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Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. [Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow]. Berlin, 1862.

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Schmidt von Werneuchen.
Benutzt: Mündliche und briefliche Mittheilungen.


Prenden.
Benutzt: Moerner's Märkische Kriegs-Obersten des 17. Jahrhunderts.
Koenig's Biographie Otto Christophs v. Sparr. Kuhn's
und Schwarz's Norddeutsche Sagen. Mündliches.

(Das Stadthaus des Feldmarschalls Sparr) -- später ge-
hörte es dem Minister Adam Otto von Viereck, dem in der Kirche
zu Buch ein großes Monument errichtet wurde -- lag in der Spandauer-
straße und bildet jetzt mit seinen Seiten- und Hintergebäuden den drit-
ten
Posthof. Unmittelbar zur Linken, wenn man aus dem zweiten Post-
hof in den dritten eintritt, befindet sich ein in Stein gehaunes Brustbild
des alten Sparr und unter demselben folgende, im Auftrag der Baronin
von Blumenthal (geb. v. Schwerin) angefertigte Inschrift:

Aeternitati Sacer Heros Illustrissim. L. B. Otto Christoph de
Sparr Coeli Possessiones occupaturus Gratam circumspexit Posteri-
tatem et Linquendae huic sedi Singulari Mentis Destinatione Here-
dem fecit Illustriss. Dominam Louisam B. de Blumenthal ex Domo
Schwerina Atque Ea Testatura Benefico Cineri Quanti fuerit hoc
inter vivos donum Simul Ut Perennius Esset Generosae Mentis Mo-
numentum Ingenti id. Sumptu A Damnosa Die Vindicavit et Restituit
In firmitatem et decus hoc Quod lectos prospicis Servet hunc verti-
cem Salus et Limen custodiat Jehovae Vigil. oculus Heroi autem
nostro. In Sion Esto Habitatio Et in Pace locus ejus Anno 1668.

(Das Sparrsche Erbbegräbniß in der Marienkirche zu Berlin.)
Dasselbe, an der Nordseite des Chors gelegen, besteht in einem Anbau,
dessen oberer Theil einen kleinen, jetzt zum Theil zur Bibliothek eingerichteten
Saal enthält. Darunter befindet sich die eigentliche Gruft, über deren
am innern Chor befindlichem Eingang sich das Grabdenkmal von weißem
Marmor erhebt. Dasselbe zeigt in architektonischer Einfassung von zwei
Säulen nebst Sims einen etwas über lebensgroßen geharnischten Mann,
kniend betend vor einem Pult, auf welchem ein Buch nebst Todtenkopf
und Crucifix. Hinter dem Betenden, zur Linken des Beschauers, ein helm-
tragender Edelknabe in ganzer Figur. Unter der Decke des Pultes schaut
mit nach seinem Herrn gewandten Kopfe ein Hund hervor. An der mit

Schmidt von Werneuchen.
Benutzt: Mündliche und briefliche Mittheilungen.


Prenden.
Benutzt: Moerner’s Märkiſche Kriegs-Oberſten des 17. Jahrhunderts.
Koenig’s Biographie Otto Chriſtophs v. Sparr. Kuhn’s
und Schwarz’s Norddeutſche Sagen. Mündliches.

(Das Stadthaus des Feldmarſchalls Sparr) — ſpäter ge-
hörte es dem Miniſter Adam Otto von Viereck, dem in der Kirche
zu Buch ein großes Monument errichtet wurde — lag in der Spandauer-
ſtraße und bildet jetzt mit ſeinen Seiten- und Hintergebäuden den drit-
ten
Poſthof. Unmittelbar zur Linken, wenn man aus dem zweiten Poſt-
hof in den dritten eintritt, befindet ſich ein in Stein gehaunes Bruſtbild
des alten Sparr und unter demſelben folgende, im Auftrag der Baronin
von Blumenthal (geb. v. Schwerin) angefertigte Inſchrift:

Aeternitati Sacer Heros Illustrissim. L. B. Otto Christoph de
Sparr Coeli Possessiones occupaturus Gratam circumspexit Posteri-
tatem et Linquendae huic sedi Singulari Mentis Destinatione Here-
dem fecit Illustriss. Dominam Louisam B. de Blumenthal ex Domo
Schwerina Atque Ea Testatura Benefico Cineri Quanti fuerit hoc
inter vivos donum Simul Ut Perennius Esset Generosae Mentis Mo-
numentum Ingenti id. Sumptu A Damnosa Die Vindicavit et Restituit
In firmitatem et decus hoc Quod lectos prospicis Servet hunc verti-
cem Salus et Limen custodiat Jehovae Vigil. oculus Heroi autem
nostro. In Sion Esto Habitatio Et in Pace locus ejus Anno 1668.

