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Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889.

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Die eigentlich maßgebenden Faktoren bei der Rasenbleiche sind Wasser
und Sonnenlicht. Wie Verfasser an anderer Stelle dargelegt hat *), zersetzt
das Sonnenlicht das Wasser unter Bildung von Ozon, von dessen Anwesen-
heit man sich auf den Bleichplätzen schon durch den Geruch leicht überzeugen
kann. Ozon ist aber jene aktive Form des Sauerstoffs, welche auch im
Wasserstoffsuperoxyd enthalten ist; die Rasenbleiche ist daher ihrem eigent-
lichen Wesen nach der Wasserstoffsuperoxydbleiche sehr ähnlich, wenn nicht
gleich. Das Ozon als kräftiges Oxydationsmittel wirkt sowohl auf die
Pektinsäure, wie auf den schon von v. Kurrer beobachteten grauen Farbstoff,
der sich erst beim Rösten des Flachses bildet, ein, diesen bleichend, jenen in
lösliche Form überführend. Durch wiederholtes Begießen werden die Zellen
der Faser geöffnet, und die löslich gewordenen Anteile aus derselben entfernt.

Chlorbleiche. Diese umschließt die gleichen Operationen, wie die
Baumwollenchlorbleiche. Ich lasse hier ein Verfahren folgen, wie es in einem
großen schlesischen Etablissement gehandhabt wird.

Die Leinenware wird, nachdem jedes aufgelieferte Stück mit Litzen,
resp. Vorenden versehen, in das Weich- oder Gärfaß gebracht. Jede ein-
gelegte Lage wird mit bis auf 35° R. erwärmtem reinem Flußwasser durch-
netzt und mit Holzschuhen fest niedergetreten, damit das Wasser alle Teile
gleichmäßig durchdringt. Mit diesem Einlegen wird bis zur Füllung des
Fasses fortgefahren. Hierauf wird das Faß mit Brettern zugelegt und
werden diese vermittelst eines Querriegels befestigt, welcher nicht nur durch
eine Kette, sondern außerdem auch durch gegen die obere Decke gestemmte
Bäume niedergehalten wird. Die so in eine feste Lage gebrachten Leinen
werden bis zur vollständigen Deckung mit Wasser übergossen der sauren
Gärung überlassen, die nach 48 Stunden beendet ist. Nach dem Heraus-
nehmen wird die Ware gleich zur Spülung gebracht, vermittelst Durchlaufen
durch 2 kannelierte hölzerne Cylinder ausgespült und dann auf den Bleich-
feldern ausgebreitet. Hier läßt man sie 2 bis 3 Tage lang liegen und be-
gießt sie, so oft sie trocken geworden, mit Wasser. Sie wird jetzt trocken
aufgenommen und zur ersten Bäuche gebracht.

Erste Bäuche. Die Bäuchgefäße, mit einem doppelten Boden ver-
sehen, sind tief in die Erde eingegrabene hölzerne Fässer und so placiert,
daß die alkalische Lauge aus dem Kessel direkt in dieselben aufgelassen werden
kann und die durch die Ware gezogene Lauge aus dem zwischen dem ersten
und zweiten Boden befindlichen Raume wieder in den Laugenkessel zum Er-
wärmen gepumpt werden kann. Zur ersten Bäuche bedient man sich einer
Lauge, gewonnen durch Auflösung von 1/2 kg kalcinierter Soda von 90 Pro-
zent auf 50 kg reines Quellwasser; diese wird auch häufig ersetzt durch eine
Aschenlauge von gleicher Stärke, oder auch durch eine Mischung von Aschen-
und Sodalauge. Zum Bäuchen wird die Ware hoch (köpflings) in dem
Bäuchfasse aufgestellt, jede Schicht mit erwärmtem Wasser genetzt, alsdann
mit Holzschuhen niedergetreten und damit fortgefahren, bis das Faß gehörig
angefüllt ist. Dann wird so viel Wasser in das Faß gelassen, bis die Ware
vollständig damit bedeckt ist. -- Jetzt beginnt das Bäuchen. Eine Auflösung
von Soda oder auch Aschenlauge, welche anfänglich bis auf 35° R. erwärmt
sein muß, wird nach und nach der Ware zugesetzt und zwar in der Menge,

*) Pharm. Centralhalle 1887, 249.

