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Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889.

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billiger sei, als Brechweinstein; das ist wohl wahr; dafür enthält es aber
auch nur 23,64 Prozent Antimonoxyd (gegen 43,6 beim Brechweinstein),
und so muß man zur Erzielung des gleichen Effektes fast das doppelte Ge-
wicht nehmen. Es wird dem oxalsauren Salze nachgerühmt, daß es sich leichter
zersetze und sein Antimonoxyd leichter abgebe. Nach dieser Richtung hin
ist allerdings das Oxalat dem Brechweinstein vorzuziehen. Andererseits darf
jedoch nicht verschwiegen werden, daß das Oxalat zu seiner Verwendung
kalkfreies Wasser erfordert. Auch wird von Gegnern des Oxalats her-
vorgehoben, daß die freiwerdende Oxalsäure auf einige Farben einen nachteili-
gen Einfluß ausübe. Das Urteil über das oxalsaure Antimonoxydkali dürfte
heute noch nicht abzuschließen sein; doch erhellt aus den bisher vorliegenden
Resultaten immerhin bereits soviel, daß dasselbe in einer Anzahl von Fällen
sehr wohl imstande ist, den Brechweinstein zu ersetzen.

7. Milchsaures Antimonoxydul, Antimonlactat. Zur Dar-
stellung desselben hat Waite ein Patent erhalten und zwar werden 200 kg
Milchsäure von 25 Prozent Gehalt und 25 kg Salpetersäure gemischt
und soviel Antimonpulver hinzugefügt, als die Säuren aufzulösen vermögen.
Das Gemisch wird auf 65° erwärmt. -- Der Vorteil dieser Beize vor
dem Brechweinstein soll darin bestehen, daß die Bäder nicht so sauer wer-
den, wie das beim Brechweinstein (und auch beim Oxalat) allerdings der
Fall ist.

8. Antimonfluorid-Ammoniumsulfat, Antimonsalz, Sb Fl3,
SO4 (NH4)2
. Dieses Doppelsalz ist seit dem Herbst 1887 auf den Markt
gekommen und stellt ein Präparat dar, durch welches zum erstenmal die An-
wendung des Antimonfluorids in handliche Form gebracht worden ist. Es
sind farblose, harte, luftbeständige Krystalle von stark saurer Reaktion; die
Lösung greift Glas und Metalle
an. 100 Teile kaltes Wasser lösen
140 Teile Antimonsalz. Dabei bleibt die Lösung auch bei der größten Ver-
dünnung vollkommen und dauernd klar. Das Antimonsalz enthält 47 Pro-
zent Antimonoxyd (Brechweinstein 43,6 Prozent). Hinsichtlich des Preises
gestattet es dem Brechweinstein gegenüber eine Ersparnis von 48 Prozent.

Bei Anwendung des Antimonsalzes verfährt man ebenso wie bei der
Verwendung von Brechweinstein. Man beizt je nach Bedürfnis mit Sumach,
Sumachextrakt, Gallus oder Tannin, und behandelt nachher in bekannter
Weise mit einer Lösung von Antimonsalz, indem man dem Antimonoxydge-
halt entsprechend für je 1 kg Brechweinstein 0,9 kg Antimonsalz und für
je 1 kg Antimonoxalat 0,5 kg des Salzes anwendet. -- Scheurer em-
pfiehlt, das Beizbad so einzurichten, daß auf 100 l Wasser 400 g Antimon-
salz und 200 g Krystallsoda kommen, und die Passage bei 40° R. vor-
zunehmen.

Antimonsalz hat seiner Zusammensetzung entsprechend schwach saure Eigen-
schaften, ähnlich wie Alaun. Bei dunkleren Farben, welche nach dem Gerb-
stoffbade mit Blauholz und Eisenverbindungen abgedunkelt werden, empfiehlt
es sich deshalb, in einzelnen Fällen Brechweinstein beizubehalten.

Die Manipulation mit Antimonsalzlösung muß in Holz- oder blanken
Kupfergefäßen geschehen. Die Lösung darf in Glas- oder Steingutgefäßen
nicht aufbewahrt werden.

