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Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768.

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Das Gehirn und die Nerven. X. Buch.
vom verlängerten Marke, einige Blutadern. Jhr hin-
teres Ende läuft hinter das hintere Ende des Hinter-
hauptbeins fort, steigt durch den Trichter der harten
Membrane, aus der Hirnschaale hernieder, und öfnet
sich in die Rükkenmarksinus.

Man könnte zu diesem Sinus auch noch denieni-
gen neuen Sinus mitrechnen, welchen der berühmte
Peter Tabarranus von dem Trichter der Carotis ent-
springen [Spaltenumbruch] (r), und sich in der Drosselgrube mit einer ein-
fachen Mündung, oder mit dem untern gemeinigschaftli-
chen Felsensinus (s), schief endigen läßt, indem er seinem
Sinus ebenfals die Gemeinschaft mit der Wirbelblut-
ader (t) beilegt, da sie sich in unsern Sinus öfnet.

§. 30.
Die hintern Sinus des Hinterhaupts.

Es ist das Andenken dieser Sinus schon älter, und
man hat sie theils dem Joseph Duverney (u), theils
vielleicht dem Vieussens zu danken (x), indem ihr wah-
rer Ursprung dem erstern nicht unbekannt war, indessen,
daß sie der andere die Schenkel genennt hat, die das große
Loch des Hinterhaupts von beiden Seiten umarmen. Da
sie aber bekannt blieben, so hat sie Morgagni (y) ge-
meiner gemacht. Sie zeigen sich entweder mit einem
gedoppelten, nämlich rechten und linken (z), oder einfa-

chen
(r) Angef. Ort. S. 42. 43. 45.
(s) S. 43. 45.
(t) Eben da.
(u) Bei J. PALFYN anat.
Chirurgic. T. II.
S. 13. KEIL
abridgment.
S. 161. 162. Denn
des D. TAUVRY anat. raison.
S. 257. DIONIS Cours d'Anat.
S. 518. des la CHARRIERE
anat. de la tete
führen den Ver-
[Spaltenumbruch] fasser nicht an. Es scheint der Si-
nus der Basis der Hirnschaale, der
in den äußersten Läugensinus ein-
gefügt ist, zu seyn. Mem. avant.
1699. T. I.
S. 365.
(x) S. 8. Wo nicht seine Sei-
tensinus Blutadern sind.
(y) Advers. anat, 6, S. 3. Er
nannte ihn den hintern.
(z) Eben der, eben da. T. I.
f. 2.

Das Gehirn und die Nerven. X. Buch.
vom verlaͤngerten Marke, einige Blutadern. Jhr hin-
teres Ende laͤuft hinter das hintere Ende des Hinter-
hauptbeins fort, ſteigt durch den Trichter der harten
Membrane, aus der Hirnſchaale hernieder, und oͤfnet
ſich in die Ruͤkkenmarkſinus.

Man koͤnnte zu dieſem Sinus auch noch denieni-
gen neuen Sinus mitrechnen, welchen der beruͤhmte
Peter Tabarranus von dem Trichter der Carotis ent-
ſpringen [Spaltenumbruch] (r), und ſich in der Droſſelgrube mit einer ein-
fachen Muͤndung, oder mit dem untern gemeinigſchaftli-
chen Felſenſinus (s), ſchief endigen laͤßt, indem er ſeinem
Sinus ebenfals die Gemeinſchaft mit der Wirbelblut-
ader (t) beilegt, da ſie ſich in unſern Sinus oͤfnet.

§. 30.
Die hintern Sinus des Hinterhaupts.

