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Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 8. Berlin, 1776.

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Die Frucht. XXIX. B.
heit an dem neuen gelben Körper, welcher aus den Zot-
ten und rothen Flokken, aber nicht aus einem weissen
Flekken, und blos zu unterst im Bläschen in die Höhe
wächst.

Es ist endlich offenbar, daß der gelbe Körper eine
Ausartung des Bläschens ist (d), welches erst aufschwillt,
und hernach zerreist, und nicht ohne eine Wunde blu-
tet; er füllet sich alsdenn, nach dem Weglassen der
Nässe inwendig mit Flokken an, welche nach und nach
immer fester werden, endlich die Gestalt von kleinen
Fruchtkernchen an sich nehmen, und die Höhlung des
Bläschens anfüllen, so daß nunmehr das blinde drüsen-
hafte Bläschen den Namen des gelben Körpers bekömmt.
Es kann daher überhaupt nicht geschehen, daß ein gel-
ber Körper vor dem Beischlafe im Eyerstokke zugegen
sey, weil derselbe nach der Vorschrift der Natur eine
Ausartung von dem veränderten Bläschen ist, und die-
ser gelbe Körper nicht aus seines gleichen Schattenrisse (e),
sondern aus einem Bläschen erwächst.

§. 16.
Der gelbe Eyerstokkskörper (corpus luteum).

Von der Zeit an, nämlich vom zwölften Tage, und
nach einer Menge von Beobachtungen am dreizehn-
ten, vierzehnten (a), oder siebzehnten Tage (b), und
durch die ganze Schwangerschaft hindurch, wird der gelbe
Körper immer mehr und mehr bleich (c), und es ver-
wandelt sich derselbe gleichsam in eine runde Drüse, die
aus Kernchen, so mittelst eines Fadengewebes zusammen-

gehängt
(d) [Spaltenumbruch] Conf. KUHLEMAN. p. 41.
42. II. p. 330. SANTORIN. p.

223. so auch GERIKE p. 164.
(e) BUFFON. Hist. natur. II.
p. 208. 210. Mem. de l'Acad. ann.
1748. p.
219. doch gesteht er, bei
emer andern zarten Person keine
[Spaltenumbruch] gelbe Körper, sondern Bläschen
gefunden zu haben p. 219. &c.
(a) KUHLEMAN. p. 25. obs. 18.
(b) Obs. 22.
(c) Idem obs. 20. 21. p. 42. VA-
LISNER. II. n. 11. IV. n.
17. gelbe
ROEDERER. p. 42.

Die Frucht. XXIX. B.
heit an dem neuen gelben Koͤrper, welcher aus den Zot-
ten und rothen Flokken, aber nicht aus einem weiſſen
Flekken, und blos zu unterſt im Blaͤschen in die Hoͤhe
waͤchſt.

Es iſt endlich offenbar, daß der gelbe Koͤrper eine
Ausartung des Blaͤschens iſt (d), welches erſt aufſchwillt,
und hernach zerreiſt, und nicht ohne eine Wunde blu-
tet; er fuͤllet ſich alsdenn, nach dem Weglaſſen der
Naͤſſe inwendig mit Flokken an, welche nach und nach
immer feſter werden, endlich die Geſtalt von kleinen
Fruchtkernchen an ſich nehmen, und die Hoͤhlung des
Blaͤschens anfuͤllen, ſo daß nunmehr das blinde druͤſen-
hafte Blaͤschen den Namen des gelben Koͤrpers bekoͤmmt.
Es kann daher uͤberhaupt nicht geſchehen, daß ein gel-
ber Koͤrper vor dem Beiſchlafe im Eyerſtokke zugegen
ſey, weil derſelbe nach der Vorſchrift der Natur eine
Ausartung von dem veraͤnderten Blaͤschen iſt, und die-
ſer gelbe Koͤrper nicht aus ſeines gleichen Schattenriſſe (e),
ſondern aus einem Blaͤschen erwaͤchſt.

§. 16.
Der gelbe Eyerſtokkskoͤrper (corpus luteum).