Für Baumwollenstrang- und Stückfärberei, ferner für Halbwollenstück-
und Halbseidenstückfärberei hat sich bereits das flüssige Antimonfluorid auf

billiger ſei, als Brechweinſtein; das iſt wohl wahr; dafür enthält es aber
auch nur 23,64 Prozent Antimonoxyd (gegen 43,6 beim Brechweinſtein),
und ſo muß man zur Erzielung des gleichen Effektes faſt das doppelte Ge-
wicht nehmen. Es wird dem oxalſauren Salze nachgerühmt, daß es ſich leichter
zerſetze und ſein Antimonoxyd leichter abgebe. Nach dieſer Richtung hin
iſt allerdings das Oxalat dem Brechweinſtein vorzuziehen. Andererſeits darf
jedoch nicht verſchwiegen werden, daß das Oxalat zu ſeiner Verwendung
kalkfreies Waſſer erfordert. Auch wird von Gegnern des Oxalats her-
vorgehoben, daß die freiwerdende Oxalſäure auf einige Farben einen nachteili-
gen Einfluß ausübe. Das Urteil über das oxalſaure Antimonoxydkali dürfte
heute noch nicht abzuſchließen ſein; doch erhellt aus den bisher vorliegenden
Reſultaten immerhin bereits ſoviel, daß dasſelbe in einer Anzahl von Fällen
ſehr wohl imſtande iſt, den Brechweinſtein zu erſetzen.

7. Milchſaures Antimonoxydul, Antimonlactat. Zur Dar-
ſtellung desſelben hat Waite ein Patent erhalten und zwar werden 200 kg
Milchſäure von 25 Prozent Gehalt und 25 kg Salpeterſäure gemiſcht
und ſoviel Antimonpulver hinzugefügt, als die Säuren aufzulöſen vermögen.
Das Gemiſch wird auf 65° erwärmt. — Der Vorteil dieſer Beize vor
dem Brechweinſtein ſoll darin beſtehen, daß die Bäder nicht ſo ſauer wer-
den, wie das beim Brechweinſtein (und auch beim Oxalat) allerdings der
Fall iſt.

8. Antimonfluorid-Ammoniumſulfat, Antimonſalz, Sb Fl3,
SO4 (NH4)2
. Dieſes Doppelſalz iſt ſeit dem Herbſt 1887 auf den Markt
gekommen und ſtellt ein Präparat dar, durch welches zum erſtenmal die An-
wendung des Antimonfluorids in handliche Form gebracht worden iſt. Es
ſind farbloſe, harte, luftbeſtändige Kryſtalle von ſtark ſaurer Reaktion; die
Löſung greift Glas und Metalle
an. 100 Teile kaltes Waſſer löſen
140 Teile Antimonſalz. Dabei bleibt die Löſung auch bei der größten Ver-
dünnung vollkommen und dauernd klar. Das Antimonſalz enthält 47 Pro-
zent Antimonoxyd (Brechweinſtein 43,6 Prozent). Hinſichtlich des Preiſes
geſtattet es dem Brechweinſtein gegenüber eine Erſparnis von 48 Prozent.

Bei Anwendung des Antimonſalzes verfährt man ebenſo wie bei der
Verwendung von Brechweinſtein. Man beizt je nach Bedürfnis mit Sumach,
Sumachextrakt, Gallus oder Tannin, und behandelt nachher in bekannter
Weiſe mit einer Löſung von Antimonſalz, indem man dem Antimonoxydge-
halt entſprechend für je 1 kg Brechweinſtein 0,9 kg Antimonſalz und für
je 1 kg Antimonoxalat 0,5 kg des Salzes anwendet. — Scheurer em-
pfiehlt, das Beizbad ſo einzurichten, daß auf 100 l Waſſer 400 g Antimon-
ſalz und 200 g Kryſtallſoda kommen, und die Paſſage bei 40° R. vor-
zunehmen.

Antimonſalz hat ſeiner Zuſammenſetzung entſprechend ſchwach ſaure Eigen-
ſchaften, ähnlich wie Alaun. Bei dunkleren Farben, welche nach dem Gerb-
ſtoffbade mit Blauholz und Eiſenverbindungen abgedunkelt werden, empfiehlt
es ſich deshalb, in einzelnen Fällen Brechweinſtein beizubehalten.

Die Manipulation mit Antimonſalzlöſung muß in Holz- oder blanken
Kupfergefäßen geſchehen. Die Löſung darf in Glas- oder Steingutgefäßen
nicht aufbewahrt werden.