Die eigentlich maßgebenden Faktoren bei der Raſenbleiche ſind Waſſer
und Sonnenlicht. Wie Verfaſſer an anderer Stelle dargelegt hat *), zerſetzt
das Sonnenlicht das Waſſer unter Bildung von Ozon, von deſſen Anweſen-
heit man ſich auf den Bleichplätzen ſchon durch den Geruch leicht überzeugen
kann. Ozon iſt aber jene aktive Form des Sauerſtoffs, welche auch im
Waſſerſtoffſuperoxyd enthalten iſt; die Raſenbleiche iſt daher ihrem eigent-
lichen Weſen nach der Waſſerſtoffſuperoxydbleiche ſehr ähnlich, wenn nicht
gleich. Das Ozon als kräftiges Oxydationsmittel wirkt ſowohl auf die
Pektinſäure, wie auf den ſchon von v. Kurrer beobachteten grauen Farbſtoff,
der ſich erſt beim Röſten des Flachſes bildet, ein, dieſen bleichend, jenen in
lösliche Form überführend. Durch wiederholtes Begießen werden die Zellen
der Faſer geöffnet, und die löslich gewordenen Anteile aus derſelben entfernt.

Chlorbleiche. Dieſe umſchließt die gleichen Operationen, wie die
Baumwollenchlorbleiche. Ich laſſe hier ein Verfahren folgen, wie es in einem
großen ſchleſiſchen Etabliſſement gehandhabt wird.

Die Leinenware wird, nachdem jedes aufgelieferte Stück mit Litzen,
reſp. Vorenden verſehen, in das Weich- oder Gärfaß gebracht. Jede ein-
gelegte Lage wird mit bis auf 35° R. erwärmtem reinem Flußwaſſer durch-
netzt und mit Holzſchuhen feſt niedergetreten, damit das Waſſer alle Teile
gleichmäßig durchdringt. Mit dieſem Einlegen wird bis zur Füllung des
Faſſes fortgefahren. Hierauf wird das Faß mit Brettern zugelegt und
werden dieſe vermittelſt eines Querriegels befeſtigt, welcher nicht nur durch
eine Kette, ſondern außerdem auch durch gegen die obere Decke geſtemmte
Bäume niedergehalten wird. Die ſo in eine feſte Lage gebrachten Leinen
werden bis zur vollſtändigen Deckung mit Waſſer übergoſſen der ſauren
Gärung überlaſſen, die nach 48 Stunden beendet iſt. Nach dem Heraus-
nehmen wird die Ware gleich zur Spülung gebracht, vermittelſt Durchlaufen
durch 2 kannelierte hölzerne Cylinder ausgeſpült und dann auf den Bleich-
feldern ausgebreitet. Hier läßt man ſie 2 bis 3 Tage lang liegen und be-
gießt ſie, ſo oft ſie trocken geworden, mit Waſſer. Sie wird jetzt trocken
aufgenommen und zur erſten Bäuche gebracht.

Erſte Bäuche. Die Bäuchgefäße, mit einem doppelten Boden ver-
ſehen, ſind tief in die Erde eingegrabene hölzerne Fäſſer und ſo placiert,
daß die alkaliſche Lauge aus dem Keſſel direkt in dieſelben aufgelaſſen werden
kann und die durch die Ware gezogene Lauge aus dem zwiſchen dem erſten
und zweiten Boden befindlichen Raume wieder in den Laugenkeſſel zum Er-
wärmen gepumpt werden kann. Zur erſten Bäuche bedient man ſich einer
Lauge, gewonnen durch Auflöſung von ½ kg kalcinierter Soda von 90 Pro-
zent auf 50 kg reines Quellwaſſer; dieſe wird auch häufig erſetzt durch eine
Aſchenlauge von gleicher Stärke, oder auch durch eine Miſchung von Aſchen-
und Sodalauge. Zum Bäuchen wird die Ware hoch (köpflings) in dem
Bäuchfaſſe aufgeſtellt, jede Schicht mit erwärmtem Waſſer genetzt, alsdann
mit Holzſchuhen niedergetreten und damit fortgefahren, bis das Faß gehörig
angefüllt iſt. Dann wird ſo viel Waſſer in das Faß gelaſſen, bis die Ware
vollſtändig damit bedeckt iſt. — Jetzt beginnt das Bäuchen. Eine Auflöſung
von Soda oder auch Aſchenlauge, welche anfänglich bis auf 35° R. erwärmt
ſein muß, wird nach und nach der Ware zugeſetzt und zwar in der Menge,

