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[Füchsel, Georg Christian]: Entwurf zu der ältesten Erd- und Menschengeschichte. Frankfurt u. a., 1773.

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fenheit; so wie das, was wir beständig an ihm
finden, und wodurch es sich allezeit auf einerley
Art, gegen andere Dinge verhält, seine Eigen-
schaft giebt: und endlich das Unzertrennliche, oh-
ne welches es nicht mehr dasselbe Ding bleibt;
sein Wesen ausmacht.

§. 155.

Betrachten wir auf eben die Art den Men-
schen, so schreiben wir ihm auch ebenfalls zwar
eine Gestalt, Einrichtung, Ordnung, Zustand,
Beschaffenheit, Eigenschaften und Wesen, aber
noch keine Natur, zu.

§. 156.

Nur in Ansehung derer Umstände und Ver-
änderungen, von denen wir davor halten, daß ihr
Grund selbst in dem Menschen zu finden sey, als:
Wachsthum, Verwandlung, Erhaltung, sowohl
für seine Person, als zur Fortsetzung seines Ge-
schlechts; seine Fortdauer, und endlich der Auf-
lösung des Wesens, legen wir ihm eine Natur

bey;
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fenheit; ſo wie das, was wir beſtaͤndig an ihm
finden, und wodurch es ſich allezeit auf einerley
Art, gegen andere Dinge verhaͤlt, ſeine Eigen-
ſchaft giebt: und endlich das Unzertrennliche, oh-
ne welches es nicht mehr daſſelbe Ding bleibt;
ſein Weſen ausmacht.

§. 155.

Betrachten wir auf eben die Art den Men-
ſchen, ſo ſchreiben wir ihm auch ebenfalls zwar
eine Geſtalt, Einrichtung, Ordnung, Zuſtand,
Beſchaffenheit, Eigenſchaften und Weſen, aber
noch keine Natur, zu.

§. 156.

Nur in Anſehung derer Umſtaͤnde und Ver-
aͤnderungen, von denen wir davor halten, daß ihr
Grund ſelbſt in dem Menſchen zu finden ſey, als:
Wachsthum, Verwandlung, Erhaltung, ſowohl
fuͤr ſeine Perſon, als zur Fortſetzung ſeines Ge-
ſchlechts; ſeine Fortdauer, und endlich der Auf-
loͤſung des Weſens, legen wir ihm eine Natur

bey;
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[117/0129] fenheit; ſo wie das, was wir beſtaͤndig an ihm finden, und wodurch es ſich allezeit auf einerley Art, gegen andere Dinge verhaͤlt, ſeine Eigen- ſchaft giebt: und endlich das Unzertrennliche, oh- ne welches es nicht mehr daſſelbe Ding bleibt; ſein Weſen ausmacht. §. 155. Betrachten wir auf eben die Art den Men- ſchen, ſo ſchreiben wir ihm auch ebenfalls zwar eine Geſtalt, Einrichtung, Ordnung, Zuſtand, Beſchaffenheit, Eigenſchaften und Weſen, aber noch keine Natur, zu. §. 156. Nur in Anſehung derer Umſtaͤnde und Ver- aͤnderungen, von denen wir davor halten, daß ihr Grund ſelbſt in dem Menſchen zu finden ſey, als: Wachsthum, Verwandlung, Erhaltung, ſowohl fuͤr ſeine Perſon, als zur Fortſetzung ſeines Ge- ſchlechts; ſeine Fortdauer, und endlich der Auf- loͤſung des Weſens, legen wir ihm eine Natur bey; H 3

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Zitationshilfe: [Füchsel, Georg Christian]: Entwurf zu der ältesten Erd- und Menschengeschichte. Frankfurt u. a., 1773, S. 117. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fuechsel_entwurf_1773/129>, abgerufen am 20.10.2019.