Für Baumwollenſtrang- und Stückfärberei, ferner für Halbwollenſtück-
und Halbſeidenſtückfärberei hat ſich bereits das flüſſige Antimonfluorid auf

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[285/0311] billiger ſei, als Brechweinſtein; das iſt wohl wahr; dafür enthält es aber auch nur 23,64 Prozent Antimonoxyd (gegen 43,6 beim Brechweinſtein), und ſo muß man zur Erzielung des gleichen Effektes faſt das doppelte Ge- wicht nehmen. Es wird dem oxalſauren Salze nachgerühmt, daß es ſich leichter zerſetze und ſein Antimonoxyd leichter abgebe. Nach dieſer Richtung hin iſt allerdings das Oxalat dem Brechweinſtein vorzuziehen. Andererſeits darf jedoch nicht verſchwiegen werden, daß das Oxalat zu ſeiner Verwendung kalkfreies Waſſer erfordert. Auch wird von Gegnern des Oxalats her- vorgehoben, daß die freiwerdende Oxalſäure auf einige Farben einen nachteili- gen Einfluß ausübe. Das Urteil über das oxalſaure Antimonoxydkali dürfte heute noch nicht abzuſchließen ſein; doch erhellt aus den bisher vorliegenden Reſultaten immerhin bereits ſoviel, daß dasſelbe in einer Anzahl von Fällen ſehr wohl imſtande iſt, den Brechweinſtein zu erſetzen. 7. Milchſaures Antimonoxydul, Antimonlactat. Zur Dar- ſtellung desſelben hat Waite ein Patent erhalten und zwar werden 200 kg Milchſäure von 25 Prozent Gehalt und 25 kg Salpeterſäure gemiſcht und ſoviel Antimonpulver hinzugefügt, als die Säuren aufzulöſen vermögen. Das Gemiſch wird auf 65° erwärmt. — Der Vorteil dieſer Beize vor dem Brechweinſtein ſoll darin beſtehen, daß die Bäder nicht ſo ſauer wer- den, wie das beim Brechweinſtein (und auch beim Oxalat) allerdings der Fall iſt. 8. Antimonfluorid-Ammoniumſulfat, Antimonſalz, Sb Fl3, SO4 (NH4)2. Dieſes Doppelſalz iſt ſeit dem Herbſt 1887 auf den Markt gekommen und ſtellt ein Präparat dar, durch welches zum erſtenmal die An- wendung des Antimonfluorids in handliche Form gebracht worden iſt. Es ſind farbloſe, harte, luftbeſtändige Kryſtalle von ſtark ſaurer Reaktion; die Löſung greift Glas und Metalle an. 100 Teile kaltes Waſſer löſen 140 Teile Antimonſalz. Dabei bleibt die Löſung auch bei der größten Ver- dünnung vollkommen und dauernd klar. Das Antimonſalz enthält 47 Pro- zent Antimonoxyd (Brechweinſtein 43,6 Prozent). Hinſichtlich des Preiſes geſtattet es dem Brechweinſtein gegenüber eine Erſparnis von 48 Prozent. Bei Anwendung des Antimonſalzes verfährt man ebenſo wie bei der Verwendung von Brechweinſtein. Man beizt je nach Bedürfnis mit Sumach, Sumachextrakt, Gallus oder Tannin, und behandelt nachher in bekannter Weiſe mit einer Löſung von Antimonſalz, indem man dem Antimonoxydge- halt entſprechend für je 1 kg Brechweinſtein 0,9 kg Antimonſalz und für je 1 kg Antimonoxalat 0,5 kg des Salzes anwendet. — Scheurer em- pfiehlt, das Beizbad ſo einzurichten, daß auf 100 l Waſſer 400 g Antimon- ſalz und 200 g Kryſtallſoda kommen, und die Paſſage bei 40° R. vor- zunehmen. Antimonſalz hat ſeiner Zuſammenſetzung entſprechend ſchwach ſaure Eigen- ſchaften, ähnlich wie Alaun. Bei dunkleren Farben, welche nach dem Gerb- ſtoffbade mit Blauholz und Eiſenverbindungen abgedunkelt werden, empfiehlt es ſich deshalb, in einzelnen Fällen Brechweinſtein beizubehalten. Die Manipulation mit Antimonſalzlöſung muß in Holz- oder blanken Kupfergefäßen geſchehen. Die Löſung darf in Glas- oder Steingutgefäßen nicht aufbewahrt werden. Für Baumwollenſtrang- und Stückfärberei, ferner für Halbwollenſtück- und Halbſeidenſtückfärberei hat ſich bereits das flüſſige Antimonfluorid auf

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Zitationshilfe: Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889, S. 285. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ganswindt_faerberei_1889/311>, abgerufen am 09.12.2019.