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Gercke, Hermann: Die Torpedowaffe. Berlin, 1898.

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Anhang.
III. Das Wrack der "Maine".

Die Wirkung der Explosion oder der Explosionen ergiebt sich
am deutlichsten aus einem Vergleiche der beigegebenen Zeichnungen 1,
2 und 3 und der Abbildungen a und b.

Es ist ersichtlich, daß die "Maine" ihre schweren (25,4 cm-)
Geschütze in Thürmen führte, welche in diagonaler Richtung (d. h. der
vordere an Steuerbord, der hintere an Backbord) auf dem
Oberdeck
standen.

Durch die Explosion ist das Vorschiff einschließlich des vorderen
Thurmes vollständig von dem Hintertheile des Schiffes losgesprengt
worden. Vom Vorsteven bis Spant 18 hängt der vordere Theil noch
zusammen (Fig. 3), es folgt ein gewaltiger Trümmerhaufen und an
diesen schließt sich das Hinterschiff an, welches von den vorderen Kesseln
nach hinten zu wiederum zusammenhängt, in der Gegend der Kessel
aber auseinandergetrieben ist.

Um dieses Wrack herum liegen Wrackstücke, wie sie in Fig. 2
angegeben sind.

Hervorgehoben muß werden, daß an Backbord, querab von der
Sprengstelle, keine Wrack- oder Sprengstücke gefunden worden sind
und daß auch der vordere Thurm bislang nicht entdeckt werden konnte.

Der Vorsteven ist nach Backbord verschoben worden, wenn man
die Sprengstelle als Drehpunkt ansieht. Der Fockmast ist nach Back-
bord vorn gefallen, der vordere Schornstein auf die Steuerbordseite
des Aufbaudecks, der achtere auf den hinteren Thurm, also nach
Backbord.

War bislang eine Beschreibung der Ansicht von oben gegeben,
so erübrigt noch je eine Darstellung der Wirkungen, von der Seite
und von vorn oder hinten gesehen.

Von Backbord gesehen, zeigt sich das Vorschiff mit der Bruch-
stelle in die Höhe gehoben, der Sporn (Fig. 3) ist mithin in den
Boden gedrungen. Die drei Stellen H, K und M (Fig. 1 a) liegen
jetzt über Wasser und sind, von hinten nach vorn gesehen: H ein
Stück des Spantes 17 und des zweiten Längsspantes; K ein Stück
des Backbord-Panzerdecks, querab vom Kettenkasten; M ein Stück
des Backbord-Zwischendecks mit dem Reste eines Speigats, abgebrochen
bei Spant 19.

Anhang.
III. Das Wrack der „Maine“.

Die Wirkung der Exploſion oder der Exploſionen ergiebt ſich
am deutlichſten aus einem Vergleiche der beigegebenen Zeichnungen 1,
2 und 3 und der Abbildungen a und b.

Es iſt erſichtlich, daß die „Maine“ ihre ſchweren (25,4 cm-)
Geſchütze in Thürmen führte, welche in diagonaler Richtung (d. h. der
vordere an Steuerbord, der hintere an Backbord) auf dem
Oberdeck
ſtanden.

Durch die Exploſion iſt das Vorſchiff einſchließlich des vorderen
Thurmes vollſtändig von dem Hintertheile des Schiffes losgeſprengt
worden. Vom Vorſteven bis Spant 18 hängt der vordere Theil noch
zuſammen (Fig. 3), es folgt ein gewaltiger Trümmerhaufen und an
dieſen ſchließt ſich das Hinterſchiff an, welches von den vorderen Keſſeln
nach hinten zu wiederum zuſammenhängt, in der Gegend der Keſſel
aber auseinandergetrieben iſt.

Um dieſes Wrack herum liegen Wrackſtücke, wie ſie in Fig. 2
angegeben ſind.

Hervorgehoben muß werden, daß an Backbord, querab von der
Sprengſtelle, keine Wrack- oder Sprengſtücke gefunden worden ſind
und daß auch der vordere Thurm bislang nicht entdeckt werden konnte.

