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Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768.

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VI. Abschnitt. und den Nerven.
sich dieser Nerve lieber in den sechsten hineinwirft, als
daß er von diesem abstammen sollte, so wird sich auch
eben dieser | Ursache wegen [Spaltenumbruch] z dieser Ribbennerve in den
zweeten Ast des fünften Paares werfen, und nicht blos
zu den Augen, sondern auch zu der Nase und den Antlizze
fortlaufen, welches doch Petit nicht behaupten, noch
durch die zufällige Krankheiten erweisen wird.

Man kann noch sagen, daß dieser Winkel von den
Gegnern viel zu stumpf gezeichnet wird a, indem er ge-
gen das Auge zu überhaupt nur um etwas weniges grös-
ser, als ein gerader ist [Spaltenumbruch] b. Es hat auch diese Richtung
die Nothwendigkeit der Richtung des Carotisloches er-
fordert c.

Wir haben gezeigt, daß der Nerve bereits eher zu
schwellen anfange d, als er von den Fasern des Nibben-
stamms herkommen kann. Und ich mag hiebei nicht be-
rühren, daß grosse Männer e überhaupt diesen Geschwulst
nicht statt finden lassen, indem ich ihn ebenfalls in andern
angestellten Beobachtungen nicht habe finden können.

Was die Gebrechen der Augen betrift, so leite ich
solche blos von dem, mit dem Auge verbundenen Nerven
her f. Es geht auch der Nerve oberhalb der Augenhöle,
nicht zum Auge hin, sondern er wird vom Augenstamme
dahin gesendet, und dennoch hat man, da man diesen
Nerven in Beweguug brachte, den schwarzen Staar ge-
hoben g, und ich lese, daß das Sehen nach der Verlez-
zung dieses Nerven verloren gegangen h sei.

Dero-
z Nämlich der Winkel mit dem
vidianischen ist sehr spizze i. [fremdsprachliches Material - 1 Zeichen fehlt]. p. [fremdsprachliches Material - 1 Zeichen fehlt].
Mekel Mem. de 1749 s. t. d. aber
mit dem andern Nerven des fünf-
ten Paars ist er gegen das Gehirn
spizz zu l. m.
a Petit auf alle Kupf. Wins-
low
n. 358. C.A.
von Bergen de nerv.
intercost.
b Daß es ungewiß sei, sagt
Morgagn. p. 225.
c Mekel p. 60. n. 67.
d p. 222.
e Morgagni p. 229. Mekel p. 60.
gemeiniglich.
f Morgagni p. 231.
g Valsaiva diss. 2. p. 144.
h Morgagni ep. 18. n. 7. p. 313.
314.

VI. Abſchnitt. und den Nerven.
ſich dieſer Nerve lieber in den ſechſten hineinwirft, als
daß er von dieſem abſtammen ſollte, ſo wird ſich auch
eben dieſer | Urſache wegen [Spaltenumbruch] z dieſer Ribbennerve in den
zweeten Aſt des fuͤnften Paares werfen, und nicht blos
zu den Augen, ſondern auch zu der Naſe und den Antlizze
fortlaufen, welches doch Petit nicht behaupten, noch
durch die zufaͤllige Krankheiten erweiſen wird.

Man kann noch ſagen, daß dieſer Winkel von den
Gegnern viel zu ſtumpf gezeichnet wird a, indem er ge-
gen das Auge zu uͤberhaupt nur um etwas weniges groͤſ-
ſer, als ein gerader iſt [Spaltenumbruch] b. Es hat auch dieſe Richtung
die Nothwendigkeit der Richtung des Carotisloches er-
fordert c.

Wir haben gezeigt, daß der Nerve bereits eher zu
ſchwellen anfange d, als er von den Faſern des Nibben-
ſtamms herkommen kann. Und ich mag hiebei nicht be-
ruͤhren, daß groſſe Maͤnner e uͤberhaupt dieſen Geſchwulſt
nicht ſtatt finden laſſen, indem ich ihn ebenfalls in andern
angeſtellten Beobachtungen nicht habe finden koͤnnen.