*) Pharm. Centralhalle 1887, 249.
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[372/0406] Die eigentlich maßgebenden Faktoren bei der Raſenbleiche ſind Waſſer und Sonnenlicht. Wie Verfaſſer an anderer Stelle dargelegt hat *), zerſetzt das Sonnenlicht das Waſſer unter Bildung von Ozon, von deſſen Anweſen- heit man ſich auf den Bleichplätzen ſchon durch den Geruch leicht überzeugen kann. Ozon iſt aber jene aktive Form des Sauerſtoffs, welche auch im Waſſerſtoffſuperoxyd enthalten iſt; die Raſenbleiche iſt daher ihrem eigent- lichen Weſen nach der Waſſerſtoffſuperoxydbleiche ſehr ähnlich, wenn nicht gleich. Das Ozon als kräftiges Oxydationsmittel wirkt ſowohl auf die Pektinſäure, wie auf den ſchon von v. Kurrer beobachteten grauen Farbſtoff, der ſich erſt beim Röſten des Flachſes bildet, ein, dieſen bleichend, jenen in lösliche Form überführend. Durch wiederholtes Begießen werden die Zellen der Faſer geöffnet, und die löslich gewordenen Anteile aus derſelben entfernt. Chlorbleiche. Dieſe umſchließt die gleichen Operationen, wie die Baumwollenchlorbleiche. Ich laſſe hier ein Verfahren folgen, wie es in einem großen ſchleſiſchen Etabliſſement gehandhabt wird. Die Leinenware wird, nachdem jedes aufgelieferte Stück mit Litzen, reſp. Vorenden verſehen, in das Weich- oder Gärfaß gebracht. Jede ein- gelegte Lage wird mit bis auf 35° R. erwärmtem reinem Flußwaſſer durch- netzt und mit Holzſchuhen feſt niedergetreten, damit das Waſſer alle Teile gleichmäßig durchdringt. Mit dieſem Einlegen wird bis zur Füllung des Faſſes fortgefahren. Hierauf wird das Faß mit Brettern zugelegt und werden dieſe vermittelſt eines Querriegels befeſtigt, welcher nicht nur durch eine Kette, ſondern außerdem auch durch gegen die obere Decke geſtemmte Bäume niedergehalten wird. Die ſo in eine feſte Lage gebrachten Leinen werden bis zur vollſtändigen Deckung mit Waſſer übergoſſen der ſauren Gärung überlaſſen, die nach 48 Stunden beendet iſt. Nach dem Heraus- nehmen wird die Ware gleich zur Spülung gebracht, vermittelſt Durchlaufen durch 2 kannelierte hölzerne Cylinder ausgeſpült und dann auf den Bleich- feldern ausgebreitet. Hier läßt man ſie 2 bis 3 Tage lang liegen und be- gießt ſie, ſo oft ſie trocken geworden, mit Waſſer. Sie wird jetzt trocken aufgenommen und zur erſten Bäuche gebracht. Erſte Bäuche. Die Bäuchgefäße, mit einem doppelten Boden ver- ſehen, ſind tief in die Erde eingegrabene hölzerne Fäſſer und ſo placiert, daß die alkaliſche Lauge aus dem Keſſel direkt in dieſelben aufgelaſſen werden kann und die durch die Ware gezogene Lauge aus dem zwiſchen dem erſten und zweiten Boden befindlichen Raume wieder in den Laugenkeſſel zum Er- wärmen gepumpt werden kann. Zur erſten Bäuche bedient man ſich einer Lauge, gewonnen durch Auflöſung von ½ kg kalcinierter Soda von 90 Pro- zent auf 50 kg reines Quellwaſſer; dieſe wird auch häufig erſetzt durch eine Aſchenlauge von gleicher Stärke, oder auch durch eine Miſchung von Aſchen- und Sodalauge. Zum Bäuchen wird die Ware hoch (köpflings) in dem Bäuchfaſſe aufgeſtellt, jede Schicht mit erwärmtem Waſſer genetzt, alsdann mit Holzſchuhen niedergetreten und damit fortgefahren, bis das Faß gehörig angefüllt iſt. Dann wird ſo viel Waſſer in das Faß gelaſſen, bis die Ware vollſtändig damit bedeckt iſt. — Jetzt beginnt das Bäuchen. Eine Auflöſung von Soda oder auch Aſchenlauge, welche anfänglich bis auf 35° R. erwärmt ſein muß, wird nach und nach der Ware zugeſetzt und zwar in der Menge, *) Pharm. Centralhalle 1887, 249.

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Zitationshilfe: Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889, S. 372. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ganswindt_faerberei_1889/406>, abgerufen am 09.12.2019.