Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Glück, Christian Friedrich von: Versuch einer ausführlichen Erläuterung der Pandecten nach Hellfeld ein Commentar für meine Zuhörer. Erlangen, 1790.

Bild:
<< vorherige Seite

de Legibus, Senatusconsultis et longa consuet.
allerdings aufgehoben werden. Nur muß die specielle
Einwilligung des Gesetzgebers erwiesen werden können.
Unter dieser Voraussetzung können sogar auch Straf-
gesetze
per desuetudinem ihre Gültigkeit verliehren 25).
Daß der Nichtgebrauch des Gesetzes durch gerichtliche
Erkänntnisse müsse bestätiget worden seyn, wie Leyser 26)
und mit ihm die Gebrüdere Becmann 27) dafür hal-
ten wollen, ist nicht immer erforderlich, so wie auch schon
andere gegen Leyser gründlich erinnert haben 28).

Lib. I. Tit. IV.
De
Constitutionibus Principum.


§. 94. und 95.
Entwickelung der römischen und heutigen Begriffe von Consti-
tutionen
der Regenten.

Unter den so verschiedenen Gesetzgattungen der Rö-
mer zeichnet sich nun noch vorzüglich durch Reichhal-
tigkeit an Rechtsprincipien, so durch dieselbe eingeführt
worden sind, diejenige aus, welche uns unter dem Na-
men Constitutiones Principum die Fragmente dieses Titels
kennen lernen 29). Die Römer legten diesen Namen

denen-
25) §. 7. I. de iniuriis.
26) Meditat. ad Pand. Spec. IX. med. 10.
27) Consil. et Decis. P. II. Dec. 48. n. 5. S. 40.
28) hartleben Meditat. ad Pandectas Spec. XI. med. 14. und
Eichmann Erklärungen des bürgerlichen Rechts. 2. Th.
S. 139.
29) Io. strauch Diss. de statutis a summo principe. Inter Dis-
sertat. academ
. n. 3. Marq. freher Orat. de constitutio-

num

de Legibus, Senatusconſultis et longa conſuet.
allerdings aufgehoben werden. Nur muß die ſpecielle
Einwilligung des Geſetzgebers erwieſen werden koͤnnen.
Unter dieſer Vorausſetzung koͤnnen ſogar auch Straf-
geſetze
per deſuetudinem ihre Guͤltigkeit verliehren 25).
Daß der Nichtgebrauch des Geſetzes durch gerichtliche
Erkaͤnntniſſe muͤſſe beſtaͤtiget worden ſeyn, wie Leyſer 26)
und mit ihm die Gebruͤdere Becmann 27) dafuͤr hal-
ten wollen, iſt nicht immer erforderlich, ſo wie auch ſchon
andere gegen Leyſer gruͤndlich erinnert haben 28).

Lib. I. Tit. IV.
De
Conſtitutionibus Principum.


§. 94. und 95.
Entwickelung der roͤmiſchen und heutigen Begriffe von Conſti-
tutionen
der Regenten.

Unter den ſo verſchiedenen Geſetzgattungen der Roͤ-
mer zeichnet ſich nun noch vorzuͤglich durch Reichhal-
tigkeit an Rechtsprincipien, ſo durch dieſelbe eingefuͤhrt
worden ſind, diejenige aus, welche uns unter dem Na-
men Conſtitutiones Principum die Fragmente dieſes Titels
kennen lernen 29). Die Roͤmer legten dieſen Namen

denen-
25) §. 7. I. de iniuriis.
26) Meditat. ad Pand. Spec. IX. med. 10.
27) Conſil. et Deciſ. P. II. Dec. 48. n. 5. S. 40.
28) hartleben Meditat. ad Pandectas Spec. XI. med. 14. und
Eichmann Erklaͤrungen des buͤrgerlichen Rechts. 2. Th.
S. 139.
29) Io. strauch Diſſ. de ſtatutis a ſummo principe. Inter Diſ-
ſertat. academ
. n. 3. Marq. freher Orat. de conſtitutio-

