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Gercke, Hermann: Die Torpedowaffe. Berlin, 1898.

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6. Kapitel. Sonstige Torpedos.
bleiben, da dasselbe die Erörterung von Einzelheiten der Konstruktion,
die wiederum noch nicht abgeschlossen ist, nach sich ziehen würde.

Die Reihe der automobilen Torpedos ist hiermit noch nicht
abgeschlossen. Es giebt noch Torpedos von Hall, Peck, Paulson
und Anderen, und die Zahl der Erfinder ist im Steigen begriffen.
Dampf und flüssige Kohlensäure sind die Triebmittel, und ob nicht
die Elektrizität mit der Vervollkommnung der Akkumulatoren noch
gewaltige Aenderungen in der Konstruktion der Torpedos hervor-
bringen wird, dürfte eine Frage der Zeit sein.


Dritter Abschnitt.
Die Verwendung der Torpedos.

Siebentes Kapitel.
Die Armirung von Schiffen mit Torpedos. -- Torpedofahrzeuge
und Torpedoboote.

Nachdem die Gebrauchsfähigkeit der Torpedos sichergestellt war,
ging man mit großem Eifer daran, Schiffe und Boote mit der neuen
Waffe auszurüsten.

Gewaltiges wurde von dem Torpedo erwartet, und die Zahl
derjenigen ist selbst heute noch nicht ausgestorben, welche meinen, daß
der Torpedo die Waffe der Zukunft sei und mit den schweren Ge-
schützen auch die schweren Schlachtschiffe aus der Welt schaffen werde.
Es muß dieses Thema einem späteren Kapitel vorbehalten bleiben;
Hier handelt es sich zunächst um die Armirungen. Die Erfindung
der Torpedos fiel nicht fern von der Einführung der Panzerschiffe.

Es war damals (20. Juli 1866) die Schlacht bei Lissa ge-
schlagen worden, in welcher der österreichische Admiral Freiherr
von Tegetthoff durch kühnes -- es sei der Ausdruck gestattet --
Sich-auf-den-Gegner-stürzen den Sieg davongetragen hatte, und weit-
verbreitet war die Ansicht unter den Seeoffizieren, daß der Sieg zu
Wasser nur durch den Sporn und durch die überlegene Handhabung
der Schiffe in der Melee zu erringen sei. Noch lange hat diese
Ansicht bestanden, sie besteht vielleicht hier und da noch heute und sie
mag auch ihre Begründung haben.

6. Kapitel. Sonſtige Torpedos.
bleiben, da daſſelbe die Erörterung von Einzelheiten der Konſtruktion,
die wiederum noch nicht abgeſchloſſen iſt, nach ſich ziehen würde.

Die Reihe der automobilen Torpedos iſt hiermit noch nicht
abgeſchloſſen. Es giebt noch Torpedos von Hall, Peck, Paulſon
und Anderen, und die Zahl der Erfinder iſt im Steigen begriffen.
Dampf und flüſſige Kohlenſäure ſind die Triebmittel, und ob nicht
die Elektrizität mit der Vervollkommnung der Akkumulatoren noch
gewaltige Aenderungen in der Konſtruktion der Torpedos hervor-
bringen wird, dürfte eine Frage der Zeit ſein.


Dritter Abſchnitt.
Die Verwendung der Torpedos.

Siebentes Kapitel.
Die Armirung von Schiffen mit Torpedos. — Torpedofahrzeuge
und Torpedoboote.

Nachdem die Gebrauchsfähigkeit der Torpedos ſichergeſtellt war,
ging man mit großem Eifer daran, Schiffe und Boote mit der neuen
Waffe auszurüſten.

Gewaltiges wurde von dem Torpedo erwartet, und die Zahl
derjenigen iſt ſelbſt heute noch nicht ausgeſtorben, welche meinen, daß
der Torpedo die Waffe der Zukunft ſei und mit den ſchweren Ge-
ſchützen auch die ſchweren Schlachtſchiffe aus der Welt ſchaffen werde.
Es muß dieſes Thema einem ſpäteren Kapitel vorbehalten bleiben;
Hier handelt es ſich zunächſt um die Armirungen. Die Erfindung
der Torpedos fiel nicht fern von der Einführung der Panzerſchiffe.

Es war damals (20. Juli 1866) die Schlacht bei Liſſa ge-
ſchlagen worden, in welcher der öſterreichiſche Admiral Freiherr
von Tegetthoff durch kühnes — es ſei der Ausdruck geſtattet —
Sich-auf-den-Gegner-ſtürzen den Sieg davongetragen hatte, und weit-
verbreitet war die Anſicht unter den Seeoffizieren, daß der Sieg zu
Waſſer nur durch den Sporn und durch die überlegene Handhabung
der Schiffe in der Mêlée zu erringen ſei. Noch lange hat dieſe
Anſicht beſtanden, ſie beſteht vielleicht hier und da noch heute und ſie
mag auch ihre Begründung haben.

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[59/0073] 6. Kapitel. Sonſtige Torpedos. bleiben, da daſſelbe die Erörterung von Einzelheiten der Konſtruktion, die wiederum noch nicht abgeſchloſſen iſt, nach ſich ziehen würde. Die Reihe der automobilen Torpedos iſt hiermit noch nicht abgeſchloſſen. Es giebt noch Torpedos von Hall, Peck, Paulſon und Anderen, und die Zahl der Erfinder iſt im Steigen begriffen. Dampf und flüſſige Kohlenſäure ſind die Triebmittel, und ob nicht die Elektrizität mit der Vervollkommnung der Akkumulatoren noch gewaltige Aenderungen in der Konſtruktion der Torpedos hervor- bringen wird, dürfte eine Frage der Zeit ſein. Dritter Abſchnitt. Die Verwendung der Torpedos. Siebentes Kapitel. Die Armirung von Schiffen mit Torpedos. — Torpedofahrzeuge und Torpedoboote. Nachdem die Gebrauchsfähigkeit der Torpedos ſichergeſtellt war, ging man mit großem Eifer daran, Schiffe und Boote mit der neuen Waffe auszurüſten. Gewaltiges wurde von dem Torpedo erwartet, und die Zahl derjenigen iſt ſelbſt heute noch nicht ausgeſtorben, welche meinen, daß der Torpedo die Waffe der Zukunft ſei und mit den ſchweren Ge- ſchützen auch die ſchweren Schlachtſchiffe aus der Welt ſchaffen werde. Es muß dieſes Thema einem ſpäteren Kapitel vorbehalten bleiben; Hier handelt es ſich zunächſt um die Armirungen. Die Erfindung der Torpedos fiel nicht fern von der Einführung der Panzerſchiffe. Es war damals (20. Juli 1866) die Schlacht bei Liſſa ge- ſchlagen worden, in welcher der öſterreichiſche Admiral Freiherr von Tegetthoff durch kühnes — es ſei der Ausdruck geſtattet — Sich-auf-den-Gegner-ſtürzen den Sieg davongetragen hatte, und weit- verbreitet war die Anſicht unter den Seeoffizieren, daß der Sieg zu Waſſer nur durch den Sporn und durch die überlegene Handhabung der Schiffe in der Mêlée zu erringen ſei. Noch lange hat dieſe Anſicht beſtanden, ſie beſteht vielleicht hier und da noch heute und ſie mag auch ihre Begründung haben.

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Zitationshilfe: Gercke, Hermann: Die Torpedowaffe. Berlin, 1898, S. 59. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gercke_torpedowaffe_1898/73>, abgerufen am 18.04.2019.