4.
Suͤdlicher Schnee iſt meiſt nicht allzu
durable, es ſey denn, daß die Suite von
ſchwangern dicken Suͤd-Wolcken etwas
lange waͤhrt, und zugleich viel Schnee faͤllt.
5.
Groſſer Schnee hat insgemein viel
Wind vor- und beygaͤngig.
6.
Nord auf truͤben und regneriſchen
Weſt bringt Sonnenſchein oder helle
Wetter, auſſer Zweiffel, daß, weil ſich ei-
ne weite Etendue in Weſt entladen, die
Nordliche Kuͤhle oder Kaͤlte in die Suͤd-
liche Waͤrme eine beqveme Impreſſion
machen kan.
7.
Wo Sturm-Winde ſind, da ſind auch
viel dicke ſchwere Wolcken.
8.
Suͤd-Wind bringt Schnee, wenn ein
Nordlicher Wind vorhergegangen.
9.
Auf Halones folgen insgemein truͤbe
Lufft oder Wolcken.
10.
Wenn der Wind aus Nord oder Sud
Oſtlich wird, ſo erfolgt gemeiniglich im
Winter mercklicher Zuwachs der Kaͤlte;
wenn ſich aber der Oſtliche Wind auf Sud
neiget, ſo wird es waͤrmer.
11.
Wenn an einer Plaga ſich viel ſchwere
Wolcken finden, in den andern aber nicht,
ſo ziehen ſie insgemein die Lufft an ſich,
oder treiben die Lufft daher.
Vom Februario.
1.
Weſtliche Thau-Winde ſind kraͤffti-
ger, Schnee und Eyß zu zerſchmeltzen,
als die Suͤdlichen, weil ſie viel feuchter,
und insgemein Regen mit ſich fuͤhren.
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2.
Weſtliche Winde bringen helle Wet-
ter, wenn ſie auf Nord-Weſtlichen Regen
oder Schnee folgen, und ſonderlich vom
Sud participiren, am allermeiſten aber,
wenn Wind zugegen, wodurch die Weſt-
lichen Vapores cum impetu in die entge-
gen ſtehende Plagam geriſſen, und die di-
cken Wolcken getrieben werden.
3.
Wetterleuchten kommt im Winter bey
Suͤdlichem Wind.
4.
Wenn der Wind ſich aͤndert, auch mit
hellem Wetter, ſo folgen doch insgemein,
wenn er an Suite continuiret, endlich in
kurtzer oder langer Zeit Wolcken, Re-
gen, oder dergleichen.
5.
Wenn es im Winter bey dem Zuneh-
men des Mondens anfaͤngt zu frieren, ſo
haͤlt die Kaͤlte gemeiniglich aus, ſo lange,
biß der Mond wieder abnimmt.
6.
Wenn auf Nord Suͤd-Oſt folgt, ſo
kan man ſich in kurtzer Zeit warme Lufft
verſprechen, ſonderlich, wenn Wolcken
kommen.
7.
Großflockigter Schnee ziehet gemeinig-
lich Regen nach ſich.
8.
Groſſer Sturm im Winter ziehet ins-
gemein viel Schnee nach ſich.
Vom Martio.
1.
Auf rothbraune Wolcken beym Un-
tergang der Sonne folgt zuweilen fruͤh
helle Wetter, ſo aber nicht lange dauret,
ſondern bald truͤbe, ja regnicht Wetter
nach ſich ziehet.
2.
Die zeitlichen Mertz-Donner pflegen
insgemein ein gutes Jahr anzuzeigen.
3.
Man vermuthet mit Raiſon ein trock-
nes Fruͤh-Jahr, wenn 1) den Winter
uͤber viel und ſonderlich ſimultaniſche
Feuchtigkeit herabgefallen. 2) Wenn die
vielen Winde die Lufft ſehr gereiniget, und
den Erdboden zugleich ausgetrocknet.
Und 3) wenn die Gewaͤſſer nicht ſo exces-
ſiv
ausgetreten.
4.
Auf zeitige Mertz-Waͤrme folget ger-
ne ſpaͤte Kaͤlte.
