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Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789.

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ders die kalekutischen Hühner können damit gemästet
werden. Sie giebt auch ein gutes Oehl, und erhält
man aus einem Scheffel guten Saamens vier Kannen.
Nach Dühamel soll dieses Oehl dem Haselnußöhle
gleichen. Es fällt dem Magen beschwerlich, so lan-
ge es noch frisch ist, doch verlieret es auch wieder
diese üble Eigenschaft, wenn es ein Jahr lang in
wohl verwahrten steinernen Krügen in der Erde ver-
graben gewesen. So viel bleibt demohnerachtet ge-
wiß, es nimmt jederzeit den Kopf ein, wenn es aus
Früchten gepreßt wird, die man nicht reif genug ein-
gesammlet hat. Der gemeine Mann gebrauchet die-
ses Oehl öfters zum Kochen, auch nimmt er an eini-
gen Orten beym Kornmangel die Früchte unter das
Mehl zum Brodte.



Vom

ders die kalekutiſchen Huͤhner koͤnnen damit gemaͤſtet
werden. Sie giebt auch ein gutes Oehl, und erhaͤlt
man aus einem Scheffel guten Saamens vier Kannen.
Nach Duͤhamel ſoll dieſes Oehl dem Haſelnußoͤhle
gleichen. Es faͤllt dem Magen beſchwerlich, ſo lan-
ge es noch friſch iſt, doch verlieret es auch wieder
dieſe uͤble Eigenſchaft, wenn es ein Jahr lang in
wohl verwahrten ſteinernen Kruͤgen in der Erde ver-
graben geweſen. So viel bleibt demohnerachtet ge-
wiß, es nimmt jederzeit den Kopf ein, wenn es aus
Fruͤchten gepreßt wird, die man nicht reif genug ein-
geſammlet hat. Der gemeine Mann gebrauchet die-
ſes Oehl oͤfters zum Kochen, auch nimmt er an eini-
gen Orten beym Kornmangel die Fruͤchte unter das
Mehl zum Brodte.



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[29/0039] ders die kalekutiſchen Huͤhner koͤnnen damit gemaͤſtet werden. Sie giebt auch ein gutes Oehl, und erhaͤlt man aus einem Scheffel guten Saamens vier Kannen. Nach Duͤhamel ſoll dieſes Oehl dem Haſelnußoͤhle gleichen. Es faͤllt dem Magen beſchwerlich, ſo lan- ge es noch friſch iſt, doch verlieret es auch wieder dieſe uͤble Eigenſchaft, wenn es ein Jahr lang in wohl verwahrten ſteinernen Kruͤgen in der Erde ver- graben geweſen. So viel bleibt demohnerachtet ge- wiß, es nimmt jederzeit den Kopf ein, wenn es aus Fruͤchten gepreßt wird, die man nicht reif genug ein- geſammlet hat. Der gemeine Mann gebrauchet die- ſes Oehl oͤfters zum Kochen, auch nimmt er an eini- gen Orten beym Kornmangel die Fruͤchte unter das Mehl zum Brodte. Vom

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Zitationshilfe: Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789, S. 29. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789/39>, abgerufen am 23.09.2020.