Der Vorſteven iſt nach Backbord verſchoben worden, wenn man
die Sprengſtelle als Drehpunkt anſieht. Der Fockmaſt iſt nach Back-
bord vorn gefallen, der vordere Schornſtein auf die Steuerbordſeite
des Aufbaudecks, der achtere auf den hinteren Thurm, alſo nach
Backbord.

War bislang eine Beſchreibung der Anſicht von oben gegeben,
ſo erübrigt noch je eine Darſtellung der Wirkungen, von der Seite
und von vorn oder hinten geſehen.

Von Backbord geſehen, zeigt ſich das Vorſchiff mit der Bruch-
ſtelle in die Höhe gehoben, der Sporn (Fig. 3) iſt mithin in den
Boden gedrungen. Die drei Stellen H, K und M (Fig. 1 a) liegen
jetzt über Waſſer und ſind, von hinten nach vorn geſehen: H ein
Stück des Spantes 17 und des zweiten Längsſpantes; K ein Stück
des Backbord-Panzerdecks, querab vom Kettenkaſten; M ein Stück
des Backbord-Zwiſchendecks mit dem Reſte eines Speigats, abgebrochen
bei Spant 19.

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[98/0118] Anhang. III. Das Wrack der „Maine“. Die Wirkung der Exploſion oder der Exploſionen ergiebt ſich am deutlichſten aus einem Vergleiche der beigegebenen Zeichnungen 1, 2 und 3 und der Abbildungen a und b. Es iſt erſichtlich, daß die „Maine“ ihre ſchweren (25,4 cm-) Geſchütze in Thürmen führte, welche in diagonaler Richtung (d. h. der vordere an Steuerbord, der hintere an Backbord) auf dem Oberdeck ſtanden. Durch die Exploſion iſt das Vorſchiff einſchließlich des vorderen Thurmes vollſtändig von dem Hintertheile des Schiffes losgeſprengt worden. Vom Vorſteven bis Spant 18 hängt der vordere Theil noch zuſammen (Fig. 3), es folgt ein gewaltiger Trümmerhaufen und an dieſen ſchließt ſich das Hinterſchiff an, welches von den vorderen Keſſeln nach hinten zu wiederum zuſammenhängt, in der Gegend der Keſſel aber auseinandergetrieben iſt. Um dieſes Wrack herum liegen Wrackſtücke, wie ſie in Fig. 2 angegeben ſind. Hervorgehoben muß werden, daß an Backbord, querab von der Sprengſtelle, keine Wrack- oder Sprengſtücke gefunden worden ſind und daß auch der vordere Thurm bislang nicht entdeckt werden konnte. Der Vorſteven iſt nach Backbord verſchoben worden, wenn man die Sprengſtelle als Drehpunkt anſieht. Der Fockmaſt iſt nach Back- bord vorn gefallen, der vordere Schornſtein auf die Steuerbordſeite des Aufbaudecks, der achtere auf den hinteren Thurm, alſo nach Backbord. War bislang eine Beſchreibung der Anſicht von oben gegeben, ſo erübrigt noch je eine Darſtellung der Wirkungen, von der Seite und von vorn oder hinten geſehen. Von Backbord geſehen, zeigt ſich das Vorſchiff mit der Bruch- ſtelle in die Höhe gehoben, der Sporn (Fig. 3) iſt mithin in den Boden gedrungen. Die drei Stellen H, K und M (Fig. 1 a) liegen jetzt über Waſſer und ſind, von hinten nach vorn geſehen: H ein Stück des Spantes 17 und des zweiten Längsſpantes; K ein Stück des Backbord-Panzerdecks, querab vom Kettenkaſten; M ein Stück des Backbord-Zwiſchendecks mit dem Reſte eines Speigats, abgebrochen bei Spant 19.

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Zitationshilfe: Gercke, Hermann: Die Torpedowaffe. Berlin, 1898, S. 98. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gercke_torpedowaffe_1898/118>, abgerufen am 20.02.2019.