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Günther, Karl Gottlob: Europäisches Völkerrecht in Friedenszeiten nach Vernunft, Verträgen und Herkommen mit Anwendung auf die teutschen Reichsstände. Bd. 2. Altenburg, 1792.

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Von d. Rechten der Nazionen gegen einander
Vergl. Ueber das Königliche dänische Indigenatrecht etc.
Hamburg 1779. 4.
f] So verlieh der König in Dänemark dem evangelischen
Prediger Scheidemantel zu Warschau den Indigenat,
und die Kaiserin Königin 1758. der Venezianischen Fa-
milie Rezzonico das Recht der Eingebohrnen in allen
ihren Landen. Mosers Versuch 6. Th. S. 9.
*] Nach einem Herkommen in Frankreich bedurften auch
die Einwohner derienigen Provinzen, welche ehemals der
Krone gehört hatten, aber durch Krieg etc. unter andre
Bothmässigkeit gekommen waren, keiner besondern Na-
turalisationsbriefe, sondern wurden den Eingebohrnen
gleich erklärt. Real a. a. O. §. 26.
**] M. vergl. Wolff I. G. c. I. §. 134. Vattel L. I.
c.
19. §. 214.
Henr. Hahn diss. de iure Indigenatus singulari. Helmst.
1663.
Car. Fr. Lav diss. de iure indigenatus. Regiomont.
1686.
§. 5.
Recht der Standschaft.

Was die Darstellung des gesamten Volks durch ge-
wisse Repräsentanten oder die Stände anlanget, so
hat auch hierinn keine auswärtige Nazion etwas zu
sagen, wenn sie nicht selbst oder ihre Glieder, wegen
des Besitzes gewisser Güter oder aus einem andern recht-
mässigen Grunde, an der Standschaft Theil zu neh-
men befugt ist. Bekantlich besitzen verschiedene aus-
wärtige Souverains zugleich in Teutschland solche
Reichslande, auf welchen das Recht der Standschaft
mit Sitz und Stimme auf dem Reichstage haftet a];
auch giebt es Fälle, daß teutsche Reichsstände zugleich

als
Von d. Rechten der Nazionen gegen einander
Vergl. Ueber das Koͤnigliche daͤniſche Indigenatrecht ꝛc.
Hamburg 1779. 4.
f] So verlieh der Koͤnig in Daͤnemark dem evangeliſchen
Prediger Scheidemantel zu Warſchau den Indigenat,
und die Kaiſerin Koͤnigin 1758. der Venezianiſchen Fa-
milie Rezzonico das Recht der Eingebohrnen in allen
ihren Landen. Moſers Verſuch 6. Th. S. 9.
*] Nach einem Herkommen in Frankreich bedurften auch
die Einwohner derienigen Provinzen, welche ehemals der
Krone gehoͤrt hatten, aber durch Krieg ꝛc. unter andre
Bothmaͤſſigkeit gekommen waren, keiner beſondern Na-
turaliſationsbriefe, ſondern wurden den Eingebohrnen
gleich erklaͤrt. Real a. a. O. §. 26.
**] M. vergl. Wolff I. G. c. I. §. 134. Vattel L. I.
c.
19. §. 214.
Henr. Hahn diſſ. de iure Indigenatus ſingulari. Helmſt.
1663.
Car. Fr. Lav diſſ. de iure indigenatus. Regiomont.
1686.
§. 5.
Recht der Standſchaft.

Was die Darſtellung des geſamten Volks durch ge-
wiſſe Repraͤſentanten oder die Staͤnde anlanget, ſo
hat auch hierinn keine auswaͤrtige Nazion etwas zu
ſagen, wenn ſie nicht ſelbſt oder ihre Glieder, wegen
des Beſitzes gewiſſer Guͤter oder aus einem andern recht-
maͤſſigen Grunde, an der Standſchaft Theil zu neh-
men befugt iſt. Bekantlich beſitzen verſchiedene aus-
waͤrtige Souverains zugleich in Teutſchland ſolche
Reichslande, auf welchen das Recht der Standſchaft
mit Sitz und Stimme auf dem Reichstage haftet a];
auch giebt es Faͤlle, daß teutſche Reichsſtaͤnde zugleich

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[270/0284] Von d. Rechten der Nazionen gegen einander e] Vergl. Ueber das Koͤnigliche daͤniſche Indigenatrecht ꝛc. Hamburg 1779. 4. f] So verlieh der Koͤnig in Daͤnemark dem evangeliſchen Prediger Scheidemantel zu Warſchau den Indigenat, und die Kaiſerin Koͤnigin 1758. der Venezianiſchen Fa- milie Rezzonico das Recht der Eingebohrnen in allen ihren Landen. Moſers Verſuch 6. Th. S. 9. *] Nach einem Herkommen in Frankreich bedurften auch die Einwohner derienigen Provinzen, welche ehemals der Krone gehoͤrt hatten, aber durch Krieg ꝛc. unter andre Bothmaͤſſigkeit gekommen waren, keiner beſondern Na- turaliſationsbriefe, ſondern wurden den Eingebohrnen gleich erklaͤrt. Real a. a. O. §. 26. **] M. vergl. Wolff I. G. c. I. §. 134. Vattel L. I. c. 19. §. 214. Henr. Hahn diſſ. de iure Indigenatus ſingulari. Helmſt. 1663. Car. Fr. Lav diſſ. de iure indigenatus. Regiomont. 1686. §. 5. Recht der Standſchaft. Was die Darſtellung des geſamten Volks durch ge- wiſſe Repraͤſentanten oder die Staͤnde anlanget, ſo hat auch hierinn keine auswaͤrtige Nazion etwas zu ſagen, wenn ſie nicht ſelbſt oder ihre Glieder, wegen des Beſitzes gewiſſer Guͤter oder aus einem andern recht- maͤſſigen Grunde, an der Standſchaft Theil zu neh- men befugt iſt. Bekantlich beſitzen verſchiedene aus- waͤrtige Souverains zugleich in Teutſchland ſolche Reichslande, auf welchen das Recht der Standſchaft mit Sitz und Stimme auf dem Reichstage haftet a]; auch giebt es Faͤlle, daß teutſche Reichsſtaͤnde zugleich als

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Zitationshilfe: Günther, Karl Gottlob: Europäisches Völkerrecht in Friedenszeiten nach Vernunft, Verträgen und Herkommen mit Anwendung auf die teutschen Reichsstände. Bd. 2. Altenburg, 1792, S. 270. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/guenther_voelkerrecht02_1792/284>, abgerufen am 27.05.2018.