Von der Zeit an, naͤmlich vom zwoͤlften Tage, und
nach einer Menge von Beobachtungen am dreizehn-
ten, vierzehnten (a), oder ſiebzehnten Tage (b), und
durch die ganze Schwangerſchaft hindurch, wird der gelbe
Koͤrper immer mehr und mehr bleich (c), und es ver-
wandelt ſich derſelbe gleichſam in eine runde Druͤſe, die
aus Kernchen, ſo mittelſt eines Fadengewebes zuſammen-

gehaͤngt
(d) [Spaltenumbruch] Conf. KUHLEMAN. p. 41.
42. II. p. 330. SANTORIN. p.

223. ſo auch GERIKE p. 164.
(e) BUFFON. Hiſt. natur. II.
p. 208. 210. Mém. de l’Acad. ann.
1748. p.
219. doch geſteht er, bei
emer andern zarten Perſon keine
[Spaltenumbruch] gelbe Koͤrper, ſondern Blaͤschen
gefunden zu haben p. 219. &c.
(a) KUHLEMAN. p. 25. obſ. 18.
(b) Obſ. 22.
(c) Idem obſ. 20. 21. p. 42. VA-
LISNER. II. n. 11. IV. n.
17. gelbe
ROEDERER. p. 42.
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[58/0110] Die Frucht. XXIX. B. heit an dem neuen gelben Koͤrper, welcher aus den Zot- ten und rothen Flokken, aber nicht aus einem weiſſen Flekken, und blos zu unterſt im Blaͤschen in die Hoͤhe waͤchſt. Es iſt endlich offenbar, daß der gelbe Koͤrper eine Ausartung des Blaͤschens iſt (d), welches erſt aufſchwillt, und hernach zerreiſt, und nicht ohne eine Wunde blu- tet; er fuͤllet ſich alsdenn, nach dem Weglaſſen der Naͤſſe inwendig mit Flokken an, welche nach und nach immer feſter werden, endlich die Geſtalt von kleinen Fruchtkernchen an ſich nehmen, und die Hoͤhlung des Blaͤschens anfuͤllen, ſo daß nunmehr das blinde druͤſen- hafte Blaͤschen den Namen des gelben Koͤrpers bekoͤmmt. Es kann daher uͤberhaupt nicht geſchehen, daß ein gel- ber Koͤrper vor dem Beiſchlafe im Eyerſtokke zugegen ſey, weil derſelbe nach der Vorſchrift der Natur eine Ausartung von dem veraͤnderten Blaͤschen iſt, und die- ſer gelbe Koͤrper nicht aus ſeines gleichen Schattenriſſe (e), ſondern aus einem Blaͤschen erwaͤchſt. §. 16. Der gelbe Eyerſtokkskoͤrper (corpus luteum). Von der Zeit an, naͤmlich vom zwoͤlften Tage, und nach einer Menge von Beobachtungen am dreizehn- ten, vierzehnten (a), oder ſiebzehnten Tage (b), und durch die ganze Schwangerſchaft hindurch, wird der gelbe Koͤrper immer mehr und mehr bleich (c), und es ver- wandelt ſich derſelbe gleichſam in eine runde Druͤſe, die aus Kernchen, ſo mittelſt eines Fadengewebes zuſammen- gehaͤngt (d) Conf. KUHLEMAN. p. 41. 42. II. p. 330. SANTORIN. p. 223. ſo auch GERIKE p. 164. (e) BUFFON. Hiſt. natur. II. p. 208. 210. Mém. de l’Acad. ann. 1748. p. 219. doch geſteht er, bei emer andern zarten Perſon keine gelbe Koͤrper, ſondern Blaͤschen gefunden zu haben p. 219. &c. (a) KUHLEMAN. p. 25. obſ. 18. (b) Obſ. 22. (c) Idem obſ. 20. 21. p. 42. VA- LISNER. II. n. 11. IV. n. 17. gelbe ROEDERER. p. 42.

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Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 8. Berlin, 1776, S. 58. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende08_1776/110>, abgerufen am 12.11.2019.