Was die Gebrechen der Augen betrift, ſo leite ich
ſolche blos von dem, mit dem Auge verbundenen Nerven
her f. Es geht auch der Nerve oberhalb der Augenhoͤle,
nicht zum Auge hin, ſondern er wird vom Augenſtamme
dahin geſendet, und dennoch hat man, da man dieſen
Nerven in Beweguug brachte, den ſchwarzen Staar ge-
hoben g, und ich leſe, daß das Sehen nach der Verlez-
zung dieſes Nerven verloren gegangen h ſei.

Dero-
z Naͤmlich der Winkel mit dem
vidianiſchen iſt ſehr ſpizze ι. [fremdsprachliches Material – 1 Zeichen fehlt]. π. [fremdsprachliches Material – 1 Zeichen fehlt].
Mekel Mem. de 1749 s. t. d. aber
mit dem andern Nerven des fuͤnf-
ten Paars iſt er gegen das Gehirn
ſpizz zu l. m.
a Petit auf alle Kupf. Wins-
low
n. 358. C.A.
von Bergen de nerv.
intercoſt.
b Daß es ungewiß ſei, ſagt
Morgagn. p. 225.
c Mekel p. 60. n. 67.
d p. 222.
e Morgagni p. 229. Mekel p. 60.
gemeiniglich.
f Morgagni p. 231.
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314.
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[351/0387] VI. Abſchnitt. und den Nerven. ſich dieſer Nerve lieber in den ſechſten hineinwirft, als daß er von dieſem abſtammen ſollte, ſo wird ſich auch eben dieſer | Urſache wegen z dieſer Ribbennerve in den zweeten Aſt des fuͤnften Paares werfen, und nicht blos zu den Augen, ſondern auch zu der Naſe und den Antlizze fortlaufen, welches doch Petit nicht behaupten, noch durch die zufaͤllige Krankheiten erweiſen wird. Man kann noch ſagen, daß dieſer Winkel von den Gegnern viel zu ſtumpf gezeichnet wird a, indem er ge- gen das Auge zu uͤberhaupt nur um etwas weniges groͤſ- ſer, als ein gerader iſt b. Es hat auch dieſe Richtung die Nothwendigkeit der Richtung des Carotisloches er- fordert c. Wir haben gezeigt, daß der Nerve bereits eher zu ſchwellen anfange d, als er von den Faſern des Nibben- ſtamms herkommen kann. Und ich mag hiebei nicht be- ruͤhren, daß groſſe Maͤnner e uͤberhaupt dieſen Geſchwulſt nicht ſtatt finden laſſen, indem ich ihn ebenfalls in andern angeſtellten Beobachtungen nicht habe finden koͤnnen. Was die Gebrechen der Augen betrift, ſo leite ich ſolche blos von dem, mit dem Auge verbundenen Nerven her f. Es geht auch der Nerve oberhalb der Augenhoͤle, nicht zum Auge hin, ſondern er wird vom Augenſtamme dahin geſendet, und dennoch hat man, da man dieſen Nerven in Beweguug brachte, den ſchwarzen Staar ge- hoben g, und ich leſe, daß das Sehen nach der Verlez- zung dieſes Nerven verloren gegangen h ſei. Dero- z Naͤmlich der Winkel mit dem vidianiſchen iſt ſehr ſpizze ι. _. π. _. Mekel Mem. de 1749 s. t. d. aber mit dem andern Nerven des fuͤnf- ten Paars iſt er gegen das Gehirn ſpizz zu l. m. a Petit auf alle Kupf. Wins- low n. 358. C.A. von Bergen de nerv. intercoſt. b Daß es ungewiß ſei, ſagt Morgagn. p. 225. c Mekel p. 60. n. 67. d p. 222. e Morgagni p. 229. Mekel p. 60. gemeiniglich. f Morgagni p. 231. g Valſaiva diſſ. 2. p. 144. h Morgagni ep. 18. n. 7. p. 313. 314.

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Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, S. 351. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/387>, abgerufen am 10.04.2020.