(Das Sparrſche Erbbegräbniß in der Marienkirche zu Berlin.)
Daſſelbe, an der Nordſeite des Chors gelegen, beſteht in einem Anbau,
deſſen oberer Theil einen kleinen, jetzt zum Theil zur Bibliothek eingerichteten
Saal enthält. Darunter befindet ſich die eigentliche Gruft, über deren
am innern Chor befindlichem Eingang ſich das Grabdenkmal von weißem
Marmor erhebt. Daſſelbe zeigt in architektoniſcher Einfaſſung von zwei
Säulen nebſt Sims einen etwas über lebensgroßen geharniſchten Mann,
kniend betend vor einem Pult, auf welchem ein Buch nebſt Todtenkopf
und Crucifix. Hinter dem Betenden, zur Linken des Beſchauers, ein helm-
tragender Edelknabe in ganzer Figur. Unter der Decke des Pultes ſchaut
mit nach ſeinem Herrn gewandten Kopfe ein Hund hervor. An der mit

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[461/0479] Schmidt von Werneuchen. Benutzt: Mündliche und briefliche Mittheilungen. Prenden. Benutzt: Moerner’s Märkiſche Kriegs-Oberſten des 17. Jahrhunderts. Koenig’s Biographie Otto Chriſtophs v. Sparr. Kuhn’s und Schwarz’s Norddeutſche Sagen. Mündliches. (Das Stadthaus des Feldmarſchalls Sparr) — ſpäter ge- hörte es dem Miniſter Adam Otto von Viereck, dem in der Kirche zu Buch ein großes Monument errichtet wurde — lag in der Spandauer- ſtraße und bildet jetzt mit ſeinen Seiten- und Hintergebäuden den drit- ten Poſthof. Unmittelbar zur Linken, wenn man aus dem zweiten Poſt- hof in den dritten eintritt, befindet ſich ein in Stein gehaunes Bruſtbild des alten Sparr und unter demſelben folgende, im Auftrag der Baronin von Blumenthal (geb. v. Schwerin) angefertigte Inſchrift: Aeternitati Sacer Heros Illustrissim. L. B. Otto Christoph de Sparr Coeli Possessiones occupaturus Gratam circumspexit Posteri- tatem et Linquendae huic sedi Singulari Mentis Destinatione Here- dem fecit Illustriss. Dominam Louisam B. de Blumenthal ex Domo Schwerina Atque Ea Testatura Benefico Cineri Quanti fuerit hoc inter vivos donum Simul Ut Perennius Esset Generosae Mentis Mo- numentum Ingenti id. Sumptu A Damnosa Die Vindicavit et Restituit In firmitatem et decus hoc Quod lectos prospicis Servet hunc verti- cem Salus et Limen custodiat Jehovae Vigil. oculus Heroi autem nostro. In Sion Esto Habitatio Et in Pace locus ejus Anno 1668. (Das Sparrſche Erbbegräbniß in der Marienkirche zu Berlin.) Daſſelbe, an der Nordſeite des Chors gelegen, beſteht in einem Anbau, deſſen oberer Theil einen kleinen, jetzt zum Theil zur Bibliothek eingerichteten Saal enthält. Darunter befindet ſich die eigentliche Gruft, über deren am innern Chor befindlichem Eingang ſich das Grabdenkmal von weißem Marmor erhebt. Daſſelbe zeigt in architektoniſcher Einfaſſung von zwei Säulen nebſt Sims einen etwas über lebensgroßen geharniſchten Mann, kniend betend vor einem Pult, auf welchem ein Buch nebſt Todtenkopf und Crucifix. Hinter dem Betenden, zur Linken des Beſchauers, ein helm- tragender Edelknabe in ganzer Figur. Unter der Decke des Pultes ſchaut mit nach ſeinem Herrn gewandten Kopfe ein Hund hervor. An der mit

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Zitationshilfe: Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. [Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow]. Berlin, 1862, S. 461. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fontane_brandenburg01_1862/479>, abgerufen am 21.03.2019.