Es iſt das Andenken dieſer Sinus ſchon aͤlter, und
man hat ſie theils dem Joſeph Duverney (u), theils
vielleicht dem Vieuſſens zu danken (x), indem ihr wah-
rer Urſprung dem erſtern nicht unbekannt war, indeſſen,
daß ſie der andere die Schenkel genennt hat, die das große
Loch des Hinterhaupts von beiden Seiten umarmen. Da
ſie aber bekannt blieben, ſo hat ſie Morgagni (y) ge-
meiner gemacht. Sie zeigen ſich entweder mit einem
gedoppelten, naͤmlich rechten und linken (z), oder einfa-

chen
(r) Angef. Ort. S. 42. 43. 45.
(s) S. 43. 45.
(t) Eben da.
(u) Bei J. PALFYN anat.
Chirurgic. T. II.
S. 13. KEIL
abridgment.
S. 161. 162. Denn
des D. TAUVRY anat. raiſon.
S. 257. DIONIS Cours d’Anat.
S. 518. des la CHARRIERE
anat. de la tête
fuͤhren den Ver-
[Spaltenumbruch] faſſer nicht an. Es ſcheint der Si-
nus der Baſis der Hirnſchaale, der
in den aͤußerſten Laͤugenſinus ein-
gefuͤgt iſt, zu ſeyn. Mem. avant.
1699. T. I.
S. 365.
(x) S. 8. Wo nicht ſeine Sei-
tenſinus Blutadern ſind.
(y) Adverſ. anat, 6, S. 3. Er
nannte ihn den hintern.
(z) Eben der, eben da. T. I.
f. 2.
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[246/0282] Das Gehirn und die Nerven. X. Buch. vom verlaͤngerten Marke, einige Blutadern. Jhr hin- teres Ende laͤuft hinter das hintere Ende des Hinter- hauptbeins fort, ſteigt durch den Trichter der harten Membrane, aus der Hirnſchaale hernieder, und oͤfnet ſich in die Ruͤkkenmarkſinus. Man koͤnnte zu dieſem Sinus auch noch denieni- gen neuen Sinus mitrechnen, welchen der beruͤhmte Peter Tabarranus von dem Trichter der Carotis ent- ſpringen (r), und ſich in der Droſſelgrube mit einer ein- fachen Muͤndung, oder mit dem untern gemeinigſchaftli- chen Felſenſinus (s), ſchief endigen laͤßt, indem er ſeinem Sinus ebenfals die Gemeinſchaft mit der Wirbelblut- ader (t) beilegt, da ſie ſich in unſern Sinus oͤfnet. §. 30. Die hintern Sinus des Hinterhaupts. Es iſt das Andenken dieſer Sinus ſchon aͤlter, und man hat ſie theils dem Joſeph Duverney (u), theils vielleicht dem Vieuſſens zu danken (x), indem ihr wah- rer Urſprung dem erſtern nicht unbekannt war, indeſſen, daß ſie der andere die Schenkel genennt hat, die das große Loch des Hinterhaupts von beiden Seiten umarmen. Da ſie aber bekannt blieben, ſo hat ſie Morgagni (y) ge- meiner gemacht. Sie zeigen ſich entweder mit einem gedoppelten, naͤmlich rechten und linken (z), oder einfa- chen (r) Angef. Ort. S. 42. 43. 45. (s) S. 43. 45. (t) Eben da. (u) Bei J. PALFYN anat. Chirurgic. T. II. S. 13. KEIL abridgment. S. 161. 162. Denn des D. TAUVRY anat. raiſon. S. 257. DIONIS Cours d’Anat. S. 518. des la CHARRIERE anat. de la tête fuͤhren den Ver- faſſer nicht an. Es ſcheint der Si- nus der Baſis der Hirnſchaale, der in den aͤußerſten Laͤugenſinus ein- gefuͤgt iſt, zu ſeyn. Mem. avant. 1699. T. I. S. 365. (x) S. 8. Wo nicht ſeine Sei- tenſinus Blutadern ſind. (y) Adverſ. anat, 6, S. 3. Er nannte ihn den hintern. (z) Eben der, eben da. T. I. f. 2.

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Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/282>, abgerufen am 16.10.2019.