num
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0525" n="505"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">de Legibus, Senatuscon&#x017F;ultis et longa con&#x017F;uet.</hi></fw><lb/>
allerdings aufgehoben werden. Nur muß die &#x017F;pecielle<lb/>
Einwilligung des Ge&#x017F;etzgebers erwie&#x017F;en werden ko&#x0364;nnen.<lb/>
Unter die&#x017F;er Voraus&#x017F;etzung ko&#x0364;nnen &#x017F;ogar auch <hi rendition="#g">Straf-<lb/>
ge&#x017F;etze</hi> <hi rendition="#aq">per de&#x017F;uetudinem</hi> ihre Gu&#x0364;ltigkeit verliehren <note place="foot" n="25)"><hi rendition="#i">§.</hi> 7. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">I. de iniuriis.</hi></hi></note>.<lb/>
Daß der Nichtgebrauch des Ge&#x017F;etzes durch gerichtliche<lb/>
Erka&#x0364;nntni&#x017F;&#x017F;e mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e be&#x017F;ta&#x0364;tiget worden &#x017F;eyn, wie <hi rendition="#g">Ley&#x017F;er</hi> <note place="foot" n="26)"><hi rendition="#aq">Meditat. ad Pand. Spec. IX. med.</hi> 10.</note><lb/>
und mit ihm die Gebru&#x0364;dere <hi rendition="#g">Becmann</hi> <note place="foot" n="27)"><hi rendition="#aq">Con&#x017F;il. et Deci&#x017F;. P. II. Dec. 48. n.</hi> 5. S. 40.</note> dafu&#x0364;r hal-<lb/>
ten wollen, i&#x017F;t nicht immer erforderlich, &#x017F;o wie auch &#x017F;chon<lb/>
andere gegen <hi rendition="#g">Ley&#x017F;er</hi> gru&#x0364;ndlich erinnert haben <note place="foot" n="28)"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">hartleben</hi> Meditat. ad Pandectas Spec. XI. med.</hi> 14. und<lb/><hi rendition="#g">Eichmann</hi> Erkla&#x0364;rungen des bu&#x0364;rgerlichen Rechts. 2. Th.<lb/>
S. 139.</note>.</p>
            </div>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">Lib. I. Tit. IV.<lb/>
De<lb/><hi rendition="#g">Con&#x017F;titutionibus Principum</hi>.</hi> </head><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head>§. 94. und 95.<lb/>
Entwickelung der ro&#x0364;mi&#x017F;chen und heutigen Begriffe von <hi rendition="#g">Con&#x017F;ti-<lb/>
tutionen</hi> der <hi rendition="#g">Regenten</hi>.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">U</hi>nter den &#x017F;o ver&#x017F;chiedenen Ge&#x017F;etzgattungen der Ro&#x0364;-<lb/>
mer zeichnet &#x017F;ich nun noch vorzu&#x0364;glich durch Reichhal-<lb/>
tigkeit an Rechtsprincipien, &#x017F;o durch die&#x017F;elbe eingefu&#x0364;hrt<lb/>
worden &#x017F;ind, diejenige aus, welche uns unter dem Na-<lb/>
men <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Con&#x017F;titutiones Principum</hi></hi> die Fragmente die&#x017F;es Titels<lb/>
kennen lernen <note xml:id="seg2pn_79_1" next="#seg2pn_79_2" place="foot" n="29)"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Io.</hi><hi rendition="#k">strauch</hi> Di&#x017F;&#x017F;. de &#x017F;tatutis a &#x017F;ummo principe. Inter <hi rendition="#i">Di&#x017F;-<lb/>
&#x017F;ertat. academ</hi>. n. 3. <hi rendition="#i">Marq.</hi> <hi rendition="#k">freher</hi> Orat. de con&#x017F;titutio-</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">num</hi></fw></note>. Die Ro&#x0364;mer legten die&#x017F;en Namen<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">denen-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[505/0525] de Legibus, Senatusconſultis et longa conſuet. allerdings aufgehoben werden. Nur muß die ſpecielle Einwilligung des Geſetzgebers erwieſen werden koͤnnen. Unter dieſer Vorausſetzung koͤnnen ſogar auch Straf- geſetze per deſuetudinem ihre Guͤltigkeit verliehren 25). Daß der Nichtgebrauch des Geſetzes durch gerichtliche Erkaͤnntniſſe muͤſſe beſtaͤtiget worden ſeyn, wie Leyſer 26) und mit ihm die Gebruͤdere Becmann 27) dafuͤr hal- ten wollen, iſt nicht immer erforderlich, ſo wie auch ſchon andere gegen Leyſer gruͤndlich erinnert haben 28). Lib. I. Tit. IV. De Conſtitutionibus Principum. §. 94. und 95. Entwickelung der roͤmiſchen und heutigen Begriffe von Conſti- tutionen der Regenten. Unter den ſo verſchiedenen Geſetzgattungen der Roͤ- mer zeichnet ſich nun noch vorzuͤglich durch Reichhal- tigkeit an Rechtsprincipien, ſo durch dieſelbe eingefuͤhrt worden ſind, diejenige aus, welche uns unter dem Na- men Conſtitutiones Principum die Fragmente dieſes Titels kennen lernen 29). Die Roͤmer legten dieſen Namen denen- 25) §. 7. I. de iniuriis. 26) Meditat. ad Pand. Spec. IX. med. 10. 27) Conſil. et Deciſ. P. II. Dec. 48. n. 5. S. 40. 28) hartleben Meditat. ad Pandectas Spec. XI. med. 14. und Eichmann Erklaͤrungen des buͤrgerlichen Rechts. 2. Th. S. 139. 29) Io. strauch Diſſ. de ſtatutis a ſummo principe. Inter Diſ- ſertat. academ. n. 3. Marq. freher Orat. de conſtitutio- num

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01_1790
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01_1790/525
Zitationshilfe: Glück, Christian Friedrich von: Versuch einer ausführlichen Erläuterung der Pandecten nach Hellfeld ein Commentar für meine Zuhörer. Erlangen, 1790, S. 505. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten01_1790/525>, abgerufen am 07.08.2020.