5. Wenn
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[52/0112] Des Erſten Th. 33. C. von einigen ſichern Meteorol. Muthmaſſungen/ Vom Januario. 1. Nebel vor hellem Wetter ziehen insge- mein im Winter und ſpaͤtem Herbſt Vermehrung der Kaͤlte nach ſich. 2. Schnee, ſo wie gefrohrne Stuͤcklein Eyß ausſiehet, bringet gelinde und Thau- Wetter, ja Regen. 3. Wenn ein ſchwangerer und ſonſt re- genhaffter Sud-Wind auf Nord folgt, ſo bringt er gemeiniglich ſtatt Regens Schnee. 4. Suͤdlicher Schnee iſt meiſt nicht allzu durable, es ſey denn, daß die Suite von ſchwangern dicken Suͤd-Wolcken etwas lange waͤhrt, und zugleich viel Schnee faͤllt. 5. Groſſer Schnee hat insgemein viel Wind vor- und beygaͤngig. 6. Nord auf truͤben und regneriſchen Weſt bringt Sonnenſchein oder helle Wetter, auſſer Zweiffel, daß, weil ſich ei- ne weite Etendue in Weſt entladen, die Nordliche Kuͤhle oder Kaͤlte in die Suͤd- liche Waͤrme eine beqveme Impreſſion machen kan. 7. Wo Sturm-Winde ſind, da ſind auch viel dicke ſchwere Wolcken. 8. Suͤd-Wind bringt Schnee, wenn ein Nordlicher Wind vorhergegangen. 9. Auf Halones folgen insgemein truͤbe Lufft oder Wolcken. 10. Wenn der Wind aus Nord oder Sud Oſtlich wird, ſo erfolgt gemeiniglich im Winter mercklicher Zuwachs der Kaͤlte; wenn ſich aber der Oſtliche Wind auf Sud neiget, ſo wird es waͤrmer. 11. Wenn an einer Plaga ſich viel ſchwere Wolcken finden, in den andern aber nicht, ſo ziehen ſie insgemein die Lufft an ſich, oder treiben die Lufft daher. Vom Februario. 1. Weſtliche Thau-Winde ſind kraͤffti- ger, Schnee und Eyß zu zerſchmeltzen, als die Suͤdlichen, weil ſie viel feuchter, und insgemein Regen mit ſich fuͤhren. 2. Weſtliche Winde bringen helle Wet- ter, wenn ſie auf Nord-Weſtlichen Regen oder Schnee folgen, und ſonderlich vom Sud participiren, am allermeiſten aber, wenn Wind zugegen, wodurch die Weſt- lichen Vapores cum impetu in die entge- gen ſtehende Plagam geriſſen, und die di- cken Wolcken getrieben werden. 3. Wetterleuchten kommt im Winter bey Suͤdlichem Wind. 4. Wenn der Wind ſich aͤndert, auch mit hellem Wetter, ſo folgen doch insgemein, wenn er an Suite continuiret, endlich in kurtzer oder langer Zeit Wolcken, Re- gen, oder dergleichen. 5. Wenn es im Winter bey dem Zuneh- men des Mondens anfaͤngt zu frieren, ſo haͤlt die Kaͤlte gemeiniglich aus, ſo lange, biß der Mond wieder abnimmt. 6. Wenn auf Nord Suͤd-Oſt folgt, ſo kan man ſich in kurtzer Zeit warme Lufft verſprechen, ſonderlich, wenn Wolcken kommen. 7. Großflockigter Schnee ziehet gemeinig- lich Regen nach ſich. 8. Groſſer Sturm im Winter ziehet ins- gemein viel Schnee nach ſich. Vom Martio. 1. Auf rothbraune Wolcken beym Un- tergang der Sonne folgt zuweilen fruͤh helle Wetter, ſo aber nicht lange dauret, ſondern bald truͤbe, ja regnicht Wetter nach ſich ziehet. 2. Die zeitlichen Mertz-Donner pflegen insgemein ein gutes Jahr anzuzeigen. 3. Man vermuthet mit Raiſon ein trock- nes Fruͤh-Jahr, wenn 1) den Winter uͤber viel und ſonderlich ſimultaniſche Feuchtigkeit herabgefallen. 2) Wenn die vielen Winde die Lufft ſehr gereiniget, und den Erdboden zugleich ausgetrocknet. Und 3) wenn die Gewaͤſſer nicht ſo exces- ſiv ausgetreten. 4. Auf zeitige Mertz-Waͤrme folget ger- ne ſpaͤte Kaͤlte. 5. Wenn

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Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724, S. 52. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724/112>, abgerufen am 23.05.2019.